Angorawolle: 7 Gründe, warum die Kaninchen dafür leiden

Bei der Produktion von Angorawolle werden Kaninchen gequält. Hier erfahrt ihr, warum ihr keine Pullover, Schals & Co. aus Angora kaufen solltet.

13.Okt 2021

Angorawolle ist weich und hält warm – daher wird sie oft für die Herstellung von Pullovern, Mützen und Schals verwendet. Mit rund 95 Prozent wird Angorawolle zum überwiegenden Teil in China produziert. [1] Da es in China keine greifenden Tierschutzgesetze gibt, sind die Angorakaninchen den oftmals qualvollen Haltungsbedingungen und der gewaltsamen Schur schutzlos ausgeliefert. Aber auch in Europa, beispielsweise in Frankreich, leiden Angorakaninchen unter extrem schlechten Haltungsbedingungen, die mit chinesischen Betrieben vergleichbar sind.

Gewalt, Verletzungen und Einsamkeit: 7 Gründe, warum Kaninchen für Angorawolle leiden

Aus dem Fell der qualvoll überzüchteten Angorakaninchen werden Pullover, Unterwäsche oder Mützen gefertigt. Kaninchen sind Fluchttiere, die in Angst und Panik verfallen, wenn sie für die Schur fixiert werden. Dennoch beutet die Bekleidungsindustrie die sensiblen Tiere bis heute skrupellos aus. [2]

Mitarbeiter:innen von PETA Asien haben die katastrophalen Zustände in chinesischen Angorabetrieben dokumentiert und aufgezeigt, unter welch unvorstellbaren Bedingungen die Kaninchen gehalten werden.

1. Angorakaninchen werden häufig einzeln in enge Käfige gesperrt, in denen sie weder hoppeln noch graben können. Außerdem fehlt den sozialen Tieren der Körperkontakt zu ihren Artgenossen.

2. Für die Schur werden die Tiere oftmals auf Streckbänken fixiert, damit sie sich nicht wehren und möglichst schnell geschoren werden können. Für die Fluchttiere ist diese Fixierung extrem belastend und versetzt sie in Todesangst. Immer wieder erleiden Kaninchen bei der Schur Herzinfarkte, weil sie der Panik und Angst nicht gewachsen sind.

Angorakaninchen auf der Bank gefesselt

3. Die Tiere werden entweder geschoren, oder das Fell wird ihnen ohne Betäubung büschelweise aus der Haut gerissen, damit es möglichst lang und dick ist.

4. Bei der gewaltsam Schur kommen spitze Scheren zum Einsatz. Da die Mitarbeiter:innen oftmals unter Zeitdruck arbeiten, fügen sie den Tieren häufig schmerzhafte Schnittwunden zu. Größere Wunden werden ohne Betäubung mit Nadel und Faden vernäht.

5. Die Bilder zeigen, wie blutig und schmerzhaft die Schur ist. Teilweise schreien die Kaninchen vor Angst und Panik.

Geschorenes Angorakaninchen im Kaefig

6. Nach der gewaltsamen Schur sind die Kaninchen oft wie paralysiert – möglicherweise eine Art Schockreaktion. Sie werden meist so lange in ihren kahlen Käfigen gehalten, bis ihr Fell wieder lang genug ist, um erneut geschoren zu werden.

7. Im Alter von 2-5 Jahren lässt die Fellqualität der Angorakaninchen nach. Wenn sie bis dahin nicht schon an Krankheiten oder Verletzungen gestorben sind, werden sie nun getötet. Hierzu werden sie kopfüber aufgehängt, dann wird ihnen die Kehle durchschnitten. Die toten Körper der Angorakaninchen werden häufig für die Fleischproduktion verkauft.

Tote Kaninchen im Wasserbad

Der Großteil der weltweit gehandelten und verarbeiteten Angorawolle stammt aus China – einem Land, in dem es kaum Gesetze gibt, die den Umgang mit Tieren regeln.

