Elefanten im Zirkus: 10 Gründe, warum das Tierquälerei ist

In deutschen Zirkussen dürfen noch immer Wildtiere wie Elefanten gehalten und zu Show-Einlagen gezwungen werden. Jetzt lesen!

18.Jun 2021

Tierdressuren im Zirkus sind in vielen Ländern verboten oder eingeschränkt: So gilt zum Beispiel in Griechenland ein Verbot für alle Tiere im Zirkus, [1] während in Österreich, den Niederlanden, Irland und vielen weiteren Ländern zumindest bestimmte Tierarten in Zirkussen verboten sind. [2] In Deutschland hingegen dürfen Zirkusse nach wie vor Wildtiere wie Elefanten zu Auftritten zwingen. Erfahrt hier, warum das Tierquälerei ist.

1. Für spektakulär aussehende „Kunststücke“ zwingen Dompteure Elefanten dazu, völlig artfremde Körperhaltungen einzunehmen. Dressurnummern wie der Kopfstand oder das Stehen auf den Hinterbeinen belasten jedoch Gelenke und Sehnen der Tiere stark und bedeuten ein hohes Gesundheitsrisiko für die grauen Riesen.

2. Um Elefanten zu solchen Tricks zu bringen, werden sie mit brutalen Dressurmethoden und Gewalt gefügig gemacht. Die Dompteure fügen ihnen häufig mit spitzen Elefantenhaken Schmerzen zu, damit die Tiere ihnen gehorchen.

3. In der Natur legen Elefanten täglich durchschnittlich 25 Kilometer zurück [3] – im Zirkus hingegen können sie sich kaum frei bewegen und leiden in der Enge der Gefangenschaft.

4. Das entbehrungsreiche Leben hinterlässt Spuren, und so zeigen die meisten Elefanten im Zirkus teilweise schwere Verhaltensstörungen. Beim sogenannten „Weben“ wackeln die Tiere mit dem Kopf oder wippen mit dem Körper vor und zurück.

https://www.youtube.com/watch?v=Yo_Qh1s8bHw

5. Wanderzirkusse ziehen regelmäßig von einer Stadt zur nächsten, sodass sich die Tiere nie richtig an einen Standort gewöhnen­ können. Sie werden auf engen LKW ständig quer durch Deutschland transportiert und leiden dabei unter den enormen Strapazen.

6. Nachts werden die Elefanten in der Regel an zwei Beinen angekettet, damit sie nicht weglaufen. Das ist vollkommen legal. Dadurch sind sie in ihrer Bewegungsfreiheit noch mehr eingeschränkt als sowieso schon.

7. Apropos weglaufen: Sollte ein Elefant mal die Chance zur Flucht nutzen und ausbrechen, wird er direkt wieder eingefangen. Wenn das nicht gelingt, wird er getötet – so wie die Elefantendame Tyke, die 1994 auf ihrer Flucht in den USA erschossen wurde. [4] Für die Elefanten im Zirkus gibt es kein Entkommen.

8. Alle Elefanten, die in deutschen Zirkusse leben, wurden als Kinder ihren Familien und ihrem natürlichen Lebensraum entrissen. Meist werden sie bis zum letzten Atemzug dazu gezwungen, uns Menschen zu unterhalten. [5]

9. Die Familie ist das Wichtigste im Leben von Elefanten. In der Natur leben miteinander verwandte weibliche Tiere in großen Herden. Das Leben im Zirkus hingegen hat nichts mit diesem normalen Sozialgefüge zu tun. Im Zirkus leben Elefanten in kleinen Gruppen mit nicht verwandten Artgenossen, weshalb es auch zu Konflikten kommt. [5] Manche werden sogar einzeln gehalten, was für die sozialen Tiere eine absolute Qual bedeutet.

10. Elefanten im Zirkus sterben meist viel früher als ihre Artgenossen in freier Wildbahn. [5] Die Gründe dafür sind vielfältig: In Gefangenschaft leiden sie extrem unter oftmals schlechten Haltungs- und Lebensbedingungen – Einsamkeit, Bewegungsmangel, Gewalt und Stress setzen den sensiblen Tieren zu.

