Fordert diese Unternehmen auf, keine Angorawolle mehr zu verkaufen

Fordert Peter Hahn, Falke, Galeria Karstadt Kaufhof und weitere Firmen auf, Angorawolle unbefristet aus dem Sortiment zu nehmen.

19.Okt 2021

Wie Enthüllungen von PETA Asien zeigen, werden Kaninchen auf chinesischen Farmen alle drei Monate grob aus ihren Käfigen gezerrt. Dann werden sie entweder geschoren, oder das Fell wird gewaltsam aus ihrer empfindlichen Haut gerissen. Die Tiere schreien bei der grausamen Prozedur ohrenbetäubend vor Schmerzen.

Selbst Kaninchen, die auf sogenannten „artgerechten“ Farmen gehalten werden, vegetieren in verdreckten Einzelkäfigen vor sich hin. Die geselligen und reinlichen Tiere haben keinerlei Freilauf und werden nicht angemessen tierärztlich versorgt. Verdeckte Videoaufnahmen aus Ländern wie Frankreich zeigen, dass die Kaninchen in europäischen Betrieben genauso leiden wie in China.

Kaninchen auch für zertifiziertes Angora gequält

Als Reaktion auf die bahnbrechenden Enthüllungen von PETA Asien in der Angoraindustrie haben einige Unternehmen das qualvolle Produkt jetzt nicht etwa ausgelistet, sondern bieten stattdessen „zertifizierte“ Angoraprodukte an. Leider trägt das sogenannte Caregora™-Gütesiegel der Angoraindustrie aber nicht dazu bei, das Leid der Kaninchen zu beenden. Es ist intransparent, unspezifisch formuliert und enthält Vorgaben an die Tierhaltung, die so niedrig sind, dass ein tiergerechtes Leben für die Kaninchen unmöglich ist.

Nach Caregora™-Kriterien ist die Haltung von Kaninchen vergleichbar mit den katastrophalen Lebensbedingungen für Tiere auf Pelzfarmen. Laut Caregora können die sozialen Kaninchen einzeln in winzigen Käfigen mit einer Fläche von 0,18 m² eingesperrt werden – das ist kleiner als ein DIN-A2-Blatt. Derart qualvolle Haltungsbedingungen bezeichnen Unternehmen, die Angoraprodukte mit dem Caregora™-Siegel verkaufen, als „artgerecht“ und führen tierfreundliche Konsument:innen damit in die Irre.

Geschorenes Angorakaninchen im Kaefig

PETA Deutschland hat eine Reihe von Modemarken und Versandhäusern über die entsetzlichen Zustände in Angorabetrieben informiert. Trotzdem verkaufen verschiedene Unternehmen weiterhin Produkte aus Angorawolle, darunter Peter Hahn, Falke, Galeria Karstadt Kaufhof, Bader, Erwin Müller und Medima. Diese Anbieter weigern sich, dem zukunftsweisenden Beispiel von über 300 internationalen Firmen und Designern zu folgen, die das Tierqualprodukt bereits ausgelistet haben.

Werdet aktiv!

Bitte helft den Angorakaninchen und kontaktiert Peter Hahn, Falke, Galeria Karstadt Kaufhof, Bader, Erwin Müller und Medima über den Kundenservice. Fordert die Unternehmen auf, Produkte aus Angorawolle konsequent aus dem Sortiment zu nehmen und ihre Kund:innen nicht länger mit Labeln wie Caregora™ in die Irre zu führen.

Logos von Firmen die Angorawolle verkaufen

Was könnt ihr noch tun?

Kauft und tragt ausschließlich Kleidung aus pflanzlichen und synthetischen Fasern wie Baumwolle, Viskose und Lyocell. In unserem Einkaufsguide findet ihr übrigens eine ganze Menge vegane Onlineshops. Ihr wollt euch darüber hinaus für Tierrechte einsetzen? Dann kommt ins Streetteam und macht bei den Aktionen gegen Pelz mit!

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Angorawolle: 7 Gründe, warum die Kaninchen dafür leiden

Bei der Produktion von Angorawolle werden Kaninchen gequält. Hier erfahrt ihr, warum ihr keine Pullover, Schals & Co. aus Angora kaufen solltet.

