Was bitte sind Blutfarmen?

Wie Pferde auf Blutfarmen zu Tode gequält werden und was jeder von uns dagegen tun kann.

17.Jul 2019

Was sind Blutfarmen?

Blutfarmen sind südamerikanische Pferdefarmen, auf denen schwangere Pferde gehalten werden. Man nimmt ihnen dort Blut ab, um an das Hormon PMSG (Pregnant Mare’s Serum Gonadotropin) zu kommen. PMSG wird Sauen in der Schweinezucht verabreicht, damit sie ihre Ferkel gleichzeitig bekommen und so die Zucht leichter planbar und damit wirtschaftlicher wird. PSMG kann auch dafür sorgen, dass Sauen mehr Ferkel bekommen, und die Pubertät verkürzen, sodass junge Sauen früher besamt werden können.

Was ist so schlimm daran?

Schwangere Tiere einzusperren und ihnen immer wieder Blut abzunehmen ist schon schlimm genug. Aber Videoaufnahmen aus dem Jahr 2018 zeigen, wie brutal es auf Blutfarmen wirklich zugeht. Freilebende Pferde werden gefangen, eingesperrt und geschlagen. Arbeiter nehmen ihnen ein- bis zweimal pro Woche bis zu zehn Liter Blut ab – dabei hat ein Pferd insgesamt nur etwa 45 Liter Blut. Ungefähr 30 Prozent der Pferde sterben daran. Die überlebenden dürfen ihre Babys nicht bekommen. Wenn sie nicht schon im Mutterleib sterben, werden sie brutal abgetötet, indem Arbeiter zum Beispiel die Gebärmutter von Hand einritzen. Tiere, die nicht mehr schwanger werden, landen im Schlachthof.

Was hat das mit uns zu tun?

Das PMSG, das die Blutfarmen den Pferden abnehmen, landet auch in der deutschen Schweinezucht. 2019 veröffentlichte der Deutsche Bundestag Zahlen zum Verbrauch des Hormons in Deutschland. Danach sind vom 1. Februar 2013 bis zum 31. Januar 2016 rund 4 Millionen Einzeldosen PMSG eingesetzt worden. Vom 1. Februar 2016 bis zum 31. Januar 2019 sind es vermutlich ungefähr 6,4 Millionen Einzeldosen. Das Hormon stammt aus den Niederlanden, Island, Argentinien und Uruguay, also unter anderem aus genau den Ländern, aus denen die schlimmen Zustände auf den Blutfarmen bekannt sind. Dass es Schweinen in der Schweinezucht hierzulande extrem schlecht geht, wissen wir. Wer Schweinefleisch kauft, unterstützt außerdem ganz direkt Pferdequälerei.

Was können wir tun?

Solange wir Tierprodukte wie Fleisch, Milch, Eier, Leder oder Wolle kaufen, unterstützen wir damit Tierquälerei. Dabei geht es auch anders, und es ist gar nicht so schwer. Je mehr Menschen vegan leben, desto weniger Tiere werden gequält und getötet.

Probiert es wenigstens mal aus – unser Veganstart kennt jede Menge Tipps und Tricks.

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Was ihr beim Adoptieren von Tieren beachten solltet

Ihr wollt gerne einem Tier ein Zuhause schenken? Wir geben Tipps und stellen die wirklich wichtigen Fragen, dir ihr euch vorher ehrlich beantworten solltet.

17.Jul 2019

Habt ihr wirklich die Zeit?

Jedes Tier benötigt unterschiedlich viel Aufmerksamkeit: Pflege, Gassi gehen, Gehege sauber machen, Kuscheleinheiten und und und. Daher solltet ihr euch diese Fragen stellen: Wie oft seid ihr zuhause? Wie oft könntet ihr euch um das Tier kümmern? Greift euch jemand bei der Pflege unter die Arme? Könnt ihr euch auch langfristig um ein Tier zu kümmern?

Seid ihr euch eurer Verantwortung bewusst?

Vergesst bitte niemals: Einmal bei euch Zuhause, ist das Tier komplett auf euch angewiesen. Diese Verantwortung solltet ihr ernst nehmen. Einige Tiere werden 10, 15 oder sogar 80 Jahre alt! Das ist eine ganz schön lange Zeit. Um zu testen, ob ihr euch dieser Verantwortung gewachsen fühlt, könnt ihr euch mit Freunden austauschen und vielleicht auch mal ein Tier für zwei bis vier Wochen in Pflege nehmen. So bekommt ihr einen ganz guten Überblick und könnt abschätzen, ob ihr wirklich die notwendige Zeit und Energie aufwenden könnt und möchtet.

Bitte denkt dabei auch immer daran, dass euch das Tier nicht gehört, es euch nicht unterlegen ist und keinerlei Verpflichtung hat, mit euch zu kuscheln oder zu spielen. Ihr bietet ihm lediglich ein liebevolles Zuhause, auf das es angewiesen ist.

Schlafender Hund

Habt ihr wirklich genügend Platz?

Tiere benötigen unterschiedlich viel Auslauf. Der Bedarf unterscheidet sich aber von Tier zu Tier. Hunde müssen beispielsweise mehrmals am Tag raus und das auch nicht nur für fünf Minuten. Kaninchen sollte man nicht in einem kleinen Käfig halten. Fachliteratur oder Internetforen und Websites geben euch einen guten Einblick in die Pflege und Bedürfnisse der Tiere. Dabei solltet ihr alle Quellen kritisch betrachten – immer noch werden teilweise absolute Mindeststandards kommuniziert oder auch unzutreffende Angaben gemacht.

Habt ihr wirklich das Geld?

Auf den Punkt: Tiere kosten Geld. Und damit sind nicht nur die Anschaffungskosten gemeint, sondern auch Tierarztrechnungen, Futter und Pflege. Wird ein Tier älter, fallen auch meistens mehr Tierarztrechnungen an.

Kann das Tier wirklich (ohne einen Artgenossen) bei euch leben?

Manche Tiere vereinsamen, wenn sie einzeln gehalten werden. Andere eigenen sich auch überhaupt gar nicht dazu, in Wohnungen zu leben. Und dass das Tier traurig ist, ist schließlich das Letzte, was ihr wollt, richtig? Informiert euch vorher also unbedingt, ob das Tier wirklich (alleine) bei euch leben kann. Tipps dazu findet ihr auf unserer Webseite und auf PETA.de.

Katze am Fenster

Woher soll das Tier kommen?

Wir möchten euch darum bitten, immer ins Tierheim zu gehen. Denn egal ob Kaninchen, Meerschweinchen, Hund, Katze oder Vogel: All diese Tiere – und viele andere – warten in Tierheimen oder Pflegestellen auf ein neues Zuhause. Jedes Jahr landen über 300.000 Hunde, Katzen, Kaninchen, Reptilien und andere Tiere in deutschen Tierheimen – und sie müssen immer länger auf eine zweite Chance warten.

Manche von ihnen finden gar kein neues Zuhause und bleiben ihr Leben lang im Tierheim. Trotzdem züchten unverantwortliche Menschen ständig neue Tiere und kurbeln das Problem weiter an – für ihren Profit oder den Rassenwahn. Jeder Kauf von einem Züchter nimmt damit einem Tier im Tierheim die Chance auf ein liebevolles Zuhause.