Ist Wolle vegan? 7 Gründe, warum Wolle immer Tierleid bedeutet

Schafe sind Qualzuchten, die geschoren werden müssen. Mit jedem Kauf von Wollprodukten unterstützt ihr die tierquälerische Industrie.

11.Okt 2021

In der weltweiten Woll- und Fleischindustrie leiden rund eine Milliarde Schafe. Allein in Australien, dem größten Exportland für Wolle, müssen jedes Jahr 68 Millionen Schafe die grausame Schur über sich ergehen lassen. [1] Die Produktion von Wolle verursacht immer großes Tierleid – und das nicht nur für Schafe. Auch andere Tierarten werden für die menschliche Bekleidung ausgebeutet: Ziegen für Kaschmir und Mohair, Kaninchen für Angorawolle und Alpakas für Alpakawolle.

Hier erfahrt ihr, warum Wolle immer Ausbeutung, Leid und Tod bedeutet und niemals vegan ist – und welche tierfreundlichen Alternativen es gibt.

7 Gründe, warum Wolle nicht vegan ist

1. Unnatürliche Haltungsbedingungen

Schafe werden teilweise in riesigen Gruppen von Tausenden Tieren gehalten, was ihrem natürlichen Sozialverhalten widerspricht. Bei Herden dieser Größenordnung ist es für Halter:innen nicht möglich, das Wohl einzelner Tiere im Blick zu behalten. Oftmals sind die Böden, auf denen die Schafe gehalten werden, für die Klauen der Tiere viel zu weich.

angorakaninchen kaefig

In Ländern wie China oder Frankreich werden Angorakaninchen in winzigen Käfigen gehalten. Für die Produktion von Kaschmirwolle werden in China außerdem Ziegen in kleinen Ställen zusammengepfercht, in denen sie ihren natürlichen Verhaltensweisen nicht nachgehen können.

2. Schmerzhafte Verstümmelungen

Wenige Tage nach der Geburt werden die Ohren der neugeborenen Schafe und Ziegen durchlöchert. Männliche Lämmer werden schon bald kastriert. Bei vielen jungen Schafen werden außerdem die Schwanzwirbel abgeschnitten – alles ohne Betäubung. Schmerzmittel erhalten die Tiere häufig nur einmalig oder gar nicht.

abgeschnittene Schwanrwirbel von Schafen

3. Vernachlässigte Tierbabys

In der Wollindustrie sterben unzählige Lämmer durch Vernachlässigung – in Australien sind das jährlich 10 bis 15 Millionen. [2] Für Züchter:innen lohnt es sich finanziell und zeitlich nicht, alle Geburten zu kontrollieren. Das führt dazu, dass schwangere und neugeborene Tiere häufig weder genug zu essen noch einen angemessenen Witterungsschutz haben und nicht medizinisch versorgt werden. Zahllose Tierbabys sterben wegen dieser Vernachlässigung nur wenige Stunden nach der Geburt.

Foto: Jo-Anne McArthur

4. Überzüchtung und Qualzucht

Für einen möglichst hohen Wollertrag züchtet die Wollindustrie Tieren wie Schafen, Kaninchen, Ziegen und Alpakas deutlich mehr Wolle an, als ihnen von Natur aus wachsen würde. In heißen Sommermonaten sterben viele Tiere deshalb an Überhitzung, bei Kälteeinbrüchen nach der Schur an Unterkühlung.

5. Grausames Mulesing

Merinoschafe sind Qualzuchten, denen der Mensch eine besonders faltige Haut und extrem dichte Wolle angezüchtet hat. In diesen Hautfalten nisten sich häufig Fliegenlarven ein, vor allem am feucht-schmutzigen Hinterteil der Tiere. Deshalb schneiden australische Züchter:innen in einem qualvollen Eingriff große Haut- und Fleischstücke rund um den Schwanz von jungen Merinolämmern ab – ohne Betäubung. Schmerzmittel werden gar nicht oder nur einmalig gegeben. Die Tiere leiden meist wochenlang unter großen Schmerzen.

mulesing

6. Brutale Schur

Das Scheren läuft nicht friedlich ab, sondern meist unter Zeitdruck und ohne Rücksicht auf die Tiere. Viele Schafe erleiden Schnittwunden, manchmal werden sogar ganze Körperteile wie Ohren, Brustwarzen oder Penisse abgeschnitten. Wenn die Tiere nicht stillhalten, schlagen oder treten Scherer:innen auf sie ein. Schafe sind Fluchttiere, die in Angst und Panik geraten, wenn sie eingefangen und fixiert werden. Deswegen können sogar rücksichtsvolle Scherer:innen es kaum vermeiden, den Tieren schmerzhafte, blutige Schnittwunden zuzufügen.

7. Qualvolle Lebendexporte

Schafe, die nicht mehr genug Wolle produzieren, werden im Schlachthof getötet. Unzählige werden auch ins Ausland verkauft und auf sogenannten Lebendexporten in die Türkei, nach Ägypten oder in den Nahen Osten transportiert – von Australien aus jedes Jahr knapp eine Million Schafe. Sie werden zu Tausenden auf mehrstöckige Lebendexport-Schiffe getrieben und leiden auf tage- oder wochenlangen Schiffsfahrten unter Hitze, Nahrungs- und Wassermangel. Kot und Urin fließen oft ungefiltert ins Meer. Zahllose Tiere werden krank und sterben – sie werden einfach über Bord geworfen. Den Überlebenden wird, je nach Region, die Kehle am Zielort ohne Betäubung durchtrennt.

transport schiff mit schafen

Auch Ziegen, Alpakas und Kaninchen aus der Wollindustrie landen im Schlachthof, wenn sie aussortiert werden. Nach einem Leben der skrupellosen Ausbeutung erleiden sie dort einen gewaltsamen Tod.

