Film „Dream Horse“ verherrlicht Tierquälerei im Reitsport

Im August 2021 startete der Film „Dream Horse“: Statt die Realität des blutigen „Sports“ zu zeigen, wird das Tierleid romantisiert. Jetzt lesen!

youtube.com / KinoCheck
12.Aug 2021

Am 12. August 2021 lief der Film „Dream Horse“ in den deutschen Kinos an. [1] Im Film geht es um die Geschichte des Pferdes Dream Alliance die auf einer wahren Begebenheit beruht. Erzählt wird, wie die britische Pferdezüchterin Jan Vokes ihre Karriere mit der Züchtung von sogenannten Rennpferden begann. Die Aufmachung des Films als Komödie verschleiert jedoch die traurige Realität des Reitsports und der systematischen Ausbeutung von Tieren.

5 Gründe, warum niemand „Dream Horse“ schauen sollte

1. Der Film romantisiert die grausame Realität des Reitsports

Der Film vermittelt das Bild, ein Pferd nur aus einem einzigen Grund zu züchten und so lange auf Höchstleistung zu trainieren, bis es aus Pferderennen als Sieger herausgeht, sei ein erstrebenswertes Lebensziel – in diesem Fall ist es der Traum der britischen Pferdezüchterin Jan Vokes. In der Realität verletzen „Sportpferde“ sich jedoch oftmals wegen extremer körperlicher Belastungen und gewaltsamen Umgangs beim Training oder bei Wettkämpfen, sie stürzen, ziehen sich dabei schwere Verletzungen zu oder sterben sogar: Entweder werden sie unter anderem wegen komplizierter Knochenbrüche eingeschläfert oder sie sterben beispielsweise an Herz-Kreislauf-Versagen, Aorta-Abrissen und Stress-Koliken. [2]

2. „Rennpferd“ Dream Alliance litt im wahren Leben

Der Film dreht sich um die Geschichte des Pferdes Dream Alliance. Als Vorlage dient die wahre Begebenheit rund um den Plan von Jan Vokes, ein erfolgreiches „Rennpferd“ zu züchten. Dafür kaufte sie die Stute Rewbell zu einem Preis von 350 Pfund. Für 3.000 Pfund ließ sie die Stute von dem amerikanischen Vollbluthengst Bien Bien, einem pensionierten „Rennpferd“, schwängern. Aus dieser Zucht entstand das Fohlen Dream Alliance. Sein Name gab ihm die Investorengruppe, die die Zucht des Fohlens finanziell ermöglichte.

Dream Alliance war Jan Vokes erstes „Zuchtprojekt“ im sogenannten Pferderennsport – doch Vokes züchtete davor bereits Windhunde und Tauben zu Wettbewerbszwecken. [3]

Dream Alliance wurde gezwungen, an zahlreichen Rennen teilzunehmen. Aus seinen vierten Rennen 2006 ging der Wallach erstmals als Sieger hervor. [4] Bei einem Wettkampf 2008 zog Dream Alliance sich einen Sehnenriss zu – nur weil der Jockey schnell handelte und der zuständige Manager sich weigerte, wurde das verletzte Tier nicht eingeschläfert. Danach wurde Dream Alliance erfolgreich mit einer neuen Stammzellentherapie behandelt – und wurde erneut zur Teilnahme an Pferderennen gezwungen. [3] Beim Grand National 2010 konnte der Wallach das Rennen nicht beenden – anschließend wurden bei ihm Lungenprobleme diagnostiziert. Bis 2012 wurde Dream Alliance dennoch zur Teilnahme an sieben weiteren Rennen gezwungen, bevor er 2012 pensioniert wurde. Der Großteil der Einnahmen aus den Rennen ging für seine medizinischen Behandlungen drauf. [3]

3. Die Zucht von Tieren darf kein Geschäftsmodell sein

Im Film möchte die Bardame Jan Vokes um jeden Preis ein Rennpferd züchten. Dafür kauft sie eine Stute, die sie zu einem Preis von mehreren Tausend Pfund von einem sogenannten Deckhengst schwängern lässt. In der Reitsportszene sind bei der Zucht von künftigen Turnierpferden Methoden wie künstliche Befruchtung und teilweise Leihmutterschaften gängige Praxis – um aus allen beteiligten Tieren den möglichst größten „Nutzen“ zu ziehen. Das Wohl der Tiere ist dabei aus Profitgründen meist zweitrangig.

4. Filmpferde leiden in der Filmindustrie

Tiere sind nicht dazu da, uns zu unterhalten. Das gilt für tierquälerische Wettbewerbe, aber auch für Film und Fernsehen. Wenn Tiere in Film und Fernsehen eingesetzt werden, werden sie regelmäßig mit Gewalt zum Gehorsam gezwungen – Schläge und Elektroschocks gehören oftmals zum Trainingsprogramm. In dem Film wurde allein Dream Alliance von mehreren Pferden verkörpert – zahlreiche weitere Tiere mussten vor der Kamera stehen, wurden zu inszenierten tierquälerischen Rennen gezwungen und bei den Dreharbeiten einem hohen Verletzungsrisiko ausgesetzt. [3]

5. „Dream Horse“ vermittelt veraltete Denkweisen: Speziesismus

Insgesamt vermittelt der Film „Dream Horse“ ein falsches Bild und eine völlig veraltete Denkweise: dass Tiere für uns Menschen einen „Nutzen“ erfüllen müssen. Die Annahme, dass Tiere in Wettkämpfen erfolgreich sein, Profit bringen, uns unterhalten oder uns als Nahrung dienen sollen, ist Speziesismus. Im Film sagt Jan Vokes zu Dream Alliance: „Für das hier bist du geboren worden, Dream.“ [1] Die Message des Films ist, dass es in Ordnung sei, Tiere als Mittel zum Zweck zu sehen und ihre individuellen Bedürfnisse zu ignorieren. Tiere sind jedoch fühlende Lebewesen, die ein möglichst selbstbestimmtes Leben verdienen – ohne Zwang und Gewalt.