19.Okt 2021

Angorawolle ist weich und hält warm – daher wird sie oft für die Herstellung von Pullovern, Mützen und Schals verwendet. Mit rund 95 Prozent wird Angorawolle zum überwiegenden Teil in China produziert. [1] Da es in China keine greifenden Tierschutzgesetze gibt, sind die Angorakaninchen den oftmals qualvollen Haltungsbedingungen und der gewaltsamen Schur schutzlos ausgeliefert. Aber auch in Europa, beispielsweise in Frankreich, leiden Angorakaninchen unter extrem schlechten Haltungsbedingungen, die mit chinesischen Betrieben vergleichbar sind.

Gewalt, Verletzungen und Einsamkeit: 7 Gründe, warum Kaninchen für Angorawolle leiden

Aus dem Fell der qualvoll überzüchteten Angorakaninchen werden Pullover, Unterwäsche oder Mützen gefertigt. Kaninchen sind Fluchttiere, die in Angst und Panik verfallen, wenn sie für die Schur fixiert werden. Dennoch beutet die Bekleidungsindustrie die sensiblen Tiere bis heute skrupellos aus. [2]

Mitarbeiter:innen von PETA Asien haben die katastrophalen Zustände in chinesischen Angorabetrieben dokumentiert und aufgezeigt, unter welch unvorstellbaren Bedingungen die Kaninchen gehalten werden.

1. Angorakaninchen werden häufig einzeln in enge Käfige gesperrt, in denen sie weder hoppeln noch graben können. Außerdem fehlt den sozialen Tieren der Körperkontakt zu ihren Artgenossen.

2. Für die Schur werden die Tiere oftmals auf Streckbänken fixiert, damit sie sich nicht wehren und möglichst schnell geschoren werden können. Für die Fluchttiere ist diese Fixierung extrem belastend und versetzt sie in Todesangst. Immer wieder erleiden Kaninchen bei der Schur Herzinfarkte, weil sie der Panik und Angst nicht gewachsen sind.

Angorakaninchen auf der Bank gefesselt

3. Die Tiere werden entweder geschoren, oder das Fell wird ihnen ohne Betäubung büschelweise aus der Haut gerissen, damit es möglichst lang und dick ist.

4. Bei der gewaltsam Schur kommen spitze Scheren zum Einsatz. Da die Mitarbeiter:innen oftmals unter Zeitdruck arbeiten, fügen sie den Tieren häufig schmerzhafte Schnittwunden zu. Größere Wunden werden ohne Betäubung mit Nadel und Faden vernäht.

5. Die Bilder zeigen, wie blutig und schmerzhaft die Schur ist. Teilweise schreien die Kaninchen vor Angst und Panik.

Geschorenes Angorakaninchen im Kaefig

6. Nach der gewaltsamen Schur sind die Kaninchen oft wie paralysiert – möglicherweise eine Art Schockreaktion. Sie werden meist so lange in ihren kahlen Käfigen gehalten, bis ihr Fell wieder lang genug ist, um erneut geschoren zu werden.

7. Im Alter von 2-5 Jahren lässt die Fellqualität der Angorakaninchen nach. Wenn sie bis dahin nicht schon an Krankheiten oder Verletzungen gestorben sind, werden sie nun getötet. Hierzu werden sie kopfüber aufgehängt, dann wird ihnen die Kehle durchschnitten. Die toten Körper der Angorakaninchen werden häufig für die Fleischproduktion verkauft.

Tote Kaninchen im Wasserbad

Der Großteil der weltweit gehandelten und verarbeiteten Angorawolle stammt aus China – einem Land, in dem es kaum Gesetze gibt, die den Umgang mit Tieren regeln.

Doch auch in der EU gibt es Angorabetriebe. So wurden in den vergangenen Jahren beispielsweise mehrfach unhaltbare Missstände auf französischen Farmen aufgedeckt. Aufnahmen zeigten, dass die Käfige der Kaninchen unzureichend vor Winder und Wetter geschützt waren. Viele Tiere starben bereits durch den alltäglichen Stress auf den Farmen. Zudem wurde dokumentiert, dass das Fell der Kaninchen auch hier bei vollem Bewusstsein und ohne Betäubung in Büscheln ausgerissen wurde – vor den Augen ihrer Artgenossen, denen die qualvolle Prozedur noch bevorstand. [3]

Moderne Kleidung geht ohne Tierleid

Immer mehr Modehäuser und Marken zeigen, dass Klamotten, Accessoires und Schuhe ohne Tierleid auskommen. Wenn ihr den Tieren und der Umwelt helfen möchtet, entscheidet euch für vegane Kleidung – denn auch für kalte Tage gibt es tierfreundliche Outfits, die warm halten.