Fühlen Fische Schmerz?

Viele fragen sich immer noch, ob Fische Schmerzen fühlen. Wir zeigen auf, wie es den Fischen ergeht.

19.Feb 2021

Besonders Angler kommen gerne mit dem Argument um die Ecke, Fische hätten kein Schmerzempfinden. Verwirrend ist auch, dass es Leute gibt, die sich als „Vegetarier“ bezeichnen, aber weiterhin Fische essen. Was fühlen Fische denn nun wirklich, wenn sie erschlagen und ausgenommen werden?

Fakt: Fische fühlen Schmerzen

Die Annahme, Fische würden weniger fühlen als wir, ist falsch. Sie haben ein komplexes Nervensystem, und auch ihr Schmerzsystem ist mit unserem vergleichbar [1].Studien zeigen immer wieder, dass Fische ihr Verhalten ändern, um Schmerzen zu vermeiden. Sie verzichten zum Beispiel tagelang auf Nahrung, wenn es die nur in dem Bereich eines Aquariums gibt, in dem sie gleichzeitig Stromschläge abbekommen. [2]. Andere Studien zeigen, dass sie gezielt Teile des Beckens aufsuchen, in denen Schmerzmittel im Wasser gelöst sind, wenn ihnen vorher Schmerzen zugefügt wurden [3].

Was hat der Speziesismus damit zu tun?

Die Vorstellung, dass es weniger schlimm sei, Fische zu quälen, als beispielsweise Katzen oder Hunde, hat mal wieder mit dem Speziesismus zu tun: Menschen sprechen verschiedenen Tieren ziemlich willkürlich verschiedene Eigenschaften zu und behandeln sie deshalb unterschiedlich. Fische können nicht vor Schmerzen schreien, deshalb fällt es leicht, ihre Schmerzen zu ignorieren. Und weil sie anders als etwa Menschen keinen Neocortex im Gehirn besitzen, über den bei uns das Schmerzempfinden gesteuert wird, übersieht man einfach, dass ihr Schmerzzentrum in anderen Körperregionen sitzt [4].

Dabei muss man sich eigentlich nur mal mit Fischen beschäftigen, um zu merken, wie klug und sensibel sie sind – das ist viel sinnvoller und richtiger als Tierversuche. Manche von ihnen lassen sich gerne streicheln, andere sind ängstlicher. Und einem Fisch, der am Angelhaken zappelt, geht es ganz offensichtlich nicht gut, auch wenn Angler gerne etwas anderes behaupten.

Diese 9 Fischalternativen tun übrigens niemandem weh.

 

Hinweis: PETA lehnt Tierversuche konsequent ab. Die oben genannten Studien mit Fischen sind jedoch bereits vorhanden und liefern den wissenschaftlichen Beweis für die Verhaltensweisen der Tiere. Auch wenn für diesen Nachweis möglicherweise Tiere leiden mussten, müssen die Ergebnisse öffentlich gemacht werden, denn sie zeigen, wie faszinierend Fische sind und dass ihr Fleisch nicht auf unserem Teller landen sollte.

  • Quellen

    [1] Sneddon, Lynne U. (2019): Evolution of nociception and pain: evidence from fish models. In: Philosophical Transactions of the Royal Society B. London: The Royal Society

    [2] Sneddon, Lynne U. (2003): The Evidence for Pain in Fish: The Use ofMorphine as an Analgesic. Applied Animal Behaviour Science, 83(2),153-162.

    [3] Sneddon, Lynne U. (2012): Clinical anesthesia and analgesia in fish. Journal of Exotic Pet Medicine, 21(1), 32-43.

    [4] Braithwaite, Victoria A. (2006): Cognitive Ability in Fish. Behavior and Physiology of Fish. San Diego: Elsevier Academic Press

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Weil Schmerzen nicht schön sind.
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Foie gras: So werden Enten und Gänse für Stopfleber gequält

Foie gras wird auch nach Deutschland verkauft. Aber was soll an einem kranken Tierorgan lecker sein, für das tausende Enten und Gänse leiden?

