Corona-Lockdown: Wie Tiere sich die Städte zurückerobern

Tiere erobern sich im Zuge der Corona-Pandemie die Städte zurück. Doch viele leiden auch ganz besonders unter der Situation.

22.Apr 2020

In den letzten Tagen sorgten spektakuläre Bilder aus Ländern rund um den Globus für Schlagzeilen: Wildtiere tummeln sich in menschenleeren Städten. In Santiago de Chile ging ein junger Puma in einem Wohngebiet auf Nahrungssuche; durch San Francisco ziehen Kojoten; in Tel Aviv sieht man Schakalfamilien; durch Paris streifen Hirsche; und in den Straßen Barcelonas nutzen Wildschweine die Ruhe. Doch nicht nur in Großstädten sind solche Veränderungen zu wahrzunehmen: Im walisischen Llandudno erfreuen sich wilde Kaschmirziegen seit Tagen an den köstlichen Hecken der Stadt. Und in deutschen Gärten machen es sich Füchse schon mal auf Gartenliegen gemütlich.

Natur- und Tierschützer aus verschiedenen Ländern berichten, dass sich in städtischen wie auch ländlichen Gegenden mehr Vogelpaare zusammenfinden. Dies betrifft teilweise auch vom Aussterben bedrohte Tiere, deren Population sich nun stark erhöhen könnte. Diese Nachrichten geben uns ein gutes Gefühl. Warum? Weil sie Hoffnung machen. Hoffnung darauf, dass sich die Natur erholen und sich Räume zurückerobern kann, wenn Mensch sie lässt. In normalen Zeiten tun viele Städte alles in ihrer Macht Stehende, um Tiere möglichst fernzuhalten. Denn Wildtiere, ihr Verhalten und ihre Bedürfnisse vertragen sich meist nicht mit dem Leben der Menschen und ihren Vorstellungen davon, wie Städte aussehen sollten.

© PETA India
In vielen Städten sind Affen auf Nahrungsreste angewiesen.

Doch so schön und mutmachend die Bilder sein mögen: Corona und menschenleere Städte sind für viele Tiere auch ein Problem. Einige Wildtierarten wie auch obdachlose „Heimtiere“ wie Hunde und Katzen leben von dem, was Menschen auf die Straße werfen oder Restaurants in Tonnen entsorgen. Aus vielen Städten wird bereits von hungernden Straßentieren berichtet. Die Affen, die in diesem Video zu sehen sind, leiden offenbar darunter, dass sie keine Nahrung mehr von Passanten und Touristen bekommen. Auch andere Wildtiere wie Aasgeier, die sonst die Städte von allerhand Überresten säubern, leiden unter Nahrungsmangel. Und weltweit suchen zigtausende Hunde und Katzen, die kein Zuhause haben, auf den Straßen nach etwas Essbarem. Ebenfalls besonders betroffen sind Tauben, weshalb wir uns aktuell gegen das Fütterungsverbot stark machen.

Tauben finden aktuell noch weniger Nahrung.

Viele Tierschutzorganisationen haben bereits damit begonnen, die hungernden Tiere so gut wie möglich zu versorgen – so auch die von PETA unterstützte indische Organisation Animal Rahat. In Rumänien kümmern wir uns zusammen mit unseren Partnern vor Ort um heimatlose Tiere und helfen mittellosen Familien, denen es in diesen Zeiten noch dringender an allem fehlt, bei der Versorgung ihrer Vierbeiner. Denn schon jetzt macht sich bemerkbar, dass mehr Tiere als zuvor ausgesetzt werden.

Und jetzt?

Die Tiere brauchen in diesen schweren Zeiten unsere Hilfe besonders stark. Und auch, wenn die Rückkehr von Wildtieren in unsere Städte Mut macht – die Frage lautet: Was passiert, wenn die Corona-Maßnahmen aufgehoben werden und nach und nach alles wieder läuft wie vorher? Wir müssen uns deshalb dauerhaft für den Schutz von Lebensräumen stark machen und auch in Städten Rückzugsräume für Tiere ungenutzt lassen.

So könnt ihr auch während der Corona-Krise Tieren helfen.

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„Tiger King“: Hollywood-Verfilmung mit echten Tigern?

Nach dem Erfolg der Netflix-Doku kommt die Hollywood-Serie. Wie gehen Kate McKinnon und andere Stars dabei mit Tierquälerei um?

22.Apr 2020

Wer die aktuell herumschwirrenden Memes über Joe Exotic, Carole Baskin und ihren mysteriös verschwundenen Ehemann nicht versteht, gehört wohl zu den wenigen Menschen, die bisher „Tiger King“ verpasst haben. Die siebenteilige Netflix-Doku erzählt die wahre Geschichte eines Tigerzoo-Betreibers nach, der im Gefängnis landet, weil er einen Auftragsmörder auf eine Tierrechtlerin angesetzt haben soll. Das Internet kriegt sich vor lauter skurrilen Charakteren gerade kaum noch ein, und natürlich steht auch schon die Hollywood-Version der Geschichte an.

Dabei wird Kate McKinnon die Tigerretterin Carole Baskin spielen, andere Rollen werden gerade besetzt. Und weil Tiger, die eingesperrt und zu merkwürdigen Kunststücken gezwungen werden, in der Geschichte eine zentrale Rolle spielen, ist jetzt natürlich die Frage: Will die Verfilmung dafür echte Tiger quälen? PETA USA wendet sich per Brief direkt an die Kate McKinnon und Universal und fordert sie auf, für die Hollywood-Serie auf bestehende Filmaufnahmen oder CGI zu setzen. Für eine Geschichte über Tierrechte sollten schließlich keine Tiere leiden. Bisher gibt es noch kein Statement von Seiten der Produktion.

Was sonst so geht im Streamingland? Das weiß unsere Netflix-Liste.