Tierquälerei beim Fischertag Memmingen

Der Fischertag Memmingen lockt jedes Jahr Tausende Menschen an. Bei dem Wettbewerb töten Angler unzählige Fische. Erfahrt hier, was daran falsch ist!

06.Aug 2021

Angeln ist kein Sport, sondern Tierquälerei. Inzwischen haben das zum Glück viele Leute begriffen, nur in Memmingen tun sie sich damit noch schwer. Die kleine Stadt im Allgäu veranstaltet jedes Jahr vor den Sommerferien einen Fischertag, an dem rund 30.000 Mitwirkende und Zuschauer teilnehmen. [1] Über 1.000 Angler fischen innerhalb von wenigen Minuten den Stadtbach leer und töten die Forellen im Rahmen eines Wettbewerbs: Wer den schwersten Fisch fängt, darf sich zudem ein Jahr lang „Fischerkönig“ nennen. [2]

Etwa vier bis sechs Wochen nach dem Event werden etwa 5.000 Forellen im Stadtbach ausgesetzt, [3] nur damit sich Monate später erneut hunderte Fischer auf sie stürzen, um sie mit Keschern zu fangen. Während die Männer das tun, stoßen sie seltsame Laute aus und vollführen nebenbei den „Wackeltanz“. Wer die schwerste Forelle fängt, gewinnt den Wettbewerb des Fischertags Memmingen und wird zum „Fischerkönig“ ernannt. Nach dem Fang gehen die Memminger Stadtbachfischer mit den Tieren in die Tötungszelte, sogenannte „Versorgungsstationen“, wo die Fische getötet, aber nicht ausgenommen werden dürfen. PETA-Aufnahmen aus dem Jahr 2012 zeigen, wie unsachgerecht betäubte Tiere aufgeschnitten werden, obwohl die Veranstalter behaupten, verantwortungsvoll mit den Tieren umzugehen. Eigentlich müssten die Fische laut Vorschrift des Fischereivereins innerhalb von 30 Minuten nach dem Fang getötet werden. Die Schlange vor den Tötungszelten ist aber so lang, dass es meist deutlich länger dauert. Für die Fische bedeutet das noch längere Qualen, bevor sie getötet werden.

Tierquälerei und Sexismus – darum steht der Fischertag Memmingen in der Kritik

In den Medien wurde in den letzten Jahren verstärkt thematisiert, dass nur männliche Bewohner des Orts an der Veranstaltung in Memmingen teilnehmen dürfen, die einen Fischereischein haben – falls sie den nicht haben, reicht es auch, wenn sie den vereinsinternen Fischerkurs besucht haben. Im August 2020 entschied ein Gericht, dass auch Frauen an dem Wettbewerb teilnehmen dürfen, der ansässige Fischereiverein legte jedoch Berufung ein. [4] Bei dieser Diskussion rückt leider in den Hintergrund, dass unzählige Tiere bei diesem Stadtfest gejagt und getötet werden, rein zur Bespaßung der Zuschauer. Dies erinnert an altertümliche Feste einer längst vergangenen Zeit, bei denen in Arenen Menschen und Tiere vor jubelndem Publikum getötet wurden.

Angelwettkämpfe verstoßen generell gegen das Tierschutzgesetz: Nach Paragraf 1 des Tierschutzgesetzes darf niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. Die Verantwortlichen des Memminger Fischertags argumentieren, dass die Fische anschließend gegessen würden. Doch steht hier der Wettbewerbsgedanke eindeutig im Vordergrund. Auch die vorgeschobene nötige Reinigung des Bachs ist kein Grund zum Leerfischen und Töten der Fische, denn das jährliche, erneute Aussetzen neuer Fische in den Memminger Stadtbach erscheint vor diesem Hintergrund mehr als fragwürdig. Bitte helft uns, den Fischertag in die Geschichtsbücher zu verbannen.

Wenn ihr Tieren helfen und gegen tierquälerische Veranstaltungen aktiv werden wollt, könnt ihr euch den PETA ZWEI-Streetteams in euer Nähe anschließen und gemeinsam Aktionen planen, um auf die Ausbeutung von Tieren hinzuweisen und zu einem Wandel beizutragen.