Foto: Stop Gavage
19.Feb 2021

Foie gras heißt übersetzt „Stopfleber“. In Deutschland und vielen anderen EU-Ländern ist es zwar verboten, Stopfleber herzustellen, der Import aus Frankreich, Belgien oder Ungarn ist aber erlaubt. Diese Lücke im System nutzen noch immer viele Restaurants in Deutschland aus und bestellen das Tierqual-Produkt, um es ihren Gästen vorzusetzen – und das, obwohl tausende Gänse und Enten dafür auf brutale Weise gequält und getötet werden.

So wird Foie gras hergestellt

Stellt euch mal vor, ihr werdet alleine oder mit Artgenossen in enge Gehege oder Käfige gesperrt und jemand schiebt euch jeden Tag mit einem langen Rohr oder Schlauch etwa 15 Kilogramm Spaghetti den Hals runter. So werden Enten und Gänse in oft bäuerlichen Betrieben mit fettigem Mais- oder Getreidebrei gemästet. In industriellen Anlagen passiert das per Massenproduktion maschinell.

Stop Gavage

Bei beiden Methoden geht es nur darum, die Leber der Tiere durch das erzwungene Mästen in wenigen Wochen massiv zu vergrößern und so Profite zu erzeugen. Ist die Leber groß genug, kommen die Tiere ins Schlachthaus, wo sie getötet und ihnen das Organ entnommen wird. Die Fettleber wird dann als Foie gras weiterverkauft, ohne dass sich die Hersteller oder Abnehmer für das enorme Leid der Tiere interessieren.

Viele Gänse und Enten sterben schon durch das Mästen

In maschinell unterstützten Betrieben stopft oft eine Person bis zu 1.000 Gänse oder Enten pro Stunde. [1] Der natürliche Würgereflex der Tiere wird dabei vollständig ignoriert. Die Prozedur ist für die Tiere allein dadurch schmerzvoll, da ihre Schnäbel mit unzähligen Nerven durchzogen sind.

Stop Gavage

Beim „Stopfen“ mit bis zu fünfzig Zentimeter langen Rohren und Stangen, mit denen der Brei in die Hälse gedrückt wird, kann es zu Rissen in der Speiseröhre und sogar inneren Blutungen kommen. Oft leiden die Tiere unter gebrochenen Knochen, haben Atemschwierigkeiten und sterben noch vor dem Weg ins Schlachthaus an Herz- und Organversagen. Nach einer bestimmten Zeit des Mästens sind die Enten und Gänse so ausgelaugt, dass sie sich kaum mehr auf den Beinen halten oder sich bewegen können.

Am Ende der zwölf bis 21 Tage dauernden Tortur werden die Tiere bei vollem Bewusstsein mit dem Kopf durch ein Elektrobad gezogen. Das wirkt nicht immer: Manche Gänse und Enten sind noch bei Bewusstsein, wenn ihnen die Kehle durchgeschnitten wird. Die Tiere bluten dann qualvoll aus.

Wer Stopfleber isst, isst ein krankes Organ

Es sollte jedem klar sein, dass es sich bei dieser angeblichen Delikatesse um das das kranke Organ eines Tieres handelt, das sein kurzes Leben unter schlimmsten Qualen verbringen musste. Nichts an dem Produkt Foie gras ist tierfreundlich, denn in jedem Fall stirbt und leidet ein Tier dafür, damit Menschen dessen unter enormem Stress verfettete Leber essen können.

Wo wir bei der Reihe „unfassbare Dinge, die wir Menschen essen“ sind… Schon mal was von „Balut“ gehört? Wenn nicht, solltet ihr jetzt lesen, warum angebrütete Eier auch nicht viel ekliger sind als das, was wir uns hier in Deutschland so in den Mund schieben.