Antibiotikaresistente Keime: Das solltet ihr wissen

Was sind eigentlich antibiotikaresistente Keime, wie werden sie aufgenommen und weshalb sind sie so gefährlich? Erfahrt hier mehr dazu!

02. Feb 2021

Antibiotika werden seit vielen Jahren bei Menschen und Tieren zur Bekämpfung bakterieller Erreger eingesetzt. Mit der Entdeckung seiner Wirkung brachte das Medikament Organismen, die an einer bakteriellen Krankheit litten, die Chance auf Heilung. Gleichzeitig jedoch bildet bei einer zu häufigen Aufnahme von Antibiotika sowohl der menschliche als auch der Organismus anderer Lebewesen sogenannte Resistenzen – also eine Widerstandsfähigkeit, wenn antibiotisch wirksame Mittel zu oft verabreicht werden.

Tonnenweise Einsatz von Antibiotika in landwirtschaftlicher Industrie

Allein in Deutschland werden jährlich mehrere hunderte Tonnen Antibiotika – hiervon viele Tonnen bei Tieren in der landwirtschaftlichen Industrie – in der Tiermedizin verabreicht. Dabei werden nicht nur einzelne Tiere gegen bei ihnen identifizierte Erreger behandelt, sondern teilweise prophylaktisch die gesamte Gruppe, auch wenn nur einzelne Tiere erkrankt sind.

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Was sind Reserveantibiotika?

Unter den Antibiotika, die an Tiere in der Landwirtschaft vergeben werden, befinden sich auch Präparate, die in der Humanmedizin angewendet werden und sogar solche, die für den Menschen sogenannte Reserveantibiotika darstellen – also jene Antibiotika, die die letzte Rettung sein sollen, wenn andere Präparate zuvor aufgrund von Resistenzbildungen schon unwirksam waren.

Die unsachgemäße Gabe von Antibiotika ist gefährlich

Die Antibiotikaresistenz führt dazu, dass Tausende Menschen jedes Jahr an relativ einfachen bakteriellen Erkrankungen sterben, die normalerweise unkompliziert behandelt werden können.  So sterben in der EU jährlich über 30.000 Menschen aufgrund resistenter Keime [1]. Die eigentliche Gefahr geht von den Keimen aus, denn durch die häufige und nicht immer fachgerechte Gabe mutieren sie und werden somit resistent gegen antibiotisch wirksame Substanzen.

Resistenzen in der Umwelt

Das Problem dehnt sich jedoch noch weiter aus und kann im schlimmsten Fall unkontrollierbar werden, wenn man bedenkt, dass auch in den Ausscheidungen der Tiere, der späteren Gülle, resistente Keime zu finden sind und damit unsere Felder gedüngt werden. Laut einer Studie, die im Jahr 2019 durchgeführt wurde, enthalten zwölf von 15 untersuchten Proben multiresistente Keime, davon wiesen zehn der zwölf Antibiotika-Wirkstoffe auf [2].

Was ihr dagegen tun könnt

Verzichtet auf den Konsum tierischer Produkte wie Milch, Eier und Fleisch. Wer vegan lebt, nimmt keine keimbelasteten Tierprodukte zu sich – und es gibt keine bessere Möglichkeit, den Tieren, der Umwelt und dem eigenen Körper Gutes zu tun.

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[1] Robert Koch Institut: Neue Zahlen zu Krankheitslast und Todesfällen durch antibiotikaresistente Erreger in Europa, https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Antibiotikaresistenz/Uebersichtsbeitraege/AMR_Europa.html, (eingesehen am 28.01.2021)

[2] Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (2020): Tiermedizin: Antibiotikaabgabe sinkt erneut, https://www.bmel.de/SharedDocs/Meldungen/DE/Tiere/abgabe-antibiotika.html;jsessionid=7199800C32F2DEB39189BACBFC766E53.internet2842, (eingesehen am 28.01.2021)

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Für Pflanzenmilch zahlen wir mehr Steuern als für Kuhmilch. Klingt unfair? Ist es auch. Das könnt ihr dagegen tun!

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In einigen Ländern zahlt man eine erhöhte Mehrwertsteuer auf Produkte, die negative Auswirkungen auf die Gesellschaft haben. Frankreich hat beispielsweise eine Steuer auf Zucker und Süßungsmittel in Softdrinks eingeführt, und Dänemark erhebt eine Steuer auf Nahrungsmittel mit einem hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren. In Deutschland ist es andersherum: Pflanzliche Lebensmittel wie Soja- oder Hafermilch fallen unter "verarbeitete Lebensmittel" und werden deshalb mit 19 statt 7 Prozent besteuert.

Dabei ist längst bekannt, dass tierische Produkte nicht nur Millionen Tiere das Leben kosten, sondern außerdem für die große Ressourcenverschwendung, die Umweltzerstörung, den Klimawandel und einige ernährungsmitbedingte Krankheiten verantwortlich sind. Statt Käufern die Entscheidung für pflanzliche Lebensmittel leichter zu machen, schlägt sich die Politik aber immer noch auf die Seite der Fleisch- und Milchlobby und sorgt dafür, dass wir beispielsweise für Kuhmilch weniger Steuern zahlen müssen als für Hafermilch. Den eigentlichen Preis zahlen am Ende die Tiere, die Umwelt und die Menschen.

Das könnt ihr dagegen tun

Indem ihr weiter pflanzliche Milchalternativen kauft, seid ihr schon auf dem richtigen Weg. Denn so beeinflusst ihr aktiv Angebot und Nachfrage auf dem Markt. Auf lange Sicht und je mehr Menschen mitmachen, setzt das ein klares Zeichen. Schon jetzt merkt die Milchindustrie, dass sie mit ihrem ausbeuterischen System auf immer größer werdende Gegenwehr in der Bevölkerung stößt. Noch unterstützt das die Politik durch unfaire Bevorzugung. Das könnt ihr beeinflussen, indem ihr wählen geht: Gebt tierfreundlichen Politikern und Parteien eure nächste Stimme und informiert euch vorab über solche, die nur die Interessen der Tierwirtschaft voranbringen wollen, denen das Tierwohl aber egal ist. Oder ihr schreibt eine höfliche Nachricht an eure regionale Verbraucherzentrale, dass ihr die Besteuerung nicht nachvollziehen könnt – je mehr Menschen mitmachen, desto höher wächst der Druck auf die Behörden.

Ihr wollt nicht so lange warten? Dann macht euch eure Pflanzenmilch doch einfach selbst! Der Haselnussdrink ist z. B. gar nicht schwierig und superlecker.