Doch auch in der EU gibt es Angorabetriebe. So wurden in den vergangenen Jahren beispielsweise mehrfach unhaltbare Missstände auf französischen Farmen aufgedeckt. Aufnahmen zeigten, dass die Käfige der Kaninchen unzureichend vor Winder und Wetter geschützt waren. Viele Tiere starben bereits durch den alltäglichen Stress auf den Farmen. Zudem wurde dokumentiert, dass das Fell der Kaninchen auch hier bei vollem Bewusstsein und ohne Betäubung in Büscheln ausgerissen wurde – vor den Augen ihrer Artgenossen, denen die qualvolle Prozedur noch bevorstand. [3]

Moderne Kleidung geht ohne Tierleid

Immer mehr Modehäuser und Marken zeigen, dass Klamotten, Accessoires und Schuhe ohne Tierleid auskommen. Wenn ihr den Tieren und der Umwelt helfen möchtet, entscheidet euch für vegane Kleidung – denn auch für kalte Tage gibt es tierfreundliche Outfits, die warm halten.

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Go Vegan!

Ist Wolle vegan? 7 Gründe, warum Wolle immer Tierleid bedeutet

Schafe sind Qualzuchten, die geschoren werden müssen. Mit jedem Kauf von Wollprodukten unterstützt ihr die tierquälerische Industrie.

13.Okt 2021

In der weltweiten Woll- und Fleischindustrie leiden rund eine Milliarde Schafe. Allein in Australien, dem größten Exportland für Wolle, müssen jedes Jahr 68 Millionen Schafe die grausame Schur über sich ergehen lassen. [1] Die Produktion von Wolle verursacht immer großes Tierleid – und das nicht nur für Schafe. Auch andere Tierarten werden für die menschliche Bekleidung ausgebeutet: Ziegen für Kaschmir und Mohair, Kaninchen für Angorawolle und Alpakas für Alpakawolle.

Hier erfahrt ihr, warum Wolle immer Ausbeutung, Leid und Tod bedeutet und niemals vegan ist – und welche tierfreundlichen Alternativen es gibt.

7 Gründe, warum Wolle nicht vegan ist

1. Unnatürliche Haltungsbedingungen

Schafe werden teilweise in riesigen Gruppen von Tausenden Tieren gehalten, was ihrem natürlichen Sozialverhalten widerspricht. Bei Herden dieser Größenordnung ist es für Halter:innen nicht möglich, das Wohl einzelner Tiere im Blick zu behalten. Oftmals sind die Böden, auf denen die Schafe gehalten werden, für die Klauen der Tiere viel zu weich.

angorakaninchen kaefig

In Ländern wie China oder Frankreich werden Angorakaninchen in winzigen Käfigen gehalten. Für die Produktion von Kaschmirwolle werden in China außerdem Ziegen in kleinen Ställen zusammengepfercht, in denen sie ihren natürlichen Verhaltensweisen nicht nachgehen können.

2. Schmerzhafte Verstümmelungen

Wenige Tage nach der Geburt werden die Ohren der neugeborenen Schafe und Ziegen durchlöchert. Männliche Lämmer werden schon bald kastriert. Bei vielen jungen Schafen werden außerdem die Schwanzwirbel abgeschnitten – alles ohne Betäubung. Schmerzmittel erhalten die Tiere häufig nur einmalig oder gar nicht.

abgeschnittene Schwanrwirbel von Schafen

3. Vernachlässigte Tierbabys

In der Wollindustrie sterben unzählige Lämmer durch Vernachlässigung – in Australien sind das jährlich 10 bis 15 Millionen. [2] Für Züchter:innen lohnt es sich finanziell und zeitlich nicht, alle Geburten zu kontrollieren. Das führt dazu, dass schwangere und neugeborene Tiere häufig weder genug zu essen noch einen angemessenen Witterungsschutz haben und nicht medizinisch versorgt werden. Zahllose Tierbabys sterben wegen dieser Vernachlässigung nur wenige Stunden nach der Geburt.

