Axolotl-Haltung: Diese Dinge solltet ihr unbedingt wissen

Ihr wollt einen Axolotl als Haustier halten? Dann solltet ihr euch diesen Beitrag unbedingt durchlesen!

09.Mrz 2021

In freier Natur sind Axolotl durch die Verschmutzung der Umwelt fast ausgestorben – einige Quellen gehen sogar davon aus, dass es gar keine wild lebenden Axolotl mehr gibt. Dafür scheinen heutzutage immer mehr Menschen einen oder mehrere Vertreter dieser Amphibienart als exotisches Haustier kaufen zu wollen. Warum ist das so? Und noch viel wichtiger: Können anspruchsvolle Exoten wie Axolotl wirklich artgerecht in deutschen Wohnzimmern gehalten werden?

Wir von PETA ZWEI erklären, warum ihr euch niemals exotische Tiere wie Axolotl kaufen solltet!

„Trendtier“ Axolotl – warum manche einen Schwanzlurch als „Haustier“ wollen

Eigentlich kommen Axolotl nur an einem einzigen Ort auf der ganzen Welt vor (in Fachsprache heißt das, sie leben endemisch): in einem Seensystem innerhalb eines Vulkanbeckens bei Mexiko-Stadt. Klingt nach sehr spezifischen Lebensbedingungen, nicht wahr? In Gefangenschaft blüht das Geschäft mit der Axolotl-Zucht dagegen regelrecht – für die Tiere eine Katastrophe.

Unter „Exoten-Liebhabern“ gelten Axolotl als pflegeleicht – was nicht stimmt. Trotzdem kaufen sich Menschen gedankenlos Aquarien, um sie dann mit in Gefangenschaft nachgezüchteten Amphibien zu füllen. Axolotl sprechen uns dabei mit ihren großen Gesichtern, dem immer lächelnden Mund und den Knopfaugen durch das Kindchenschema an. So, wie es beispielsweise auch extreme Qualzuchten bei Katzen und Hunden wie Möpse oder Perserkatzen tun. Bei Axolotln liegt das daran, dass sie meist im Larvenstadium bleiben. Sie entwickeln sich einfach nicht weiter und behalten so ihr Aussehen.

Für manche Menschen scheint das als Grund vollkommen zu reichen, um sich online auf die Suche zu machen und in einem der vielen Portale meist ohne Vorwissen einen oder mehrere Axolotl zu kaufen. Züchter machen es Suchenden leicht: Höchstens dreißig Euro kostet ein Tier, abhängig von Farbe, Alter und Geschlecht. Im Vordergrund steht in allen Fällen die „Ware“ und der damit verbundene Profit. Das Lebewesen und seine anspruchsvollen Bedürfnisse sind für die Züchter unwichtig.

Aber vor allem die Käufer leisten hier ihren Beitrag: Indem sie das Geschäft mit ihrem Geld befeuern, tragen sie zu massivem Tierleid bei. Denn exotische Tiere wie Axolotl sind keine Haustiere – sie zu 100 Prozent artgerecht daheim in einem Aquarium zu halten, ist ganz einfach nicht möglich.

Gründe gegen die Haltung von Axolotln als Haustiere: Artenschutz

Viele Tierhalter brüsten sich damit, durch ihre Axolotl-Haltung etwas für den Artenschutz zu tun – schließlich gibt es die Tiere in Freiheit kaum noch oder gar nicht mehr. Doch das ist Quatsch – kein in einem deutschen Aquarium gehaltener Axolotl wird je wieder ausgewildert. Die Tiere dienen allein ihren Haltern als Kuriosität. Dass das Argument „Artenschutz“ nicht greift, trifft auch auf andere „exotische“ Tiere zu (also Tiere, die von Natur aus in unseren Breitengraden nicht vorkommen): Hier befeuert die Nachfrage häufig auch den illegalen Wildtierhandel. Somit sind die bereits unter Druck stehenden Tierbestände in Freiheit noch stärker bedroht – ein gigantisches Problem für den Artenschutz weltweit.

Axolotl leiden still

Für die Haltung von Axolotln zuhause bedeutet das auch: Selbst nach Jahren gewöhnen sich Axolotl, wie andere Amphibien und Reptilien, nicht an uns Menschen. Diese von Natur aus ungewohnte Nähe löst Stress bei den Tieren aus – darum sollte man sie auch auf keinen Fall anfassen oder auf die Hand nehmen. Weil sie nicht schreien oder über Laute auf sich aufmerksam machen können, merken wir ihnen Schmerzen, Leiden und Beschwerden nicht oder erst viel zu spät an. Als Folge sterben viele Tiere früh an haltungsbedingten Krankheiten [1] oder quälen sich unerkannt bis in den Tod, weil es viel zu wenige fachkundige Tierärzte für Exoten gibt.

