So leiden brennende Stiere beim Toro-Júbilo-Festival in Spanien

Beim Toro-Júbilo-Festival in Spanien werden Stiere angezündet und durch die Stadt getrieben. So leiden die Tiere im Namen der Tradition.

© PACMA Fotos / CC by 2.0
21.Jul 2021

Warum ein Tier einfach nur töten, wenn man es vorher noch ausführlich quälen kann? Beim Festival Toro Júbilo im spanischen Medinaceli (Kastilien) werden jedes Jahr Stiere angezündet. Die Besucher:innen feiern, wie das Tier qualvoll stirbt. Das Toro-Júbilo-Fest ist neben dem grausamen Stierkampf und dem Stierrennen in Pamplona nur eine weitere Form von vermeintlicher Tradition, die jedoch Tierquälerei ist und abgeschafft gehört.

Was ist das Toro-Jubilo-Festival?

Beim Toro-Júbilo-Festival handelt es sich um einen rund 400 Jahre alten Brauch, der auch heute noch trotz grausamer Tierquälerei im Namen der Tradition stattfindet. Jedes Jahr in der zweiten Novemberwoche werden dem „Toro de Fuego“, also dem „Feuerstier“ Pechfackeln auf dem Kopf befestigt, die anschließend in Flammen gesetzt werden. Wenn der Stier brennt, wird er von dem Holzpfahl, an dem er zumeist festgebunden ist, losgeschnitten und durch die Straßen gejagt.

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Warum ist das Feuerstier-Festival Tierquälerei?

Meist muss der Stier in seiner Panik mehrere Stunden lang in Todesangst herumrennen, während brennende Pechklumpen auf seinen Kopf fallen und Haut, Haare und Augen verbrennen. Auch die Tonerde, die vor der Prozedur auf den Körper des Stieres aufgetragen wird, lindert die Schmerzen nicht. In den Hörnern der Tiere verlaufen Nervenbahnen, die das Feuer angreift. Schmilzt das Horninnere durch die große Hitze, fügt das den Tieren enorme Qualen zu. [1]

Bei dem verzweifelten Versuch, das Feuer zu löschen, rennen die brennenden Stiere immer wieder mit dem Kopf gegen Steinwände, Laternenpfähle und andere Gegenstände. Die getrockneten Tonklumpen, die das Tier schützen sollen, fallen ihm durch die panischen Bewegungen vom Körper.

Warum werden die Stiere angezündet?

Der grausame Brauch soll an die Vertreibung der Mauren aus Spanien vor etwa 400 Jahren erinnern. [2] Die Zuschauer:innen um das panische, leidende Tier johlen und feiern die Tierquälerei. Einige Tiere sterben schon während dieses Spektakels an ihren Verletzungen oder stressbedingtem Herzinfarkt. [3]

In ihrer panischen Angst zucken die Tiere teils so heftig in dem Versuch, das Feuer zu löschen, hin und her, dass sie sich selbst das Genick brechen können. [3] Denjenigen Stieren, die die Flammentortur überleben, wird die Kehle durchgeschnitten, nachdem das Feuer gelöscht ist. Dann wird das Fleisch des Stieres auf dem Festival als „Festmahl“ serviert.

© PACMA Fotos / CC by 2.0

Wieso ist das Fest noch nicht verboten?

Obwohl der Tiermissbrauch und die Qualen, die die Feuerstiere beim Toro Júbilo erleiden müssen, offensichtlich sind, verstecken sich die Organisator:innen hinter fadenscheinigen Begriffen wie „Tradition“. Damit wird das Tierleid auch vor Gericht legitimiert. Weil das Fest seit mehr als 400 Jahren stattfindet und seit 2002 als traditionelles Stierspektakel gilt, hat das Regionalparlament bisherige Verbotsanträge abgewiesen. [4] Das muss sich ändern, denn Tierquälerei ist keine Kultur!

Ihr wollt etwas dagegen tun?

Unterschreibt unsere Petition und fordert die Regierung der Provinz Soria auf, das grausame Toro-Júbilo-Fest zu verbieten.

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7 Gründe, warum Stierkämpfe verboten werden sollten

Tausende Stiere werden jedes Jahr im Namen der Tradition getötet. Hier sind nur ein paar Gründe, warum Stierkämpfe abgeschafft gehören.

Foto: JMcArthur
21.Jul 2021

Weil es den Brauch schon seit mehr als 200 Jahren gibt, gelten Stierkämpfe in Spanien und anderen Ländern wie Frankreich und Portugal als Tradition. Am Ende sind die vermeintlich kulturreichen Abläufe in der Arena aber nur eins: die brutale, einstudierte Tötung extra gezüchteter Stiere. Darum muss die Tierquälerei zur Unterhaltung zahlender Zuschauer:innen endlich ganz aufhören.

