Exotische Tiere sind keine Haustiere

Auch wenn sie noch so interessant oder niedlich sind: Wir erklären, warum Schlangen, Schildkröten und Echsen nicht ins Haus gehören.

Die Haltung

Anders als beispielsweise Hunde oder Katzen sind exotische Tiere nicht domestiziert, also nicht an das Leben in Häusern und mit Menschen gewöhnt. Schildkröten, Bartagamen, Skorpione, Frösche und Schlangen sind Wildtiere, die in der Freiheit oft ihr ganzes Leben lang keinen Menschen begegnen würden. Deshalb ist es für sie meist schon stressig, Menschen zu sehen, geschweige denn, von ihnen berührt zu werden.

Auch umgekehrt ist es für Menschen ziemlich schwierig, zum Beispiel einer Spinne oder einem Leguan anzusehen, ob sie sich wohlfühlen, Angst haben oder vielleicht sogar krank sind. Viele exotische Tiere sterben früh, weil ihre Halter sie nicht rechtzeitig behandeln lassen oder es keine Tierärzte in der Nähe gibt, die sich mit ihnen auskennen.

Nicht nur für die Tiere bedeutet es Stress und Gefahr, mit Menschen zusammenzuleben. Auch für Menschen können exotische Tiere wie giftige Spinnen oder Würgeschlangen gefährlich werden. Dazu kommt, dass ungefähr 90 Prozent aller in Gefangenschaft gehaltenen Reptilien Salmonellose-Erreger in sich tragen, die den Tieren nichts ausmachen, für Menschen aber hochgefährlich sein können.

Ein exotisches Tier artgerecht zu halten ist ein Widerspruch in sich, weil Wildtiere nur in Freiheit artgerecht leben können. Oft stimmen nicht einmal grundsätzliche Bedingungen wie die Temperatur oder die Luftfeuchtigkeit. Und selbst wenn Halter sich Mühe geben, diese Faktoren an die im Herkunftsland der Tiere anzupassen, können Glaswände und Mauern nie das Leben draußen ersetzen.

Der Handel

Jedes Jahr werden rund 600.000 Reptilien nach Deutschland importiert – unter ihnen noch immer viele Wildfänge. Andere werden in Massenzuchtanlagen von Großhändlern im Ausland „produziert“. Die Tiere werden dann wie Ware – zum Beispiel in engen Plastikboxen – verschickt und über lange Distanzen transportiert. Viele Tiere überleben diese Tortur nicht.

Tiere, die es „geschafft“ haben,  bleiben oft auch nach ihrer Ankunft bei deutschen Großhändlern in winzigen Behältnissen eingesperrt, damit sie die Händler bis zum Verkauf möglichst wenig kosten. Das gleiche gilt für die in Deutschland nachgezüchteten Tiere. Im nächsten Schritt werden die Tiere dann auf Tierbörsen, über Zoohändler, Baumärkte oder sogar über das Internet verkauft. Die Haltungsbedingungen sorgen für psychischen Stress und extreme körperliche Belastungen, die in vielen Fällen zum Tod führen. Sterberaten von bis zu 70 Prozent werden in der Zoohandelsbranche bereits einkalkuliert.

Der internationale Handel mit Tieren sorgt außerdem dafür, dass weltweit Ökosysteme durcheinandergeraten. Es ist meist schwer, eine Tierart unter Artenschutz zu stellen, und selbst wenn Tiere unter Schutz stehen, werden sie oft trotzdem aus ihrem eigentlichen Lebensraum gerissen und ins Ausland verkauft. Das schadet nicht nur dem Ökosystem in ihrem Heimatland, sondern auch dem im Ankunftsland, wenn „eingeschleppte“ Tierarten sich ohne natürlich Fressfeinde unkontrolliert ausbreiten und heimische Arten bedrohen.

Sich ein Tier ins Haus zu holen sollte immer gut überlegt sein. Bei exotischen Tieren ist es fast nie eine gute Idee. Wer die nötige Fachkenntnis und die Möglichkeit hat, einem exotischen Tier ein gutes Zuhause zu bieten, adoptiert ein heimatloses Tier aus einer Auffangstation oder einem Tierheim. Sonst hilft das weder den Tieren noch den Menschen.

Haustiere

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12 Dinge die ihr tun könnt, wenn euer Hund oder eure Katze weggelaufen ist

Euer Vierbeiner ist weg? Befolgt unsere Tipps und bewahrt einen kühlen Kopf.

