Warum lieben wir Hunde und essen Schweine?

Dass wir manche Tiere als Freunde sehen und andere als Fleisch, hat keine logischen Gründe, sondern mit einem Glaubenssystem zu tun.

Die Psychologin Melanie Joy hat dafür den Begriff Karnismus geprägt. Was sie damit meint, ist ganz einfach: Wir sortieren Tiere in „essbar“ und „nicht essbar“. Und die „essbaren“ sehen wir nicht mehr als Tiere, sondern als Fleisch. Das funktioniert, weil wir sie versachlichen (also schon lebend wie Objekte behandeln, die maschinell aufgezogen, transportiert und getötet werden) und entindividualisieren (also nicht an einzelne Lebewesen mit einer Persönlichkeit und Gefühlen denken, sondern an eine anonyme Masse).

Warum lieben wir Hunde...

Die meisten Menschen essen kein Fleisch von Tieren, die sie zu Lebzeiten kannten oder zu denen sie eine Bindung hatten. Solange man aber nicht darüber nachdenken muss, dass das Schnitzel auf dem Teller mal ein Tier war, solange es keinen Namen hatte und man es nie gesehen hat, wird es einfacher, es zu essen.

Dabei sind die Regeln, nach denen Tiere in Freunde und Fleisch eingeteilt werden, sehr willkürlich. Zu niedliche Tiere will niemand essen, zu hässliche Tiere aber auch nicht. Dass Schweine intelligenter sind als Hunde und mindestens so treue Begleiter, blenden die meisten Menschen lieber aus. Und während Kühe in manchen Kulturen ganz selbstverständlich als Nutztiere gelten, sind sie in anderen heilig.

...und essen Schweine?

Auf Argumenten basiert der Karnismus also nicht. Stattdessen rechtfertig er sich mit den drei „N“: Menschen glauben, Fleisch zu essen, wäre normal, natürlich und notwendig. Bei genauerer Betrachtung stimmt das natürlich nicht, schließlich sind Normen von Menschen gemacht und veränderbar, hat die Menschheit spätestens mit der Entdeckung des Feuers alle Natürlichkeit abgelegt und braucht niemand Tierprodukte, um gesund zu bleiben. Wer das einmal verstanden hat, merkt auch, dass das vegane Leben die logischste Konsequenz ist.

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Ernährung

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8 Gründe, nicht vegan zu werden

Vegan zu leben ist zwar angesagt, aber nicht für jeden. Wer sich in einem dieser 8 Punkte wiederfindet, sollte sich das mit dem Veganwerden nochmal überlegen.

01 Ihr steht auf Tierquälerei

Jemanden anzuheuern, um ein Tier in einen winzigen Käfig zu zwängen, so dass es sich kaum bewegen kann, und ihm dann ohne Narkose oder Schmerzmittel die Hoden zu entfernen, klingt für euch nach einer Menge Spaß? Dann solltet ihr lieber nicht vegan werden.

02 Ihr hasst die Umwelt

Laut den Vereinten Nationen ist die Erzeugung tierischer Produkte einer der Hauptverursacher von Umweltproblemen. Die Tierwirtschaft ist in hohem Maße mitverantwortlich für den Klimawandel und macht den größten Anteil der von Menschen verursachten Treibhausgase aus. Wer die Umwelt also hasst, zerstört sie am besten durch den Konsum von Fleisch, Milch und Eiern.

03 Ihr seid Löwen

Euch läuft der Speichel im Mund zusammen, während ihr eurer Beute hinterherjagt? Sobald ihr sie erwischt habt, zerfetzt ihr sie mit euren Reißzähnen und verspeist gleich vor Ort das rohe Fleisch? Dann ist das vegane Leben eher nichts für euch.

04 Welthunger interessiert euch nicht

Um ein Kilo Fleisch zu produzieren, braucht man bis zu 16 Kilo Getreide. Das ist ungefähr so, als würde man sieben Kilo Spaghetti kochen, aber nur 500 Gramm davon essen und den Rest wegwerfen. Wer Verschwendung okay findet, sollte lieber nicht vegan werden.

05 Ihr betreibt eine Tierfabrik oder ein Schlachthaus

Klar, wenn ihr Tiere züchtet oder schlachtet, dann geht es dabei natürlich um finanzielle Interessen. Solange der Profit stimmt, ist es egal, dass dafür Tiere leiden und sterben. Mit dieser Einstellung ist ein veganes Leben nichts für euch.

06 Für euch gilt das Recht des Stärkeren

Ihr findet es moralisch in Ordnung, andere zu misshandeln, weil sie schwächer sind als ihr? Dann Finger weg vom veganen Leben!

07 Ihr seid Kälber

Kühe produzieren genau wie Menschen nur aus einem Grund Milch: als Nahrung für ihr Neugeborenes. Kuhmilch ist also genau so konzipiert, dass winzige Kälbchen damit schnellstmöglich zu großen Rindern heranwachsen, die bis zu 1.200 Kilo schwer werden. Wenn ihr also vorhabt, ein kräftiges Rind zu werden, solltet ihr weiter Kuhmilch trinken.

08 Eure Gesundheit ist euch egal

Studien belegen, dass sowohl Fleisch als auch tierische Fette aus Milch und Käse gesundheitliche Schäden hervorrufen können. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Übergewicht und Diabetes sind für euch bloß Hirngespinste? Dann macht lieber einen großen Bogen ums vegane Leben.