Wie PETA den Tieren in der Ukraine hilft & was ihr tun könnt

PETA setzt sich für die Tiere in den ukrainischen Kriegsgebieten ein. Erfahrt hier mehr darüber und wie ihr den Tieren helfen könnt.

09.Mrz 2022

So helfen PETA und andere Tierschutzorganisationen Tieren und Menschen in der Ukraine

Seit am 24. Februar 2022 der russische Angriffskrieg auf die Ukraine begonnen hat, spitzt sich die Lage vor Ort immer weiter zu: Ukrainische Städte werden bombardiert und Hunderttausende Menschen fliehen vor den Angriffen. [1] Unzählige tierische Mitbewohner und andere Tiere bleiben oftmals zurück und sind sich selbst überlassen.

Ein Team von PETA Deutschland ist so schnell wie möglich in die polnisch-ukrainische Grenzregion gereist, um vor Ort Hilfe zu leisten.

PETA Mitarbeiterin mit Katze im Arm an der Grenze zur Ukraine

Erste Hilfsaktionen bereits in den ersten Tagen nach Kriegsbeginn: Nahrung, Unterstützung und medizinische Versorgung

Kurz nach den Bombenangriffen Russlands auf die Ukraine machten sich zahlreiche humanitäre und auch Tierschutzorganisationen auf den Weg an die ukrainischen Grenzen, um Menschen und Tiere in Not zu versorgen – darunter auch ein Team von PETA Deutschland, das bereits am 25. Februar 2022 an die polnische Grenze gereist ist, um dort vor Ort Hilfe zu leisten.

  • Gleich nach der Ankunft an der polnischen Grenze sicherte unser Team die Katze einer Halterin, die das Tier über 60 Kilometer aus dem Kriegsgebiet getragen hatte. Gemeinsam mit anderen Organisationen kümmerten sich unsere Mitarbeiter:innen um die beiden.
  • Hunderte geschwächte und verletzte Menschen mit und ohne „Haustiere“ sind bereits in den ersten Tagen in Polen angekommen. Viele Menschen haben sich wegen der zahlreichen kilometerlangen Staus dazu entschieden, ihre Autos zu verlassen und zu Fuß in Richtung Polen, Rumänien und Ungarn zu laufen.
  • Unser Team reagierte außerdem auf einen Hilferuf, indem es mehrere Hunde versorgt hat, die zusammen mit ihren Menschen die Grenze überquert haben und dringend versorgt werden mussten. Alle Menschen und Tiere waren offensichtlich entkräftet und verängstigt.

Anfang März ist nach intensiver Planung und Organisation ein Transporter mit 20.000 Kilo Tiernahrung von PETA Deutschland in der Ukraine angekommen. Nur wenige Tage darauf konnten bereits weitere 20 Tonnen Nahrung für Tiere in die Ukraine gebracht werden, um dort von einem Netzwerk an bedürftige Einrichtungen und Menschen mit Tieren in Not weiterverteilt zu werden. Wir geben zusammen mit ukrainischen Tierschützer:innen alles, um so vielen Tieren wie möglich zu helfen.

Eine riskante Aktion ist am 8. März gestartet: Diesmal sollen 20 Tonnen Nahrung in die ukrainische Stadt Odessa geliefert werden – eine große Herausforderung für den Transport. Dort hungern die Tiere bereits seit Tagen – die ansässigen Tierschützer:innen sind verzweifelt: Bisher hat es keine Hilfe in diese gefährliche Gegend in der Nähe der rumänischen Grenze geschafft. Unser Transport erfüllt alle Voraussetzungen, ist beispielsweise mit allen offiziellen Papieren ausgestattet, die für die Reise dorthin notwendig sind und offiziell als Hilfstransport registriert.

Über 170 Tiere konnten aus der Ukraine bereits in Sicherheit gebracht werden – gesunde Tiere wurden kastriert, andere Tiere erholen sich von dem Stress der vergangenen Tage. Alle Tiere sind an einem sicheren Ort, werden liebevoll medizinisch versorgt, bekommen Zuwendung – dort bleiben sie, bis ihr neues Leben richtig beginnen kann.

Frau kuemmert sich um gerettete Katzen

PETA vermittelt keine Tiere – wer sich nach umfassendem Überlegen dazu entscheidet, ein Tier zu adoptieren, kann seinen lokalen Tierschutzverein oder eine seriöse Organisation kontaktieren.

Wenn ihr immer auf dem aktuellsten Stand bleiben wollt, findet ihr die regelmäßig aktualisierte Übersicht aller wichtigen Infos zu unserem Einsatz in der Ukraine auf der Website von PETA Deutschland.

Verletzte und zurückgelassene Tiere brauchen weiterhin Hilfe

  • Immer wieder wird berichtet, dass Tierheime wie das Ghostomel Tierheim bombardiert werden. Dabei sterben viele Tiere einen grausamen Tod oder werden schwer verletzt.
  • Unzählige Tiere sind außerdem auf sich allein gestellt, denn fliehende Menschen lassen ihre Tiere auch oftmals im Stich.

