Deshalb machen Jäger wirklich Jagd auf Füchse

Populationskontrolle? Artenschutz? Von wegen. Hinter der Fuchsjagd steckt in Wahrheit ein gemeiner Grund.

11.Nov 2020

 

Die Jagd ist sinnlos und grausam, da sind wir uns hoffentlich einig. Aber warum gibt es immer noch so viele Jäger, die wehrlose Tiere töten? Offiziell schieben sie Gründe wie die Populationskontrolle, die Bekämpfung von Krankheitsausbreitung oder den Artenschutz vor. Aber in Wahrheit steckt ein egoistischer Grund dahinter.

Wenn die Jäger wirklich für Populationskontrolle sorgen wollten, würden sie keine Füchse töten. Durch die Jagd werden nämlich Familien zerrissen, die Füchse wandern umher und pflanzen sich unkontrolliert fort – so gibt es mehr statt weniger Füchse.

Auch das mit den Krankheiten ist Quatsch: Die durch den Fuchsbandwurm ausgelöste Erkrankung – die alveoläre Echinokokkose – ist eine der seltensten Parasitosen Europas, zudem ist Deutschland seit 2008 offiziell frei von terrestrischer Tollwut. Und zum Artenschutz trägt die Fuchsjagd sowieso nicht bei, denn Füchse sind für bedrohte Tiere, wie z. B. das Rebhuhn oder den Feldhasen, viel weniger gefährlich als der Mensch, der diesen Tieren zunehmend den Lebensraum nimmt.

Warum also gehen Jäger wirklich auf die Fuchsjagd? Sie geben es selbst zu. „Um unser Niederwild zu hegen und wieder gute Strecken an Hasen und Fasanen zu erzielen, dürfen wir nicht nachlassen, seine Beutegreifer zu bejagen“, heißt es in einem Artikel für Jäger. Im Klartext: Jäger wollen Tiere wie Feldhasen selbst jagen, und glauben, dass ihnen die Füchse die Beute streitig machen. Sie töten Tiere, um noch mehr Tiere töten zu können. Egoistischer und brutaler geht es kaum.

Ihr wollt etwas unternehmen, damit die Jagd auf Füchse aufhört? Unterschreibt unsere Petition für ein Verbot der Fuchsjagd, bestellt euch unser kostenloses Demopaket gegen die Fuchsjagd und klärt die Öffentlichkeit bei einer friedlichen Mahnwache über das Leiden der Füchse auf.

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Traurige Jagdbilanz: Diese Tiere töten Jäger am häufigsten

In jeder Jagdsaison werden in Deutschland Millionen Tiere getötet. Alle Infos dazu gibt's hier!

11.Nov 2020

Jedes Jahr im Herbst und Winter werden in Deutschland Millionen Tiere gejagt, denn in den kalten Monaten beginnt die Jagdsaison. Und auf einige Tierarten haben es Jäger ganz besonders abgesehen.

Nach jeder Jagdsaison veröffentlicht der Deutsche Jagdverband eine Statistik, die aufzeigt, wie viele Tiere von welcher Tierart in der jeweiligen Saison getötet wurden. Die Zahlen der Jagdsaison 2018/2019 sind erschreckend:

Mehr als 1,25 Millionen Rehe

Allein in Deutschland wurden in der Jagdsaison 2018/2019 über eine Million Rehe von Jägern getötet. Die scheuen Tiere sind besonders lukrativ, denn die Jäger verkaufen ihr Fleisch als Wildfleisch. Außerdem stehen sie auf der Abschussliste, weil sie angeblich für sogenannte Wildschäden in Wäldern verantwortlich sind und damit Bäumen und Trieben schaden. Ein weiterer Grund für die Jagd von Rehen: Jäger haben ihre größten natürlichen Feinde – die Wölfe – weitgehend ausgeschaltet. Paradoxerweise rechtfertigen Jäger den Abschuss von Rehen damit, dass sie die Wölfe ersetzen müssen, um der Vermehrung der Tiere entgegenzuwirken.  

Fast 600.000 Wildschweine

Außerdem töteten Jäger in der Jagdsaison 2018/2019 rund 600.000 Wildschweine. Einer der Gründe für diese hohe Zahl ist die Panikmache vor der Afrikanischen Schweinepest. Viele Landwirte haben Angst, dass sich die Seuche in Deutschland noch weiter ausbreitet und von den Wildschweinen auf die Schweine in der Mast übergeht. Das sogenannte Schwarzwild wurde daher großflächig zum Abschuss freigegeben, und es begann eine regelrechte Hetzjagd, bei der vermehrt Drückjagden durchgeführt und unzählige Wildschweine in regelrechten Massakern getötet wurden. Besonders unnötig erscheint dies vor dem Hintergrund, dass Wildschweine Studien zufolge mehr Nachwuchs bekommen, wenn sie stärker bejagt werden.

