Kann man bei Fridays for Future mitlaufen, obwohl man Fleisch isst?

Ein Zeichen für den Klimaschutz setzen, aber Fleisch, Milch und Eier essen – passt das zusammen? Wir erklären, warum Klimaschutz auf dem Teller anfängt.

© Nico Roicke / Unsplash
28.Nov 2019

Dass die Herstellung von tierischen Produkten alles andere als umweltfreundlich ist, ist längst kein Geheimnis mehr. Nicht umsonst gehen unsere PETA ZWEI-Streetteams jede Woche in verschiedenen Städten auf die Fridays-for-Future-Demos und setzen sich für den Klimaschutz mit Botschaften wie „Fleisch ist giftig für die Welt“ ein. Welche Auswirkungen tierische Produkte auf unseren Planeten haben, zeigen wir in diesem Video:

Rinderweiden und Sojaanbau statt Regenwald

Die Zahlen der Regenwaldabholzung im Amazonasgebiet gehen steil bergauf. Auf den oft illegal gerodeten Flächen werden Rinder gemästet, die durch unter anderem ihre Ausscheidungen eine enorme Menge an Treibhausgasen verursachen. Außerdem werden die Regenwaldgebiete für den Futteranbau verwendet. So landen 98 Prozent des angebauten Sojas in den Futtertrögen der Tiere – nicht etwa auf den Tellern von Veganern.

Kann es also fleischessende Umweltschützer geben?

Natürlich zählt auch jeder noch so kleine Beitrag, wenn es darum geht, etwas für unser Klima zu tun. Ihr schaltet das Licht aus, wenn ihr einen Raum verlasst, benutzt Stoffbeutel für den Einkauf und fahrt mit der Bahn? Super! Doch warum nicht einfach einen Schritt weitergehen und tierische Produkte vom Teller streichen? Das ist ebenso leicht, wie das Licht ausschalten, denn vegane Alternativen wie leckere Pflanzendrinks oder Seitanburger gibt es inzwischen an jeder Ecke, doch die Wirkung auf unsere Umwelt ist enorm. Das Klima und die Tiere werden es euch danken!

Lauft doch bei der nächsten Fridays-for-Future-Demo bei einem unserer Streetteams mit und erzählt euren Freunden und Bekannten, wieso Fleischessen die Umwelt zerstört.

Ernährung

Warum ihr euch bewusst machen solltet, was ihr esst.
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Go Vegan!

Warum ist Tierquälerei gesetzlich erlaubt?

Laut Gesetz sind Tiere schon lange keine Sachen mehr, sondern Lebewesen. Noch merkt man davon allerdings wenig.

28.Nov 2019

Offiziell klingt alles erst mal super. Seit 1990 gelten Tiere in der deutschen Rechtsordnung nicht mehr als Sachen, sondern als Mitlebewesen. 2002 wurde der Tierschutz als Staatsziel in die Verfassung aufgenommen. Im Tierschutzgesetz steht, dass „niemand… einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen [darf].“ Wie kommt es dann aber, dass Tiere trotzdem tagtäglich gequält und getötet werden?

Das Problem ist, dass Tiere standardmäßig nicht als Rechtssubjekte, sondern als Rechtsobjekte behandelt werden, mit denen der Mensch immer noch machen kann, was er will. Sie haben zwar theoretisch Rechte, können sie aber nicht einklagen. Deshalb werden zum Beispiel Schweinebabys ohne Betäubung kastriert, indem man ihnen die Hodensäcke aufritzt und die Hoden mit der Hand herausquetscht, und kleinen Kälbern wird der Hornansatz ohne Betäubung mit einem heißen Eisen verbrannt. Die Bauern schieben dabei fadenscheinige Gründe vor, und die Tiere können sich juristisch nicht wehren.

Wie sich das ändern lässt? Tiere müssen endlich als sogenannte Rechtspersonen anerkannt werden, so wie natürliche oder juristische Personen. Die können nämlich vor Gericht ziehen, wenn sie ungerecht behandelt werden – oder einen Vertreter für sich vor Gericht ziehen lassen, so wie es beispielsweise auch bei Kindern geregelt ist. In Einzelfällen haben weltweit sogar schon Tiere ihre Rechte erfolgreich eingeklagt, weil sie zum Beispiel gefangen gehalten wurden. Für alle Tiere wird das aber erst gelten, wenn die deutsche Rechtsordnung die Grundgesetze von Tieren endlich fest im Gesetz verankert.

Auf unserer Kampagnenseite „Grundrechte für Tiere“ findet ihr noch viel mehr Infos dazu, wie Tiere gequält werden und was ihr für ihre Rechte tun könnt.