Igel als Haustier halten – artgerecht oder nicht

Ist es eigentlich artgerecht, einen Igel als Haustier zu halten? Alle Infos zu Afrikanischen Weißbauchigeln hier!

10.Dez 2020

Sind Igel als „Haustiere“ überhaupt erlaubt?

Igel stehen in Deutschland unter Naturschutz und dürfen nicht als tierische Mitbewohner in Privathaushalten gehalten werden. Die einzige Ausnahme ist der Afrikanische Weißbauchigel. Der Savannenbewohner ist weder gefährdet noch geschützt – was viele Züchter und Käufer schamlos ausnutzen. In den USA und auch in Deutschland werden immer mehr Weißbauchigel in Privathaushalten gehalten, obwohl das mehr als problematisch ist und die Tiere häufig verfrüht sterben.

Afrikanische Weißbauchigel gehören nicht in unsere Wohnzimmer

Ein Wildtier gehört nicht in ein Wohnzimmer. Keiner kann jemals die natürlichen Bedürfnisse der Igel wirklich erfüllen, was für die Tiere automatisch Leid bedeutet. In der Natur leben Afrikanische Weißbauchigel in Erdlöchern, durchstreifen trockene Graslandschaften und gehen nachts auf Insektenjagd. Dabei laufen sie sogar mehrere Kilometer weit. Das kann kein Käfig oder Terrarium der Welt nachbilden.

Kranke Igel durch Inzucht

Da es inzwischen verboten ist, Afrikanische Weißbauchigel in die USA zu importieren, betreiben viele Züchter Inzucht. Weil der Genpool aber nicht groß genug ist, um nur gesunde Igel zur Welt zu bringen, leiden immer mehr Igel an Krankheiten, genetischen Defekten und sterben sehr früh. Einige Züchter versuchen, die Inzucht mit illegalen Wildfängen zu umgehen und reißen Weißbauchigel aus ihrer natürlichen Umgebung, um sie als Zuchtmaschinen zu missbrauchen.

Ihr wollt Igeln helfen?

Wenn ihr Igel niedlich findet und etwas für sie tun wollt, könnt ihr den Stacheltieren auf andere Weise nahekommen, als sie in einen Käfig zu sperren. Wenn ihr einen Garten habt, gestaltet ihn igelfreundlich, indem ihr Laubhaufen liegen lasst oder ein Igelhaus aufstellt. Vielleicht bekommt ihr ja bald tierischen Besuch.

Achtung: Igel sollte man nur in Ausnahmefällen füttern, sonst verpassen sie ihren Winterschlaf oder junge Igel lernen die Futtersuche nicht. Nur ein Igel, der zu dünn oder krank ist, braucht eure Hilfe

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Tierquälerei bei Late Night Berlin: Klaas benutzt Echse für „Gag“

Tiere sind keine Geschenke! Trotzdem „verschenkt“ Klaas zur Unterhaltung bei Late Night Berlin eine Echse. Jetzt lesen!

Late Night Berlin / Youtube
10.Dez 2020

Immer wieder setzt sich Klaas Heufer-Umlauf für gesellschaftskritische Themen ein, wie zum Beispiel in einem fünfzehnminütigen Clip zu Frauenrechten oder indem er auf die teils unwürdigen Lebensumstände geflüchteter Menschen aufmerksam macht. Doch nun täuscht er in seiner Show Late Night Berlin vor laufender Kamera vor, seinem Kumpel eine lebende Echse zum Geburtstag zu schenken. Dass er damit das Tier zu Unterhaltungszwecken missbraucht, ist nicht nur eine glatte Enttäuschung für Tierfreunde, sondern verbreitet eine ganz falsche Message.

Wir von PETA ZWEI sagen: Och, nee, Klaas! Tiere sind weder Geschenke noch dazu da, für unsere Unterhaltung missbraucht zu werden!

Klaas „schenkt“ Schmitti zum Geburtstag eine lebende Echse

Für die Show Late Night Berlin haben Klaas und sein TV-Produzent Jakob Lundt ihrem Kollegen Thomas Schmitt eine lebendige Echse zum Geburtstag „geschenkt“. Klaas, Jakob und Thomas betreiben gemeinsam den Podcast Baywatch Berlin, Thomas Schmitt ist hier Creative Director. Immer wieder haben seine Kollegen ihm in diesem Rahmen angedichtet, exotische Tiere zu besitzen. Tatsächlich hält „Schmitti“, wie seine Kollegen ihn nennen, jedoch nur Katzen, möchte auf gar keinen Fall exotische Tiere bei sich zu Hause halten und findet das „Geschenk“ entsprechend daneben.

Trotzdem missbrauchen Klaas und sein Team als „Gag“ vermutlich eine Teju-Echse, die in Südamerika ansässig ist, für einen zweiteiligen Videobeitrag mit insgesamt 40 Minuten Länge. Während des gesamten Beitrags sind Klaas, Jakob und Schmitti mit der Echse zu sehen. Sowohl auf der Straße als auch im Auto sowie im Innen- und Außengeländes eines Brandenburgers Dinosaurier Parks, den die Filmcrew für den Beitrag besucht. Dabei ist „Fantastico“, wie Klaas die Echse tauft, nahezu durchgehend auf dem Arm eines Protagonisten zu sehen.

Im ersten Teil wird die Echse zwischenzeitlich in eine Plastikbox gesetzt, ehe sie wieder hochgenommen und getragen wird. Offensichtlich fand der Dreh zu kalten Außentemperaturen statt, denn alle Beteiligten trugen dicke Winterjacken. Zu Beginn des Videos spricht Klaas ein, dass die Echse kein echtes Geschenk sei und sich der Tiertrainer permanent, aber nicht sichtbar in der Nähe aufhielte. Später im Dinosaurierpark stellt das Trio mit der Echse Szenen aus Jurassic Park nach.

Reptil im Wald

Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten

Immer wieder missbraucht die Film- und Musikindustrie Wildtiere und Exoten. Im Fall von Fantastico riskieren Klaas und sein Team gesundheitliche Schäden für das Tier: Echsen wie der Teju sind auf ein warmes Temperaturgefälle zwischen 20 bis 40°C bei einer Luftfeuchtigkeit von 70 bis 90 Prozent angewiesen. [1, 2] Das gilt für die Sommerzeit. Echsen überwintern zwar und fahren ihre Körpertemperatur und damit auch ihren Stoffwechsel herunter. [3]

Es ist aber selbsterklärend, dass man die Tiere in dieser Zeit nicht stören und sie in Ruhe lassen sollte. Allein der Blick eines Menschen kann ein exotisches Tier in Todesangst versetzen, da die Wildtiere den Umgang mit Menschen nicht gewohnt sind. Eine Echse oder andere Tiere für eine Show auszubeuten, ist für das Tier immer mit Stress verbunden – und als Geschenke eignen sich fühlende Lebewesen sowieso nicht.

Ihr denkt darüber nach, euch eine Schlange, Schildkröte oder Echse zu holen?

Lasst das bitte! Wir erklären euch, warum exotische Tiere nichts bei euch zu Hause verloren haben. Wenn euch TV-Produktionen auffallen, für die Tiere eingesetzt werden, könnt ihr außerdem den Fernsehsender direkt anschreiben und sagen, dass ihr den Einsatz echter Tiere für Unterhaltungszwecke daneben findet.