Bitte legt euch keine Schaffelle ins Zimmer

Egal ob als Teppich oder Sesselüberwurf: Sich mit Schaffellen einzurichten ist für die Tiere alles andere als gemütlich.

25.Okt 2016

Die Schaffelle, die man beispielsweise in Möbelhäusern kaufen kann, um sie dann beispielsweise über Schreibtischstühlen oder vor dem Bett zu drapieren, stammen meist aus Ländern wie Australien, Spanien oder den USA, wo Schafe in riesigen Herden gehalten werden, sodass die Bedürfnisse der einzelnen Tiere fast komplett untergehen.

Allein in Australien sterben jedes Frühjahr 10 bis 15 Millionen Lämmer, unter anderem durch Vernachlässigung, bevor sie überhaupt das erste Mal geschoren werden. Die überlebenden Lämmer werden bei Schwanzkürzungen oder Kastrationen verstümmelt, häufig ohne dass ihnen dabei Schmerzmittel verabreicht werden. Dazu kommen international erschreckende Fehlbetäubungsraten oder keine Betäubungen von Lämmern und Schafen bei der Tötung auf Betrieben oder in Schlachthöfen. Lämmern wird Strom durch den Kopf gejagt, Arbeiter hängen sie an einen Haken und schneiden ihnen die Kehle durch, sodass sie zappelnd verbluten.

Peta Martafakka Motiv

Dem Fell sieht man am Ende nicht mehr an, was mit dem Schaf vorher passiert ist. Dabei muss man nicht einmal alle Details kennen, um zu verstehen, dass ein Tier, dessen Haut und Haare man sich ins Zimmer legt, das nicht überlebt haben kann. Und dass es genug Alternativen aus synthetischen oder pflanzlichen Fasern gibt, mit denen man sich tierfrei einrichten kann.

Unterwegs geht schaffrei natürlich auch. Hier sind die besten Wintermützen ohne Wolle.

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Warum Firmen, die nach China verkaufen, nie tierversuchsfrei sind

In der EU sind Tierversuche für Kosmetika und deren Inhaltsstoffe verboten. Trotzdem sind viele Produkte, die hier verkauft werden, nicht tierversuchsfrei.

Foto: PETA USA
25.Okt 2016

Seit März 2013 dürfen in Deutschland keine Kosmetika mehr verkauft werden, deren Inhaltsstoffe nach diesem Datum an Tieren getestet wurden. Dennoch sind viele der hier erhältlichen Marken nicht tierversuchsfrei. Wie kann das sein? Abgesehen davon, dass wegen der REACH-Verordnung trotzdem Inhaltsstoffe in Tierversuchen getestet werden, bleibt noch ein anderes großes Problem: In China sind Tierversuche für Kosmetikprodukte, die aus dem Ausland kommen, in den meisten Fällen vorgeschrieben.

Selbst wenn die Sicherheit eines Produkts also mit tierfreien Methoden getestet und damit für den Verkauf in der EU freigegeben wurde, müssen die Unternehmen in der Regel trotzdem Tierversuche in Kauf nehmen, falls sie auch nach China exportieren wollen. Und weil China ein riesiger Markt ist, wollen das immer noch viele.

Foto: PETA USA

Manche Unternehmen haben sich komplett vom chinesischen Markt zurückgezogen, weil sie konsequent keine Tierversuche dulden wollen. Andere verkaufen ihre Produkte in der EU als „tierversuchsfrei“, obwohl in China gleichzeitig Tierversuche für die Vermarktung ihrer Produkte verlangt und durchgeführt  werden. Wir finden: Ein Hersteller ist nur dann tierversuchsfrei, wenn er nirgendwo auf der Welt Tierversuche durchführt, in Auftrag gibt oder in Kauf nimmt. Schließlich ist es den Tieren völlig egal, in welchem Land sie gequält und getötet werden.

Unter bestimmten Umständen ist es inzwischen möglich, dass Unternehmen auf dem chinesischen Festland vertreten sind und trotzdem von PETA als tierversuchsfrei zertifiziert werden können. So ist es uns durch enge Zusammenarbeit zwischen PETA USA, den chinesischen Behörden und den betroffenen Unternehmen gelungen, die bekannten Kosmetikmarken Herbal Essences und Dove in unsere Liste tierversuchsfreier Kosmetik aufzunehmen. Nach wie vor ist jedoch Vorsicht geboten, wenn ein Unternehmen auf dem chinesischen Markt vertreten ist – solange die genauen Produktions- und Handelsbedingungen nicht bekannt sind, können Tierversuche nicht ausgeschlossen werden.

Auf unserer Kosmetik-Liste findet ihr in Deutschland erhältliche Unternehmen und Marken, die weder in der EU noch irgendwo sonst Tierversuche dulden – und zwar weder für einzelne Inhaltsstoffe noch für fertige Produkte.

Und was ist jetzt das Problem mit den Inhaltsstoffen? Informiert euch über die REACH-Verordnung.