Angeln in Videospielen: Warum ihr auch in Games keine Fische fangen solltet

Von „Far Cry“ bis „Animal Crossing” – Angeln ist auch in virtuellen Games keine gute Idee.

22.Mai 2020

Ooooooh, jetzt übertreibt PETA mal wieder hart, haben die nichts Besseres zu tun? Echte Tiere retten zum Beispiel? Schon klar, wer sich gegens virtuelle Angeln ausspricht, bekommt leicht eine Portion Hate ab. Aber wir bleiben dabei: Auch in Videospielen ist es assi, Fische zu fangen.

Gaming-Trend Angeln

Seit Games wie „Far Cry“ oder „Animal Crossing” macht sich ein merkwürdiger Trend breit: Menschen, Tiere oder sonstige Charaktere können in den Spielen Fische fangen – zum Essen, als Zeitvertreib oder um das Punktekonto aufzufüllen. Spielemacher und einige Spieler verteidigen das als harmlos. Sie meinen: Das Angeln passe halt gut in die virtuelle Welt oder in die Geschichte des Spiels. Und solange keine echten Tiere zu Schaden kommen, sei doch alles okay. Aber ist das wirklich so?

Die Realität

Denn natürlich tut es Fischen, die nur aus Einsen und Nullen bestehen, nicht weh, wenn man sie fängt und tötet. Aber das Problem ist, dass es Unmengen von Fischen im echten Leben genauso geht. Jedes Jahr werden Milliarden von Fischen im großen Stil gefangen und getötet, die meisten davon von kommerziellen Fischereien, aber einige auch von einzelnen Anglern. Sie werden an spitzen Haken aus dem Wasser gezogen, um dann langsam zu ersticken oder erschlagen zu werden. Das ist die brutale Realität. Und wer die als nettes Hobby darstellt, macht sich leider mitschuldig.

Traumwelten in Videospielen

Games sind eigentlich ziemlich gut darin, die echte Welt zu hinterfragen oder zumindest kreativ zu erweitern. Wenn man in Videospielen auf Aliens schießt oder Autos in die Luft jagt, dann ist das zwar brutal, aber in den meisten Fällen eher unrealistisch – ganz zu schweigen von den Traumwelten in Spielen wie „Animal Crossing“. Wenn man auf dem Weg dahin aber mal schnell einen Fisch aus dem Wasser zieht, dann sagen die Spielemacher damit: Das ist völlig normal, denk nicht weiter drüber nach. Und das ist ziemlich gefährlich. Denn die meisten von uns sind zwar smart genug, Spiel und Wirklichkeit auseinanderzuhalten, aber wenn uns eine Sache immer wieder als völlig normal und nebensächlich vorgesetzt wird, dann nehmen wir sie vielleicht irgendwann einfach so hin.

Und jetzt?

Es ist doch nicht so abwegig, von großen Spielen wie „Far Cry“ oder „Animal Crossing“ ein bisschen mehr zu erwarten, als dass sie stumpf Werbung für die Fischindustrie machen. In manchen Spielen kann man sich aussuchen, ob man Angeln will und dem Spiel damit rückmelden, ob so ein Feature überhaupt genutzt wird. Bei anderen hilft nur der öffentliche Protest, auch wenn sich manche Leute darüber immer noch lustig machen. Die werden es auch noch verstehen.

So viel Theorie, hier ist die Praxis: ein Fischbrötchen ohne Fisch.

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Euch ist zu Hause langweilig und ihr habt im Baumarkt richtig süße Kaninchen gesehen? Lasst bloß die Finger davon!

22.Mai 2020

Keine Frage, es sind schwierige Zeiten. Wenn man sich gerade keine Sorgen macht, ist einem langweilig, und so richtig knuddeln wäre auch mal wieder schön. Da kann man schon verstehen, dass viele Leute gerade beim Spaziergang zum Baumarkt, Gartencenter oder an der Zoohandlung vorbei auf die Idee kommen, eins der süßen Kaninchen oder ein paar putzige Rennmäuse zu kaufen, um sich das Leben in Isolation ein bisschen schöner zu gestalten. Allerdings solltet ihr das auf gar keinen Fall tun.

Denn erstens ist es nie gut, Tiere in Zoohandlungen, Baumärkten oder Gartencentern zu kaufen. Sie kommen meist von dubiosen Züchtern, die nur auf Profit aus sind und die Tiere deshalb richtig schlecht behandeln. Die Elterntiere werden als Gebärmaschinen gebraucht, und wenn man ihnen ihre Kinder dann weggenommen hat, werden die im Laden in kleine Käfige gesperrt und leben unter ständigem Stress.

Kein Wunder, dass man das Gefühl bekommt, sie „retten“ zu müssen, indem man sie kauft. Aber leider unterstützt man damit diese Industrie nur. Außerdem sind Kaninchen sowieso keine Kuscheltiere und finden menschliche Nähe oftmals gar nicht so schön, wie wir denken.

Kaninchen in einer Zoohandlung

Und zweitens wisst ihr selbst, in was für einer Ausnahmesituation wir uns alle gerade befinden. Klar, aktuell hätten viele von uns Zeit, sich den ganzen Tag lang um ein Tier zu kümmern, aber wie ist das, wenn Schule, Ausbildung oder Uni wieder losgehen?

Viel zu oft passiert es, dass Leute sich spontan ein Tier zulegen und es dann entweder zu Hause vernachlässigen oder ins Tierheim bringen, weil sie eben doch nicht die nötige Zeit oder Energie dafür haben. So langweilig es euch gerade sein mag: Das wird nicht so bleiben. Und ihr wollt nicht, dass sich ein Tier dann noch viel eingesperrter und einsamer fühlt, weil ihr wieder draußen eurem normalen Leben nachgeht.

Deshalb überlegt bitte doppelt und dreifach, ob ihr euch wirklich dauerhaft um ein Tier kümmern könnt. Und wenn ihr euch sicher seid, dann geht auf jeden Fall nicht in einen Laden oder zu einem Züchter, sondern ins Tierheim. Dort warten so viele Tiere auf ein neues Zuhause.