Zirkus Roncalli ist endlich tierfrei

Geht doch: Nach Wildtieren wie Tigern und Löwen nimmt Zirkus Roncalli auf Publikumswunsch jetzt auch Pferde aus dem Programm.

Dass eine Zirkusshow auch ohne Elefanten, Löwen, Tiger und sonstige Wildtiere funktioniert, weiß Zirkus Roncalli schon länger. Schließlich sind menschliche Akrobaten und Clowns dann doch beeindruckender als Tiere, die mit Schlägen und psychischen Tricks zu Kunststücken gezwungen werden. Nur an den Pferden in der Manege hat der Zirkus noch festgehalten – bis jetzt.

„Der Zirkus ist immer mit der Zeit gegangen und hat als Kulturträger stets entscheidende Trends gesetzt“, sagt Direktor Bernhard Paul der Bild-Zeitung. „Jetzt ist es bei Roncalli wieder einmal so weit.“ Dem können wir nur zustimmen: Zirkus ist ohne gequälte Tiere viel schöner.

Ihr wollt dafür sorgen, dass auch andere Zirkusse aufhören, Tiere zu halten? Kommt ins Streetteam!

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Weil es gar nicht so lustig ist.
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Geht es Tieren im Zoo nicht besser als in der Wildnis?

Ein gemütliches Gehege, immer genug Futter und niemand da, der einen jagt. Klingt, als hätten Tiere es im Zoo viel besser als in der Freiheit. Oder?

Theoretisch klingt die Wildnis erst mal ganz schön anstrengend. Tiere, die in der Wüste, im Dschungel oder in den Wäldern leben, müssen sich immer wieder aufs Neue Essen und einen Schlafplatz suchen, sich mit Konkurrenten anlegen und vor Fressfeinden fliehen. Für die meisten Menschen wäre das nichts. Ein Leben im Zoo scheint ihnen dagegen ziemlich angenehm, schließlich bekommen die Tiere da alles gestellt und niemand will ihnen an den Kragen. Allerdings geht diese Logik nicht auf.

Denn für Tiere ist das Leben in Freiheit nicht schwierig, sondern normal. Ganz anders als das Leben im Zoo, das für sie jede Menge Stress bedeutet. Die Gehege und Käfige sind für sie nicht gemütlich, sondern engen sie extrem ein. Eisbären zum Beispiel werden im Zoo meist auf einer Fläche eingepfercht, die nur einen millionsten Teil der Fläche ausmacht, die ihrem natürlichen Aktionsradius in der Wildnis entspricht. Elefanten, die in der Natur bis zu 80 Kilometer am Tag wandern, und Schimpansen, die in Waldgebieten von bis zu 50 Quadratkilometern leben, sperrt man im Zoo auf engstem Raum ein. Und auch die übrigen Lebensbedingungen im Zoo entsprechen oft nicht denen, die die Tiere eigentlich brauchen. Für viele ist es zu warm oder zu kalt, sie langweilen sich extrem oder entwickeln Angst vor den Besuchern, und sie können sich nicht einmal ihre Partner selbst aussuchen, sondern werden gezwungen, mit ihren Geschwistern Nachwuchs zu zeugen.

Viele Tiere im Zoo leiden so unter dem Leben im Zoo, dass sie Verhaltensstörungen entwickeln. Sie laufen am Gitter auf und ab, gehen ständig im Kreis, bewegen rhythmisch Kopf und Körper hin und her, werden extrem passiv, verstümmeln sich selbst, zeigen sexuelle Hyperaktivität oder übertriebene Aggressivität und Körperpflege. Die Zoos stellen die Tiere dann oft mit Psychopharmaka ruhig.

Es stimmt nicht mal, dass Tiere im Zoo länger leben als in der Freiheit. Elefanten etwa werden durchschnittlich im Zoo nur ein Drittel so alt wie in der Natur. Die meisten Zoos züchten auch mehr Tiere, als sie unterbringen können, und verkaufen ältere Tiere dann an Tierhändler oder bringen sie selbst um, damit Platz für Tierbabys ist. Für den Artenschutz tun Zoos sowieso nichts. Denn 85 Prozent der Tierarten im Zoo sind überhaupt nicht vom Aussterben bedroht.

Und was ist mit Delfinarien? Auch keine gute Idee, absolut nicht.