Unterhaltung

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Kuh-Kuscheln: Was steckt hinter dem Schmuse-Trend?

Kuh-Kuscheln wird immer öfter angeboten, doch wem das Wohl der Tiere wirklich am Herzen liegt, sollte vorsichtig sein. Jetzt lesen!

06.Aug 2021

Rinder sind großartige Lebewesen, keine Frage. Da erstaunt es nicht, dass immer mehr Menschen – vorrangig aus der Stadt – diese großen, sanften Tiere näher kennenlernen wollen. Kuh-Kuscheln wird deshalb immer öfter angeboten. Klingt erstmal niedlich, doch wem das Wohl der Tiere wirklich am Herzen liegt, der sollte bei solchen Angeboten lieber vorsichtig sein.

Zusatzeinkommen statt Tierliebe

Nicht selten steht auch bei Angeboten wie Kuh-Kuscheln der Profit im Vordergrund. Zwar werden die Internetseiten meist hübsch gestaltet und damit geworben, dass das Wohl der Tiere großgeschrieben wird, doch in der Praxis werden die Bedürfnisse der Tiere schnell ignoriert – bewusst und unbewusst. Rinder haben meist ein sehr sanftes und umgängliches Wesen. Es passiert daher schnell, dass sie zum Kuscheln benutzt werden, obwohl ihnen gerade überhaupt nicht danach ist. Sie sind aber schlicht zu nett, um es uns verständlich mitzuteilen oder aber es wurde ihnen antrainiert, still zu halten, wenn fremde Menschen sie anfassen, obwohl sie das eventuell nicht als schön empfinden. Die wenigsten Besucher:innen können die Körpersprache der Rinder lesen und wissen daher nicht, wann sie Grenzen überschreiten. Dies kann vor allem dann vorkommen, wenn die Menschen mit den Tieren allein gelassen werden.

Einige landwirtschaftliche Betriebe nutzen das Kuh-Kuscheln zudem als Zusatzeinkommen. Doch auf demselben Betrieb werden die Rinder wegen ihres Fleisches oder ihrer Milch ausgebeutet. Kälber werden von ihren Müttern getrennt und am Ende werden die Tiere im Schlachthaus getötet. Dinge, die von Tierfreund:innen nicht unterstützt werden sollten.

Kuh-Wanderungen als Alternative?

Auch das Wandern mit Kühen wird von einigen Betrieben angeboten. Doch Rinder sind Herdentiere und flüchten bei Gefahr meist. Es bedeutet Stress für sie, wenn sie ständig aus ihrer Herde und ihrem gewohnten Umfeld gerissen werden, um mit fremden Menschen wandern zu gehen. Wanderungen mit Tieren sollten also in jedem Fall abgelehnt werden, auch wenn man versucht, es mit Scheinargumenten schönzureden. Nicht jeder Hof hat genau DIE Rinder, die zufällig gerne Gassi gehen.

So begegnet ihr Kühen auf Augenhöhe

Generell gilt: Wenn Tiere gegen Geld angeboten werden, dann solltet ihr vorsichtig sein und die Beweggründe der Tierhalter:innen sehr kritisch hinterfragen. Teilweise bieten vegane Lebenshöfe, auf denen gerettete Tiere ein möglichst artgerechtes Leben führen dürfen, Besuche und begleitete Tierbegegnungen auf Augenhöhe an – mit gegenseitigem Respekt. Hier steht nicht der wirtschaftliche Aspekt im Vordergrund, sondern es soll den Besucher:innen das Tier als gleichgestelltes Lebewesen nähergebracht werden, damit wir endlich aufhören, sie wegen Dingen wie Geschmack millionenfach zu töten.

Was ihr für Kühe tun könnt

Unterstützt Lebenshöfe in eurer Umgebung, wenn ihr den Tieren nachhaltig helfen wollt, und nutzt niemals Angebote wie Kuh-Kuscheln. Auch gehypte Erlebnisgeschenke wie Alpaka-Wanderungen solltet ihr meiden, denn dahinter verbirgt sich ebenso Tierleid.