Wildschweine wühlen bei der Futtersuche den Waldboden auf und tragen so zur Verjüngung des Waldes bei. Für einen gesunden und starken Wald sind sie daher unerlässlich.

Über 420.000 Füchse

Im Jagdjahr 2018/2019 wurden in Deutschland über 420.000 Füchse von Jägern getötet. In vielen Bundesländern kommen dabei noch immer brutale Methoden wie die Fallenjagd zum Einsatz. In Totschlagfallen werden die wehrlosen Tiere bei lebendigem Leib geradezu zerquetscht und verstümmelt. Zahlreiche Füchse geraten mit ihren Pfoten oder ihrem Gesicht in die Falle und sterben einen langsamen und qualvollen Tod. Jäger begründen die Fuchsjagd mit dem längst widerlegten Argument, sie diene der Regulierung der Fuchsanzahl. Wissenschaftler sind sich mittlerweile jedoch einig, dass die Jagd zum Anstieg der Geburtenrate führt, denn die hohe Zahl getöteter Füchse wird durch Nachwuchs und Zuwanderung ausgeglichen und überkompensiert. Der wahre Grund für die Fuchsjagd liegt darin, dass viele Jäger Füchse als Konkurrenten bei der Jagd erachten.

Füchse tragen zur Gesundheit der Wälder bei: Sie erbeuten schwache und kranke Tiere, sodass sich Krankheiten unter den Tieren nicht weiter ausbreiten können.

Mehr als 400.000 Wildtauben

Wildtauben gehören zu den meistgetöteten Tieren in der Jagdstatistik. 2018/2019 wurden hunderttausende Tauben von Jägern erschossen, weil sie angeblich Schäden auf Getreidefeldern verursachen – häufig werden daher ganze Schwärme zum Abschuss freigegeben. Hinter der Taubenjagd steckt jedoch oft die reine Freude der Jäger an ihrem brutalen Hobby; so erhalten revierlose Jäger gelegentlich mit einer Sondergenehmigung für die Taubenjagden die Möglichkeit zum Töten.

Tauben verbringen ihr ganzes Leben zusammen mit ihrem Partner an einem Ort – gemeinsam ziehen die Taubeneltern ihren Nachwuchs groß.

Unzählige weitere Opfer der Jagd

Neben Rehen, Wildschweinen, Füchsen und Tauben fallen unzählige weitere Tiere der Jagd zum Opfer. In der Jagdsaison 2018/2019 waren das inklusive sogenanntem Fallwild (Tiere, die nicht von Jäger getötet wurden, sondern beispielsweise durch Krankheit oder Verkehrsunfälle starben):

  • 277.158 Wildenten und 107.604 Wildgänse
  • 191.854 Feldhasen
  • 166.554 Waschbären
  • 79.900 Dachse
  • 44.005 Steinmarder, 8.373 Iltisse, 6.306 Baummarder und 3.247 Wiesel
  • 85.832 Fasane
  • 61.953 Nutria
  • 29.110 Marderhunde

Außerdem wurden tausende Waldschnepfen, Mufflons, Gämse und Rebhühner gejagt und getötet.

Was die Jagdstatistik verschweigt

Einige Tierarten, die der Jagd ebenfalls regelmäßig zum Opfer fallen, tauchen in der offiziellen Statistik gar nicht erst auf, zum Beispiel Hunde und Katzen. In Deutschland werden jedes Jahr schätzungsweise 200.000 freilaufende Hauskatzen von Jägern getötet, weil sie angeblich eine Gefahr für die Vogelpopulation darstellen.

Auch Tiere, die bei der Jagd angeschossen oder verletzt wurden, die der Jäger anschließend aber nicht finden konnte, werden statistisch nicht erfasst. Das Gleiche gilt für illegal erschossene Tiere – wie geschützte Arten oder während der Schonzeit getötete Tiere – oder Jagdopfer, die aus Bequemlichkeit nicht erfasst wurden. Auch zahlreiche Menschen werden bei Jagdunfällen jedes Jahr von Jägern verletzt oder sogar getötet.

Ihr wollt wissen, warum die Jagd nicht nur grausam, sondern auch sinnlos ist?

Entgegen der weitverbreiteten Annahme ist die Jagd nicht nur brutale Tierquälerei, sondern auch noch sinnlos, denn Wildbestände regulieren sich von selbst.