Warum ihr niemals eine Alpaka-Wanderung machen solltet

Alpakas sind süß, keine Frage – aber die Wanderungen, die inzwischen überall angeboten werden, sind kein Spaß für die Tiere. Hier erfahrt ihr, warum!

03.Mrz 2021

Ob auf Instagram, Facebook oder Erlebnisgeschenk-Portalen – Alpaka-Wanderungen findet man seit Monaten überall. Doch was als tolles Erlebnis mit niedlichen Tieren verkauft wird, ist in Wahrheit gar nicht so toll und niedlich, vor allem nicht für die Alpakas. Die haben nämlich wenig Lust, ständig von fremden Menschen an einem Strick umhergeführt zu werden.

Die Nähe zu Menschen kann zu Verhaltensstörungen führen

Der größte Irrglaube über Alpakas ist, dass ihnen die Nähe zu Menschen nichts ausmacht. Sie sind Flucht- und Distanztiere und mögen meist keinen intensiven Körperkontakt. In den ersten sechs bis acht Lebensmonaten sollten Alpakas so wenig Kontakt wie möglich zu Menschen haben, damit sie nicht fehlgeprägt werden und schwere Verhaltensstörungen wie BLS (Berserk llama syndrome) entwickeln. [1] Dieses Syndrom äußert sich durch aggressives Verhalten von Alpakas gegenüber Menschen, wie beispielsweise Spucken oder Treten. Die Störung entsteht, wenn insbesondere Jungtiere zu wenig Kontakt zu Artgenossen oder zu viel Kontakt zu Menschen haben. Tiere mit BLS können nicht mehr zwischen Menschen und Artgenossen unterscheiden. Da die Störung als unheilbar gilt, werden die betroffenen Tiere meist eingeschläfert.

Alpakas wandern nicht gern

Alpakas sind von Natur aus eher keine großen Läufer. Sie sind lieber gemütlich unterwegs und trödeln gern ein wenig umher. [2] Daher haben sie eher weniger Lust auf mehrstündige Wanderungen über Stock und Stein, bei denen sie an einem Halfter vorangezerrt werden. Auch brauchen Alpakas bei Wanderungen regelmäßig lange Pausen zum Essen und Wiederkäuen. [3] Das interessiert die Anbieter solcher Wanderungen leider meist weniger, sie wollen an erster Stelle Geld mit den Tieren verdienen.

Alpakas fühlen sich in den Anden am wohlsten

Alpakas kommen ursprünglich aus den Anden, wo sie für ihr Fell gezüchtet wurden. Dort ist es selten wärmer als 20 C° und die Tiere leben auf harten, steinigen Böden. In Deutschland werden sie meist in viel zu warmen Regionen gehalten. Dort werden sie oft in matschigen Ställen oder Weiden eingesperrt, wo der Untergrund eher weich ist. Auf diese Weise werden ihre Klauen nicht ausreichend abgenutzt, wodurch eine regelmäßige Klauenpflege notwendig ist. Außerdem ist es den Tieren hierzulande oft zu nass, zu schwül und zu heiß. Vor allem im Sommer leiden Alpakas meist unter der Hitze, weshalb ausgiebige Wanderungen an heißen Tagen erst recht keine gute Idee sind. Alpakas reagieren auf länger anhaltende Hitze so empfindlich, dass es sogar die Fruchtbarkeit der Tiere verringert. [4]

Alpakas sind eine Qualzucht

Durch die Wanderungen werden vermehrt Alpakas gezüchtet. Dabei sind sie eine Qualzucht ohne natürlichen Fellwechsel. Durch das übermäßige Fellwachstum sind sie nicht in der Lage, ihre Körpertemperatur eigenständig zu regulieren. Sie müssen von Menschen geschoren werden. Laut Studien der Veterinärmedizinischen Universität Wien macht ihnen das so gar keinen Spaß. Sie haben bereits Stress, wenn sie das Schurgerät nur hören. Für die Schur werden sie zudem meist gewaltsam fixiert, wobei die sensiblen Fluchttiere Angst und Panik durchleben. [5] Kein Wunder, denn Schnittwunden lassen sich häufig nicht vermeiden und verursachen den Tieren Schmerzen. Kauft daher auch niemals Alpaka-Wolle.