In der Ukraine schließen immer mehr Geschäfte, es ist kaum noch möglich, überlebenswichtige Produkte für Tiere und Menschen zu kaufen. Wir setzen uns gemeinsam mit unseren internationalen Partnerorganisationen weiterhin dafür ein, dass Tiernahrung in die Ukraine geliefert wird – damit möglichst viele Tiere etwas zu essen bekommen.

Gerettete Katze im Kaefig

Nachdem PETA und andere Tierschützer:innen eindringlich die EU darum gebeten haben, die Einreisebestimmungen für Fliehende mit ihren Tieren zu lockern, kam die EU dieser Bitte nach. Mittlerweile haben fast alle Länder in der EU temporäre Vereinfachungen bekanntgegeben. Auf Drängen von PETA weltweit haben auch die mexikanische und indische Regierung die restriktiven Einreisebestimmungen für Tiere aus der Ukraine vorläufig aufgehoben. Damit wird es Tierschützer:innen erheblich erleichtert, Tiere in Sicherheit zu bringen.

So könnt ihr Menschen und Tieren in der Ukraine helfen

Selbst Hilfsorganisationen können teilweise nicht ungehindert in die Ukraine einreisen. Daher raten wir Privatpersonen dringend ab, in die Grenzgebiete zu fahren! Die Lage vor Ort ist unübersichtlich. Menschen, die spontan und ziellos in die Gebiete fahren, sorgen eher für zusätzliches Chaos, als dass sie Hilfe leisten.

Wenn ihr unsere Hilfsaktionen an der ukrainischen Grenze unterstützen möchtet, könnt ihr das unter folgendem Spenden-Link über PETAs „Global Compassion Fund“ tun:

Unterhaltung

Weil es gar nicht so lustig ist.
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Go Vegan!

Marlene vom Streetteam Tübingen

Wir stellen euch unsere Streetteamer:innen vor – diesmal Marlene, 23, die das Streetteam Tübingen leitet.

09.Mrz 2022

Seit wann bist du dabei?

Seit Juni 2016

Warum hast du dich entschieden, ins Streetteam einzusteigen?

Wenn man Veränderungen herbeiführen und Ungerechtigkeiten aus der Welt schaffen will, kann man nicht nur warten, bis was passiert – man muss auch was dafür tun! Deshalb bin ich im Streetteam aktiv, informiere Menschen und zeige, welchen Einfluss wir mit unseren Konsumentscheidungen auf die Tiere und unseren Planeten haben. Außerdem macht es auch einfach Spaß, mit Gleichgesinnten Demos zu organisieren und sich für Tierrechte einzusetzen.

Gibt es ein bestimmtes Tierrechtsthema, das dir besonders am Herzen liegt?

Natürlich sind jegliche Formen von Tierrechten wichtig. Besonders wichtig sind mir allerdings die sogenannten „Nutztiere“ in der Ernährungsindustrie. Ich denke, allen Menschen ist klar, dass Tiere für die Produktion von Fleisch leiden und sterben müssen, doch spätestens bei der nächsten Mahlzeit ist das oft vergessen. Vor allem Kühe in der Milchindustrie werden enorm ausgebeutet. Ich möchte, dass die Menschen über ihren Tellerrand hinaussehen und nicht nur bei niedlichen Pandababys erkennen, dass Tiere leben wollen und Tierquälerei grundsätzlich falsch ist.

Was machst du mit dem Streetteam am liebsten?

Am liebsten grille ich einen „Hund“ direkt in der Innenstadt. Das erschreckt auf den ersten Blick schon, ist aber ein super Denkanstoß, warum es scheinbar okay ist, bestimmte Tiere zu töten und andere nicht, weil sie süß und kuschelig sind (das sind andere Tiere nämlich auch). Außerdem informiere ich gerne, z. B. mit einem Klimateller, über die Auswirkungen tierischer Produkte auf unseren Planeten, da dieses Thema meiner Meinung nach oft zu kurz kommt. Eine Prise Kunstblut bei einer Aktion rundet das Bild dann noch ab. Und natürlich darf auch unser Megafon niemals fehlen.

Hast du einen Tipp für Leute, die selbst für Tierrechte aktiv werden wollen?

Es gibt immer mehr Menschen, die sich für die Tiere stark machen wollen. Über Social Media werden viele Aktionen geteilt, schaut doch einfach mal vorbei und macht mit. Schließt euch zusammen, stellt gemeinsam was auf die Beine, unterstützt euch gegenseitig, sucht euch ein Streetteam in der Nähe (das in Tübingen ist supercool 😉) und das Wichtigste: Niemals aufgeben!

Ihr habt auch Lust, euch gemeinsam mit anderen Leuten vor Ort für Tierrechte einzusetzen? Kommt in unser Streetteam!