Ihr wollt lieber auf tierfreundliche Alternativen setzen?

In der Wollindustrie stehen Leid, Tod und Krankheiten an der Tagesordnung – das sollte keiner unterstützen. Wer vegan lebt, trägt massiv dazu bei, Tierleid so gut wie möglich zu verhindern. Es gibt viele tierfreundliche Alternativen zu Wolle, die nicht auf der Haut kratzen und warm halten – dazu gehören pflanzenbasierte und synthetische Textilfasern wie Lyocell (z. B. Tencel), Bambus, Baumwolle, Hanf, Leinen, Sojaseide und Viskose. Um die Umweltbelastung durch die industrielle Tierhaltung der Wollindustrie zu verringern, arbeitet die Forschung an weiteren nachhaltigen und tierfreundlichen Alternativen.

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Kaschmir: So werden Ziegen für Kaschmirwolle gequält

Damit wir Pullis aus Kaschmir tragen können, erfrieren Ziegen im Winter. Hier lesen, warum Kaschmir Tierquälerei ist!

11.Okt 2021

China und die Mongolei produzieren zusammen 90 Prozent der weltweit vermarkteten Kaschmirwolle. Eine Enthüllung von PETA Asien zeigt, wie grausam Ziegen für Kaschmirprodukte wie Pullover, Jacken und Decken gequält werden. Wolle ist immer Tierquälerei – egal, von welchem Tier sie stammt. Tiere sind schlichtweg nicht dazu da, für unsere Kleidung missbraucht zu werden.

Wie wird Kaschmir produziert?

Bei der Kaschmirproduktion reißen Arbeiter:innen gefesselten Kaschmirziegen die Haare von Hand aus oder schneiden sie mit Messern ab. Die Tiere schreien dabei vor Angst und Schmerzen. Wie Augenzeug:innen berichten, werden die Tiere zu Boden gedrückt, und Arbeiter:innen stellen sich auf sie – oft verbiegen sie dabei die Beine der Ziegen unnatürlich und schmerzhaft.

Dann schneiden oder reißen sie den panischen Tieren die Haare mit scharfen Messern oder spitzen Metallkämmen vom Körper. Weil das meist unter Zeitdruck geschieht, fügen sie den Tieren regelmäßig schmerzhafte Schnittwunden und andere Verletzungen zu. Die Wunden werden nicht behandelt; bestenfalls wird Wein darüber gegossen.

Ziege wird brutal gekaemmt fuer Kaschmirwolle

Kaschmirziegen erfrieren im Winter nach der Schur

China und die Mongolei züchten Millionen von Kaschmirziegen, denn sie wollen das warme Haarkleid, das die Tiere vor eisigen Temperaturen schützt, zu Kleidung für den Menschen verarbeiten. Um die weltweite Marktnachfrage, darunter auch Deutschland, zu stillen, raubt die Industrie den Ziegen innerhalb eines Tages das komplette schützende Fell.

Bei unerwarteten Kälteeinbrüchen nach der Schur sterben viele Ziegen an Unterkühlung, denn ihre wärmende Wolle tragen nun Menschen, die diese eigentlich nicht brauchen. Da Modetrends in jeder Saison wechseln, landen die Kleidungsstücke meist schnell im Müll.

Für unsere Eitelkeit sterben Millionen Ziegen in der Wollindustrie einen unnötigen und grausamen Tod.

Qualvoller Tod im Schlachthaus

Sobald die Tiere nicht mehr als profitabel gelten, werden sie gewaltsam getötet. In China konnten Augenzeug:innen Mitarbeitende eines Schlachthauses dabei beobachten, wie sie Ziegen mit brutalen Hammerschlägen auf den Kopf betäubten.

In der Mongolei zerrten Arbeiter:innen die Tiere an einem Bein in den Schlachthof und schnitten ihnen vor den Augen ihrer Artgenossen die Kehle durch. Danach ließen sie die Ziegen auf dem verdreckten Fußboden ausbluten. Das Fleisch der gequälten Tiere wird anschließend billig weiterverkauft.

Zerstört Kaschmirwolle die Umwelt?

Die Gier des Menschen nach Kaschmir verursacht nicht nur blutige Tierquälerei, sondern zerstört auch die Umwelt. Ziegen nehmen am Tag etwa zehn Prozent ihres Körpergewichts zu sich und reißen dabei Gräser und Kräuter zusammen mit den Wurzeln aus. Die Haltung von Kaschmirziegen hat verheerende Auswirkungen auf die Bodenbeschaffenheit: Bereits heute sind 90 Prozent der Mongolei von Wüstenbildung bedroht. [1]

Als Folge ziehen immer stärkere Sandstürme auf, die über das Land fegen und es unbewohnbar machen. Wildtiere, die Kaschmirziegen erjagen oder mit ihnen um das schwindende Grün konkurrieren, werden erschossen oder anderweitig getötet, darunter auch bedrohte Arten wie der Schneeleopard.

Demonstranten gegen Wolle

Unterstützt die Tierquälerei für Kaschmirwolle nicht!

Solange wir hierzulande Kaschmir kaufen, werden in Ländern wie China und der Mongolei weiter Ziegen gequält und getötet. Wer das nicht unterstützen will, sollte bei Pullovern, Schals, Mützen, Decken, Sofabezügen und anderen Produkten auf synthetische oder pflanzliche Stoffe setzen.

Unterschreibt jetzt unsere Petition und fordert die Modemarke Reserved auf, Kaschmir aus dem Sortiment zu nehmen!

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