Statt Alpaka-Wanderungen zu buchen, könnt ihr euch für Tiere engagieren, indem ihr bei unseren PETA ZWEI-Streetteams mitmacht oder auf einem Lebenshof helft.

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Was die Tierhaltung mit dem Hunger auf der Welt zu tun hat

Die landwirtschaftliche Tierhaltung ist mit Tierleid und Umweltzerstörung verbunden – außerdem trägt sie zum Welthunger bei. Jetzt lesen!

Foto: Dominik Martin
03.Mrz 2021

Weltweit leiden unzählige Menschen an Hunger. Während 1990 fast zwei Milliarden nicht genug zu essen hatten, sank diese Zahl bis zum Jahr 2015 glücklicherweise auf 653 Million Menschen. Seit einigen Jahren geht die Entwicklung jedoch erneut in die falsche Richtung, denn seit 2015 steigt die Zahl der hungernden Menschen auf der Welt wieder an. Experten fürchten sogar, dass sie aufgrund der Corona-Pandemie um weitere 150 Millionen anwachsen könnte. [1] Es gibt weltweit also immer mehr Menschen, die Hunger leiden – obwohl es mehr als genug Nahrung gibt, um die gesamte Menschheit zu ernähren. [2]

Schätzungen zufolge sterben jedes Jahr mehr Menschen an Hunger und seinen Folgen als an Malaria, Tuberkulose und HIV/AIDS zusammen. [3] Trotzdem wird der Großteil der landwirtschaftlichen Flächen ineffizient genutzt, denn mehr als 83 Prozent werden für den Anbau von Futtermitteln und die Erschließung von Weideflächen für die Tierhaltung ver(sch)wendet. Damit werden allerdings nur 18 Prozent der Kalorien und 37 Prozent der Proteine erzeugt. [4]

Der Anbau von Getreide und Soja als Futtermittel für Tiere, die anschließend getötet und zu Fleisch verarbeitet werden, ist ineffizient: Von jedem Kilogramm Nahrung, das Tiere aufnehmen, setzen sie nur einen Bruchteil der Kalorien an. Dieser sogenannte Veredelungsverlust bedeutet, dass Tiere, die für die Produktion von Nahrung gezüchtet und getötet werden, durchschnittlich sieben Kilogramm essen müssen, um ein Kilogramm Fleisch aufzubauen. [5]

Für eine Ernährung mit tierischen Produkten sind also mehr Landflächen notwendig als für eine vegane Ernährung – Landflächen, die dann fehlen, um den Welthunger zu bekämpfen. Wenn landwirtschaftliche Flächen nicht zu Weiden umfunktioniert und Feldfrüchte wie Soja und Getreide keinen Umweg über den Tiermagen machen würden, könnten mit einer geringeren Landfläche wesentlich mehr Menschen versorgt werden.

In der EU werden so große Mengen an Fleisch produziert und konsumiert, dass die benötigten Futtermittel, vor allem eiweißreiche Nahrung wie Soja, nicht ausschließlich in der EU angebaut werden können. Sie müssen zum großen Teil importiert werden [6] – auch aus Regionen, in denen Menschen Hunger leiden. Um Platz für den Anbau dieser Futtermittel zu schaffen, werden immer neue Flächen erschlossen – oft zu Lasten der Regenwälder und damit auf Kosten von Weltklima und Artenreichtum. [7]

Wenn alleine das Getreide, mit dem aktuell sogenannte Nutztiere ernährt werden, direkt für den menschlichen Verzehr angebaut würde, dann könnten wir die Grundbedürfnisse von vier Milliarden zusätzlichen Menschen decken. [8]

Ihr wollt Tieren, der Umwelt und eurer Gesundheit etwas Gutes tun? Unser Veganstart hilft euch beim Einstieg in die vegane Lebensweise!

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