Foto: Jo-Anne McArthur

4. Überzüchtung und Qualzucht

Für einen möglichst hohen Wollertrag züchtet die Wollindustrie Tieren wie Schafen, Kaninchen, Ziegen und Alpakas deutlich mehr Wolle an, als ihnen von Natur aus wachsen würde. In heißen Sommermonaten sterben viele Tiere deshalb an Überhitzung, bei Kälteeinbrüchen nach der Schur an Unterkühlung.

5. Grausames Mulesing

Merinoschafe sind Qualzuchten, denen der Mensch eine besonders faltige Haut und extrem dichte Wolle angezüchtet hat. In diesen Hautfalten nisten sich häufig Fliegenlarven ein, vor allem am feucht-schmutzigen Hinterteil der Tiere. Deshalb schneiden australische Züchter:innen in einem qualvollen Eingriff große Haut- und Fleischstücke rund um den Schwanz von jungen Merinolämmern ab – ohne Betäubung. Schmerzmittel werden gar nicht oder nur einmalig gegeben. Die Tiere leiden meist wochenlang unter großen Schmerzen.

mulesing

6. Brutale Schur

Das Scheren läuft nicht friedlich ab, sondern meist unter Zeitdruck und ohne Rücksicht auf die Tiere. Viele Schafe erleiden Schnittwunden, manchmal werden sogar ganze Körperteile wie Ohren, Brustwarzen oder Penisse abgeschnitten. Wenn die Tiere nicht stillhalten, schlagen oder treten Scherer:innen auf sie ein. Schafe sind Fluchttiere, die in Angst und Panik geraten, wenn sie eingefangen und fixiert werden. Deswegen können sogar rücksichtsvolle Scherer:innen es kaum vermeiden, den Tieren schmerzhafte, blutige Schnittwunden zuzufügen.

7. Qualvolle Lebendexporte

Schafe, die nicht mehr genug Wolle produzieren, werden im Schlachthof getötet. Unzählige werden auch ins Ausland verkauft und auf sogenannten Lebendexporten in die Türkei, nach Ägypten oder in den Nahen Osten transportiert – von Australien aus jedes Jahr knapp eine Million Schafe. Sie werden zu Tausenden auf mehrstöckige Lebendexport-Schiffe getrieben und leiden auf tage- oder wochenlangen Schiffsfahrten unter Hitze, Nahrungs- und Wassermangel. Kot und Urin fließen oft ungefiltert ins Meer. Zahllose Tiere werden krank und sterben – sie werden einfach über Bord geworfen. Den Überlebenden wird, je nach Region, die Kehle am Zielort ohne Betäubung durchtrennt.

transport schiff mit schafen

Auch Ziegen, Alpakas und Kaninchen aus der Wollindustrie landen im Schlachthof, wenn sie aussortiert werden. Nach einem Leben der skrupellosen Ausbeutung erleiden sie dort einen gewaltsamen Tod.

Ihr wollt lieber auf tierfreundliche Alternativen setzen?

In der Wollindustrie stehen Leid, Tod und Krankheiten an der Tagesordnung – das sollte keiner unterstützen. Wer vegan lebt, trägt massiv dazu bei, Tierleid so gut wie möglich zu verhindern. Es gibt viele tierfreundliche Alternativen zu Wolle, die nicht auf der Haut kratzen und warm halten – dazu gehören pflanzenbasierte und synthetische Textilfasern wie Lyocell (z. B. Tencel), Bambus, Baumwolle, Hanf, Leinen, Sojaseide und Viskose. Um die Umweltbelastung durch die industrielle Tierhaltung der Wollindustrie zu verringern, arbeitet die Forschung an weiteren nachhaltigen und tierfreundlichen Alternativen.