Viele Exoten enden in Tierheimen oder werden ausgesetzt

Axolotl essen Fische, Krebse und sogar ihre eigenen Artgenossen. Unwissende Halter enden so vor einem leergefegten Aquarium und sind für den vermeidbaren Tod der Fische verantwortlich. Dazu kommt, dass Axolotl eine ganz bestimmte Wassertemperatur und -qualität brauchen. Werden diese Voraussetzungen nicht erfüllt, wird das Immunsystem der Tiere nachhaltig geschwächt, was zu Krankheiten oder zum Tod führen kann.

Aquarien mit der nötigen Ausstattung über lange Zeit zu unterhalten, ist teuer – ein Punkt, den Interessenten beim Kauf gern unterschätzen oder „vergessen“. Eine „einfache“ oder „pflegeleichte“ Haltung von Axolotl gibt es also nicht. Als Folge landet eine große Zahl der Exoten in Tierheimen oder wird direkt ausgesetzt. Tiere wie der Axolotl, die auf ganz bestimmte Lebensumstände angewiesen sind, haben dann keine Chance.

Niemals beim Züchter kaufen – wenn, dann in Tierheimen nachfragen!

Kauft niemals exotische Tiere bei Züchtern! Ein solcher Kauf unterstützt bloß die weitere „Produktion“ von Tieren, die in Gefangenschaft nicht artgerecht gehalten werden können. Wenn ihr das nötige Fachwissen und genug finanzielle Rücklagen habt, schaut in Tierheimen nach: Immer wieder landen dort nicht mehr gewollte Exoten. In diesem Fall ist es sinnvoll, die Tiere an ein fachkundiges Zuhause zu vermitteln. Das solltet ihr beim Adoptieren von Tieren unbedingt beachten!

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Grausamer Reptilienhandel: So schlecht geht es den Tieren

Wusstet ihr, dass viele Reptilien für den Heimtierhandel noch beim Transport sterben? Erfahrt hier mehr über das herzlose Geschäft mit Exoten!

09.Mrz 2021

Es ist weder cool noch tierfreundlich, mit exotischen Tieren wie Schlangen, Bartagamen oder Schildkröten zusammenzuleben – denn es ist komplett unmöglich, exotische Tiere in Privathand artgerecht zu halten. Oft stimmen die klimatischen Bedingungen nicht, es gibt nicht genug Platz für die Tiere, und viele Halter und auch Tierärzte kennen sich nicht genug mit Krankheitsanzeichen aus, um Tiere rechtzeitig und richtig zu behandeln. Doch das Problem fängt schon vorher an – beim grausamen Handel mit Reptilien.

Die meisten Tiere im Heimtierhandel sterben

Rund 800.000 Reptilien werden offiziell jedes Jahr nach Deutschland importiert. [1] Höchstwahrscheinlich sind es noch viel mehr, denn Exoten aus dem illegalen Tierhandel kommen noch hinzu. Die Tiere wurden entweder in ihrem natürlichen Lebensraum eingefangen oder stammen aus profitorientierten Zuchtfarmen.

Viele der sensiblen Tiere sterben schon auf den langen Transportwegen oder bereits auf den Zuchtfarmen. Der Heimtierhandel rechnet Sterberaten von bis zu 70 Prozent ein [2] – kein Wunder, wenn Tiere in winzigen Plastikbehältern transportiert und gelagert werden, oft tagelang kein Wasser bekommen und bei Krankheiten oder Verletzungen meist nicht behandelt werden.

Illegale Wildfänge werden falsch gekennzeichnet

Vor allem der illegale Handel mit Reptilien boomt. Rund 90 Prozent der Reptilienarten im Heimtierhandel sind Wildfänge. [3] Illegal gefangene Exoten wie etwa geschützte und bedrohte Tierarten werden kurzerhand mit einem Stempel auf der Box als Nachzucht gekennzeichnet. Dies wird bei behördlichen Kontrollen oft nicht erkannt. Zudem können Tierarten, die nur in ihrem Heimatland geschützt sind, straffrei in der EU verkauft werden. [4] Nicht nur für die Tiere, sondern auch für den Artenschutz ist das eine Katastrophe.

Reptilien gehören nicht in eine Wohnung

Schlangen, Echsen, Spinnen und Frösche haben nicht nur hohe Ansprüche an ihren Lebensraum, sie wollen auch schlichtweg nicht mit Menschen zusammenleben. Allein von einem Menschen angeschaut zu werden, versetzt die meisten Reptilien in Panik. Viele von ihnen leiden nicht nur lebenslang enorm unter Stress, sondern auch oftmals an Krankheiten, die durch falsche Haltung entstehen. Es gibt keinen Grund, ein exotisches Wildtier in eine Wohnung zu holen.

Um all dieses Tierleid zu verhindern, hilft nur eines: Der Handel mit Reptilien muss gestoppt werden. Bitte kauft niemals ein exotisches Tier in einer Zoohandlung und besucht auch keine Reptilienbörse.