7 Gründe, warum Wolle gar nicht geht

Was so falsch daran sein soll, Wolle zu tragen (außer dass sie kratzt wie Hölle)? Wir haben die 7 wichtigsten Gründe gesammelt.

Foto: PETA USA
01.Apr 2016

01 Massenhaltung

Die Wollindustrie pfercht Schafe in überfüllte Ställe, wo sie sich kaum bewegen können und unter permanentem Stress stehen. Viele Tiere verletzen sich und sterben.

02 Verstümmelungen

Wenige Tage nach ihrer Geburt werden den Lämmern die Ohren durchlöchert, die Schwänze abgeschnitten und die männlichen Lämmer werden kastriert. Das alles passiert ohne Betäubung oder Schmerzmittel.

Foto: PETA USA

03 Vernachlässigung

In der australischen Wollindustrie gilt es als normal, dass jährlich etwa 15 Millionen Lämmer sterben. Für die Züchter lohnt es sich finanziell nicht, den Tieren genug Futter, Schutz und medizinische Versorgung zukommen zu lassen; stattdessen nehmen sie lieber ihren Tod in Kauf.

Foto: Jo-Anne McArthur

04 Überzüchtung

Um möglichst viel verkaufen zu können, züchtet die Industrie den Schafen viel mehr Wolle an, als ihnen von Natur aus wachsen würde. In heißen Sommermonaten sterben deshalb viele Tiere an Hitzeschäden, während andere in den kälteren Jahreszeiten zu früh geschoren werden und erfrieren.

Foto: PETA USA

05 Mulesing

Damit sich in der dichten Wolle keine Fliegenlarven einnisten, schneiden australische Züchter den jungen Merinolämmern große Stücke Haut und Fleisch vom Hinterteil. Betäubungs- oder Schmerzmittel bekommen die Tiere nicht.

Foto: PETA USA

06 Schur

Das Scheren läuft nicht friedlich ab, sondern meist unter Zeitdruck und ohne Rücksicht auf die Tiere. Viele Schafe erleiden dabei Schnittwunden, oder ihnen werden ganze Körperteile wie Euter, Ohren oder Penis abgeschnitten. Wenn die Tiere nicht stillhalten, schlagen Scherer sie oft, bis sie bluten.

07 Lebendexport

Wenn ein Schaf nicht mehr genug Wolle produziert, wird es verkauft. Der Weg zum Schlachter führt meist aus Australien bis in die Türkei, nach Ägypten oder in den Nahen Osten. Drei Millionen Schafe werden jährlich auf mehrstöckige Lebendexport-Schiffe gequetscht, wo es heiß ist, die Tiere nicht genug zu essen und trinken bekommen und sich Seuchen ausbreiten. Zehntausende von ihnen sterben schon unterwegs und werden meist einfach über Bord geworfen. Für die anderen wartet am Ende der Reise das Schlachthaus.

#GO VEGAN

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So geht es in der Wollindustrie zu

Bekleidung

Weil niemand eine zweite Haut braucht
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Warum lieben wir Hunde und essen Schweine?

Dass wir manche Tiere als Freunde sehen und andere als Fleisch, hat keine logischen Gründe, sondern mit einem Glaubenssystem zu tun.

01.Apr 2016

Die Psychologin Melanie Joy hat dafür den Begriff Karnismus geprägt. Was sie damit meint, ist ganz einfach: Wir sortieren Tiere in „essbar“ und „nicht essbar“. Und die „essbaren“ sehen wir nicht mehr als Tiere, sondern als Fleisch. Das funktioniert, weil wir sie versachlichen (also schon lebend wie Objekte behandeln, die maschinell aufgezogen, transportiert und getötet werden) und entindividualisieren (also nicht an einzelne Lebewesen mit einer Persönlichkeit und Gefühlen denken, sondern an eine anonyme Masse).

Warum lieben wir Hunde…

Die meisten Menschen essen kein Fleisch von Tieren, die sie zu Lebzeiten kannten oder zu denen sie eine Bindung hatten. Solange man aber nicht darüber nachdenken muss, dass das Schnitzel auf dem Teller mal ein Tier war, solange es keinen Namen hatte und man es nie gesehen hat, wird es einfacher, es zu essen.

Dabei sind die Regeln, nach denen Tiere in Freunde und Fleisch eingeteilt werden, sehr willkürlich. Zu niedliche Tiere will niemand essen, zu hässliche Tiere aber auch nicht. Dass Schweine intelligenter sind als Hunde und mindestens so treue Begleiter, blenden die meisten Menschen lieber aus. Und während Kühe in manchen Kulturen ganz selbstverständlich als Nutztiere gelten, sind sie in anderen heilig.

PETA
…und essen Schweine?

Auf Argumenten basiert der Karnismus also nicht. Stattdessen rechtfertig er sich mit den drei „N“: Menschen glauben, Fleisch zu essen, wäre normal, natürlich und notwendig. Bei genauerer Betrachtung stimmt das natürlich nicht, schließlich sind Normen von Menschen gemacht und veränderbar, hat die Menschheit spätestens mit der Entdeckung des Feuers alle Natürlichkeit abgelegt und braucht niemand Tierprodukte, um gesund zu bleiben. Wer das einmal verstanden hat, merkt auch, dass das vegane Leben die logischste Konsequenz ist.

Das Buch zum Thema

In ihrer ausführlichen Einführung in den Karnismus erklärt die amerikanische Psychologin Melanie Joy noch genauer, woher dieses Glaubenssystem stammt und wie wir es ablegen können. „Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen“ gibt es im Buchhandel.