Bekommt man von Soja größere Brüste?

Was passiert, wenn man die Phytoöstrogene aus Soja auf den menschlichen Hormonhaushalt loslässt? Nicht das, was manche Leute denken.

Und wieder so ein Gerücht, in das man sich viel zu leicht verrennen kann: In Soja stecken Phytoöstrogene, die sind so ähnlich wie das „Frauenhormon“ Östrogen, das in der Pubertät dafür sorgt, dass die Brüste wachsen – also macht Sojaessen auch größere Brüste, richtig? Falsch.

Zunächst einmal sollte man Phytoöstrogene nicht mit Östrogenen verwechseln. Phytoöstrogene sind sekundäre Pflanzenstoffe, die eine ähnliche Struktur haben wie Östrogene und deshalb an Östrogenrezeptoren andocken können. Sie können östrogen, aber auch antiöstrogen wirken, also eine ähnliche Wirkung haben wie Östrogene oder auch die entgegengesetzte, diese Wirkung ist aber meist viel schwächer als die von menschlichen Hormonen. Damit Phytoöstrogene im Körper auch nur ansatzweise so wirken wie Östrogene, müsste man extreme Mengen davon zu sich nehmen, also zum Beispiel jeden Tag literweise Sojamilch trinken.

Wie man überhaupt auf so unrealistische Ideen kommt? Klar, im Tierversuch. Versuche mit Ratten haben zum Beispiel gezeigt, dass Phytoöstrogene einen Einfluss auf den Testosteronspiegel der Tiere haben, Studien mit Menschen zeigen einen solchen Effekt nicht. Das heißt nicht nur mal wieder, dass sich Tierversuche nicht auf Menschen übertragen lassen, sondern auch, dass man vor Soja keine Angst haben muss. Phytoöstrogene machen weder das Sperma kaputt, noch beeinflussen sie das Bartwachstum oder die Größe der Brüste. Die ändert sich zum Glück – oder leider – nicht so schnell.

In normalen Mengen wirken Phytoöstrogene eher positiv auf den Körper. In Soja findet man vor allem Isoflavone, die möglicherweise das Risiko verringern können, an Brustkrebs zu sterben. Wenn man dann auch noch daran denkt, dass der Verzehr von Kuhmilch wahrscheinlich das Risiko für manche Krebsarten erhöht, klingt eine vegane Ernährung schon ein bisschen gesünder als eine mit Tierprodukten.

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Ernährung

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Anna aus dem Streetteam München

Wir stellen euch unsere Streetteamer vor. Diesmal mit Anna, 19, die das Münchener Streetteam leitet.

Seit wann bist du dabei?

Im Streetteam bin ich seit Herbst letzten Jahres, und die Leitung habe ich jetzt im März übernommen.

Warum hast du dich entschieden, ins Streetteam einzusteigen?

Irgendwann war es für mich nicht mehr genug, „nur“ vegan zu leben. Ich wollte mehr machen, und dafür war das Streetteam perfekt.

Gibt es ein bestimmtes Tierrechtsthema, das dir besonders am Herzen liegt?

Ja, Pelz. Das heißt aber nicht, dass ich andere Themen als weniger wichtig empfinde. Ganz im Gegenteil, alle Themen werden gleich ernstgenommen.

Was machst du mit dem Streetteam am liebsten?

Sehr viel Spaß machen unsere Umweltaktionen, weil uns die Passanten da meist aufgeschlossener gegenüberstehen und mehr Interesse zeigen. Dadurch bilden sich dann auch bessere Gespräche und Diskussionen. Außerdem machen mir Anti-Zirkus-Demos immer viel Spaß, weil man da mal richtig laut sein kann.

Hast du einen Tipp für Leute, die selbst für Tierrechte aktiv werden wollen?

Vegan ist ein wichtiger Schritt, denn dadurch wird man ja gewissermaßen auch schon aktiv.  Dann gibt es online beispielsweise immer viele Petitionen, die man unterschreiben kann; wer dann noch mehr machen möchte, kann natürlich gerne in eines unserer Streetteams kommen, wir freuen uns immer sehr über neue motivierte Menschen! Habt keine Scheu, wir beißen nicht, ganz im Gegenteil: Ich habe sehr viele neue Freunde durch den Aktivismus bekommen.

Ihr habt auch Lust, euch gemeinsam mit anderen Leuten vor Ort für Tierrechte einzusetzen? Kommt in unser Streetteam!