Platziert jemanden am Ort des Verschwindens und lauft typische Orte ab

Oft kommen die Tiere zum Ort des Verschwindens zurück. Stellt also am besten eine Person dort auf. Häufig laufen Tiere auch zu ihnen bekannten Orten, zum Beispiel zu Freunden in der Nähe, die ihr regelmäßig besucht.

Sprecht Menschen in der direkten Umgebung an

Sprecht Leute an, die ihr bei der Suche trefft und bittet sie, die Polizei oder das Tierheim zu informieren oder euer Tier dort abzugeben, falls sie es sehen oder einfangen können.

Versucht euren Vierbeiner anzulocken

Ruft nach eurem Tier und versucht es mit bekannten Geräuschen – wie Pfiffen oder das Klappern mit der vertrauten Futterschale – anzulocken.

Bittet Freunde und Familie um Hilfe

Genau jetzt braucht ihr Unterstützung. Fragt eure Familie und Freunde, ob sie euch unterstützen und helfen können.

Informiert die Polizei oder das Ordnungsamt

Ruft die Polizei an und meldet euren Hund als vermisst. Häufig ist die Polizei die erste Anlaufstelle, wenn jemand einen Hund oder eine Katze „findet“. Sollte das entlaufene Tier gechippt oder tätowiert sein, haltet die Chipnummer bereit.

Informiert die Tierheime in der Umgebung

Ruft regelmäßig bei den nahegelegenen Tierheimen und Auffangstationen in der Umgebung an. Haltet auch hier die entsprechende Nummer bereit, sollte das entlaufene Tier gechippt oder tätowiert sein.

Informiert Tierärzte und Tierkliniken

Immer wieder werden Fundtiere auch zum Tierarzt gebracht. Tierärzte haben in der Regel ein Chiplesegerät und können so häufig schon den passenden Menschen ausfindig machen, sofern ihr der Freigabe der Daten zugestimmt habt. Wenn ihr bereits angerufen und eure Nummer hinterlassen habt, kann sich dieser aber auch direkt bei euch melden. Außerdem erkundigen sich viele Tierärzte bei den einschlägigen Haustierregistern.

Informiert Tasso und andere Haustierregister

Sollte das Tier bei Tasso e.V. oder in einem anderen Register registriert sein, meldet das Tier dort so schnell wie möglich als vermisst. Das geht 24/7!

Hängt Suchzettel auf

Dort wo der Hund verschwunden ist und auch dort wo ihr häufig unterwegs seid, solltet ihr auf jeden Fall Suchzettel aufhängen. Tasso e.V. Achtet dabei darauf, dass euer Tier auf dem Bild gut erkennbar ist und gebt Kontaktmöglichkeiten an. Außerdem solltet ihr beschreiben, wie sich die Personen dem Tier gegenüber verhalten sollen. Ist euer Hund z. B. besonders ängstlich? Hilfreich sind die Suchplakate von Tasso e.V.

Nutzt Facebook

Postet einen Suchaufruf auf eurer Facebook-Seite und macht ihn öffentlich sichtbar, damit auch Freunde und deren Freunde diesen Post teilen können. Ruft eure Freunde auch aktiv dazu auf diesen Post zu teilen. Beachtet hier die gleichen Punkte wie beim Punkt „Hängt Suchzettel auf“. Den Link zu diesem Post solltet ihr dann auch auf regionalen Seiten für vermisste Hunde und Katzen teilen. Wenn ihr Bedenken wegen des Datenschutzes habt, dann lasst die Seiten selbst die Vermisstmeldung schreiben und stellt ihnen alle Informationen zur Verfügung.

Durchsucht die Nachbarschaft, wie ihr es noch nie getan habt

Und das heißt: Redet mit allen. Postboten, Menschen mit anderen Hunden und Nachbarn. Es passiert zum Beispiel immer wieder, dass Katzen aus Versehen im Keller oder der Garage  vom Nachbarn eingeschlossen werden. Benutzt zum Suchen eine Taschenlampe, um enge Verstecke zu durchleuchten, zum Beispiel unter geparkten Autos oder in Rohren.

Gebt nicht auf

Auch wenn es sich wie Jahre anfühlt, Tiere tauchen oft nach kurzer Zeit wieder auf. Aber selbst wenn dies bei euch nicht der Fall sein sollte, gebt nicht auf. Euer Freund will auch zurück zu euch. Wir drücken euch alle Daumen, dass ihr bald wieder zueinander findet.