„Dream Horse“ verharmlost tierquälerische Industrien

„Dream Horse“ gibt der mit massivem Tierleid verbundenen Industrie eine Plattform, verharmlost dabei die systematische Ausbeutung fühlender Lebewesen und stellt das Wohl und die Bedürfnisse von Pferden in den Hintergrund.

Ihr wollt lieber tierfreundliche Filme sehen?

In den Kinos und auf verschiedenen Streaming-Plattformen gibt es zahlreiche unterhaltsame Filme, die zeigen, dass Unterhaltung auch ohne Tierleid geht. Immer mehr Filme kommen ohne den Einsatz von Tieren aus und setzen stattdessen auf modernste CGI-Technik. Die spannenden Dokus „Seaspiracy“ und „Mein Lehrer, der Krake“ zeigen, wie ein respektvoller Umgang mit Tieren aussieht und warum wir sie schützen müssen.

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Tierquälerei beim Fischertag Memmingen

Der Fischertag Memmingen lockt jedes Jahr Tausende Menschen an. Bei dem Wettbewerb töten Angler unzählige Fische. Erfahrt hier, was daran falsch ist!

12.Aug 2021

Angeln ist kein Sport, sondern Tierquälerei. Inzwischen haben das zum Glück viele Leute begriffen, nur in Memmingen tun sie sich damit noch schwer. Die kleine Stadt im Allgäu veranstaltet jedes Jahr vor den Sommerferien einen Fischertag, an dem rund 30.000 Mitwirkende und Zuschauer teilnehmen. [1] Über 1.000 Angler fischen innerhalb von wenigen Minuten den Stadtbach leer und töten die Forellen im Rahmen eines Wettbewerbs: Wer den schwersten Fisch fängt, darf sich zudem ein Jahr lang „Fischerkönig“ nennen. [2]

Etwa vier bis sechs Wochen nach dem Event werden etwa 5.000 Forellen im Stadtbach ausgesetzt, [3] nur damit sich Monate später erneut hunderte Fischer auf sie stürzen, um sie mit Keschern zu fangen. Während die Männer das tun, stoßen sie seltsame Laute aus und vollführen nebenbei den „Wackeltanz“. Wer die schwerste Forelle fängt, gewinnt den Wettbewerb des Fischertags Memmingen und wird zum „Fischerkönig“ ernannt. Nach dem Fang gehen die Memminger Stadtbachfischer mit den Tieren in die Tötungszelte, sogenannte „Versorgungsstationen“, wo die Fische getötet, aber nicht ausgenommen werden dürfen. PETA-Aufnahmen aus dem Jahr 2012 zeigen, wie unsachgerecht betäubte Tiere aufgeschnitten werden, obwohl die Veranstalter behaupten, verantwortungsvoll mit den Tieren umzugehen. Eigentlich müssten die Fische laut Vorschrift des Fischereivereins innerhalb von 30 Minuten nach dem Fang getötet werden. Die Schlange vor den Tötungszelten ist aber so lang, dass es meist deutlich länger dauert. Für die Fische bedeutet das noch längere Qualen, bevor sie getötet werden.

Tierquälerei und Sexismus – darum steht der Fischertag Memmingen in der Kritik

In den Medien wurde in den letzten Jahren verstärkt thematisiert, dass nur männliche Bewohner des Orts an der Veranstaltung in Memmingen teilnehmen dürfen, die einen Fischereischein haben – falls sie den nicht haben, reicht es auch, wenn sie den vereinsinternen Fischerkurs besucht haben. Im August 2020 entschied ein Gericht, dass auch Frauen an dem Wettbewerb teilnehmen dürfen, der ansässige Fischereiverein legte jedoch Berufung ein. [4] Bei dieser Diskussion rückt leider in den Hintergrund, dass unzählige Tiere bei diesem Stadtfest gejagt und getötet werden, rein zur Bespaßung der Zuschauer. Dies erinnert an altertümliche Feste einer längst vergangenen Zeit, bei denen in Arenen Menschen und Tiere vor jubelndem Publikum getötet wurden.

Angelwettkämpfe verstoßen generell gegen das Tierschutzgesetz: Nach Paragraf 1 des Tierschutzgesetzes darf niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. Die Verantwortlichen des Memminger Fischertags argumentieren, dass die Fische anschließend gegessen würden. Doch steht hier der Wettbewerbsgedanke eindeutig im Vordergrund. Auch die vorgeschobene nötige Reinigung des Bachs ist kein Grund zum Leerfischen und Töten der Fische, denn das jährliche, erneute Aussetzen neuer Fische in den Memminger Stadtbach erscheint vor diesem Hintergrund mehr als fragwürdig. Bitte helft uns, den Fischertag in die Geschichtsbücher zu verbannen.

Wenn ihr Tieren helfen und gegen tierquälerische Veranstaltungen aktiv werden wollt, könnt ihr euch den PETA ZWEI-Streetteams in euer Nähe anschließen und gemeinsam Aktionen planen, um auf die Ausbeutung von Tieren hinzuweisen und zu einem Wandel beizutragen.