So könnt ihr Elefanten und anderen Tieren im Zirkus helfen

Obwohl in vielen Ländern die Haltung von Wildtieren wie Elefanten bereits verboten wurde, hat die Bundesregierung in Deutschland jahrzehntelang nicht gehandelt. Im Herbst 2020 wurde zwar der Entwurf für ein Wildtierverbot vorgestellt, das zumindest die Haltung einiger Arten in reisenden Zirkussen verbieten soll. [6, 7] Neben Elefanten soll in Wanderzirkussen in Zukunft auch die Neuanschaffung von Giraffen, Nashörnern, Flusspferden, Bären und Affen verboten werden.

Das reicht aber bei Weitem nicht aus. Ein Gesetz, das in einem ersten Schritt zumindest alle Wildtiere im Zirkus verbietet, ist überfällig. Solange es das nicht gibt, könnt ihr euch einem Streetteam in eurer Nähe anschließen und gemeinsam gegen Tierquälerei in Zirkussen aktiv werden.

Unterhaltung

Weil es gar nicht so lustig ist.
Mehr Erfahren

Go Vegan!

Circus Krone soll Elefanten den Ruhestand gönnen – helft jetzt!

Circus Krone hat die Elefantendamen Bara und Burma aus dem Ruhestand zurückgeholt. Unterschreibt jetzt unsere Petition!

18.Jun 2021

Nachdem Circus Krone die Elefantendamen Bara und Burma zeitweise nach Spanien in den Ruhestand entlassen hatte, holte er sie 2019 nach noch nicht mal einem Jahr zurück. Die Elefanten werden weiterhin gezwungen, in der Manege Kunststücke aufzuführen. 

Aus dem Ruhestand zurückgeholt

Eigentlich hatten Bara und Burma es geschafft. Nach einer langen Zeit voller Leid, Schmerz und Zwang durften sie im Frühjahr 2019 im Alter von 44 Jahren gemeinsam mit den Elefantinnen Mala, Aisha und Kenia umziehen. Weg aus dem Circus Krone, wo sie in Enge gehalten und zu Kunststücken gezwungen wurden, und stattdessen in ein einigermaßen selbstbestimmtes Leben in einem spanischen Tierpark. Doch dann holte der Zirkus sie im Dezember 2019 zurück nach Deutschland, und alles begann wieder von vorne.

Für das Winterprogramm holte Circus Krone Bara und Burma zu Weihnachten zurück ins nasskalte München – eine schwere Reise mit traurigem Ziel. Die alten Elefantendamen sind schwer gezeichnet von ihrer Zeit im Zirkus, zeigen Verhaltensstörungen und sind krank. In Spanien konnten sie endlich anfangen, sich wenigstens ein bisschen zu erholen. Das hat ihnen der Zirkus genommen, um noch mal mit ihnen Geld verdienen zu können.

Elefanten in Ketten bei Circus Krone

Seit Jahren bestätigen Gutachten immer wieder, wie schlecht es den Elefanten im Circus Krone geht. Sie zeigen teils extreme Verhaltensstörungen, werden nachts angekettet und haben viel zu wenig Bewegung und Beschäftigungsmöglichkeiten.

2012 starben bei Circus Krone gleich zwei Elefanten kurz nacheinander: Colonel Joe und Sandrin, die schon seit Jahren krank waren. 2017 starb dann Elefantendame Delhi, vermutlich an Herzversagen. Seitdem gab es noch fünf Elefanten im Circus Krone, die 2019 zunächst gemeinsam nach Spanien durften. Mala, Aisha und Kenia blieben dort, während Bara und Burma zurück in die Manege mussten. Im November 2020 starb Elefantendame Mala. Sie wurde über 50 Jahre lang als Unterhaltungsobjekt missbraucht und litt ebenfalls unter einer Verhaltensstörung.

Wegen Corona: Bara und Burma in Spanien

Weil aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie keine Zirkusvorführungen stattfinden, wurden Bara und Burma 2020 zurück nach Spanien gebracht. Doch wie lange die beiden Elefantendamen die Auszeit genießen können, weiß niemand. Wahrscheinlich wird Circus Krone sie nach der Pandemie erneut zurück nach Deutschland holen. Im bayerischen Weßling ist ein Elefantengehege geplant, in dem die ehemaligen Tiere des Circus Krone dann gegen Eintritt zur Schau gestellt werden.

Bitte unterschreibt jetzt unsere Petition an den Circus Krone und fordert die Direktion auf, Bara und Burma dauerhaft im Ruhestand in Spanien zu belassen!

An error occurred. Please try again.