1. Blutige Stierkämpfe nur noch Tourismusattraktion

Laut einer Gallup-Umfrage sprechen sich 76 Prozent der Spanier gegen den Stierkampf aus. Umso schlimmer, dass vor allem Steuergelder (auch aus Deutschland) und zahlende Tourist:innen dieses blutige Geschäft am Laufen halten. Im Schnitt sterben jedes Jahr schätzungsweise mehrere Tausend sogenannte Kampfstiere für nichts weiter als „Touri-Unterhaltung“. [1]

2. Stiere leiden vor und während des Kampfes

Die Stiere werden vor den Kämpfen oft in dunklen, engen Verschlägen gehalten. Das grelle Sonnenlicht soll die Tiere zusätzlich anstacheln, sobald sie dann in die Arena gelassen werden. Außerdem ist die Stierkampfarena absichtlich so aufgebaut, dass die Tiere die Orientierung verlieren und nicht zurück in Richtung Stall laufen. Während des Kampfes rammen die sogenannten Picadores (Matadore zu Pferd) ihnen Lanzen in die Nackenmuskulatur. Das hat einen Zweck: So können die Tiere ihren Kopf nicht mehr heben, werden durch den Blutverlust immer schwächer und der Matador hat es leichter, sie zu töten.

JMcArthur

3. Auch Pferde werden bei Stierkämpfen tödlich verletzt

Für Stierkämpfe werden auch – meist ältere – Pferde missbraucht, auf denen die Picadores in der Arena reiten. Die oft ehemaligen Rennpferde bekommen Augenbinden, um sie ruhigzustellen, während die Reiter die Stiere von oben herab aufspießen und verletzen. Immer wieder kommt es vor, dass auch Pferde von den Hörnern oder Lanzen erwischt werden, stürzen und schwere, bis hin zu tödlichen Verletzungen davontragen. Im Stillen, abseits der Augen der Zuschauer:innen, werden die Pferde dann getötet. [2]

4. Stiere sterben langsam und qualvoll

Während des Kampfes brechen die Stiere irgendwann aufgrund von Schmerzen und Blutverlust geschwächt zusammen. Der Matador sticht dann immer wieder mit einem scharfen Messer auf das Tier ein und versucht, die Halsschlagader zu durchtrennen, um den Stier so zu töten. Oft gehen die Stiche daneben und durchbohren stattdessen die Lungen und andere Organe. [3]

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5. Grausame Qualen auch nach dem Kampf

Nicht immer sterben die Stiere während des Kampfes: Nach dem Kampf werden die Tiere teilweise noch bei vollem Bewusstsein mit Gabelstaplern aus der Arena gezogen. Obwohl sich die Stiere zu dem Zeitpunkt schon in einem qualvollen Todeskampf befinden, wird ihnen anschließend die Kehle aufgeschnitten und man lässt sie langsam ausbluten.

6. Die Kämpfe sind auch für Menschen gefährlich

Bei den grausamen Kämpfen sterben aber nicht nur Tiere. Immer wieder kommt es vor, dass auch die Matadore schwer verletzt oder gar getötet werden. Auch Zuschauer:innen sind in Gefahr: 2019 sprang ein Stier bei einem verzweifelten Fluchtversuch auf die Tribüne. Unter dem immensen Stresseinfluss verletzte das verstörte Tier 19 Personen auf den Zuschauerrängen. [4]

7. Grausames Volksfest in Pamplona

Kampfstiere werden aber auch zu anderen tierquälerischen „touristischen Attraktionen“ missbraucht: Bei dem jährlichen Stierrennen "San Fermín" werden die verängstigten Stiere von grölenden Menschenmassen durch die Straßen von Pamplona getrieben. Häufig brechen sich die Tiere in den engen, rutschigen Gassen die Knochen oder ziehen sich andere schmerzhafte Verletzungen zu. Zum Schluss werden sie in der Stierkampfarena abgeschlachtet.

Was könnt ihr gegen Stierkämpfe tun?

Manche Reiseveranstalter bieten noch immer Ausflüge zu Stierkämpfen oder Stierrennen an. Wenn ihr auf so etwas stoßt, schreibt den Unternehmen beispielsweise eine Mail oder über deren Social-Media-Kanäle. Weist sie auf die Grausamkeit hin und bittet darum, diese Veranstaltungen aus dem Angebot zu nehmen. Ihr seid schon im Urlaub? So erkennt ihr Tierquälerei auf Reisen.