Karnismus: Warum lieben wir Hunde und essen Schweine?

Karnismus teilt Tiere in "essbar" und "nicht essbar" ein. Warum das veraltete Denken Tiere entwertet und aufhören muss, erfahrt ihr hier!

08.Feb 2022

Die Psychologin Melanie Joy hat den Begriff Karnismus geprägt. Aber was ist eigentlich Karnismus? Was sie damit meint, ist ganz einfach: In unserer Gesellschaft sortieren wir andere Tiere in Kategorien wie „essbar“ und „nicht essbar“ ein. Die „essbaren“ sehen wir durch diese Denkweise nicht mehr als Lebewesen, sondern nur noch als Fleisch.

Aber wieso degradieren Menschen Tiere und warum ist das Teil eines speziesistischen Denkmusters?

Wie funktioniert Karnismus?

Viele Karnist:innen, also Menschen, die Fleisch und auch Fischfleisch essen, unterscheiden manche Tierarten nach „essbar“ und „nicht essbar“, weil sie diese Spezies bewusst oder unbewusst versachlichen. So wird es uns bereits als Kindern von klein auf beigebracht. Das heißt oft leider, dass z. B. Schweine schon lebend wie Objekte behandelt werden: Sie werden maschinell aufgezogen, transportiert und getötet – die Tiere, die als essbar gelten, werden entindividualisiert.

Sie gelten dann nicht mehr als einzelne Lebewesen mit einer einzigartigen Persönlichkeit und Gefühlen, sondern werden als anonyme Masse gesehen. Dadurch haben viele Menschen gleichzeitig auch weniger Mitgefühl mit bestimmten Tierarten wie mit Schweinen, Rindern und Hühnern, die fälschlicherweise ganz „normal“ als „Nutztiere“ angesehen werden.

Einteilung in „essbar“ und „nicht essbar“ ist völlig willkürlich

Die meisten Menschen essen kein Fleisch von Tieren, die sie zu Lebzeiten kannten oder zu denen sie eine Bindung hatten. Solange man aber nicht darüber nachdenken muss, dass das Schnitzel auf dem Teller mal ein Tier war, solange es keinen Namen hatte und man es nie gesehen hat, wird es einfacher, es zu essen.

Dabei sind die Regeln des Karnismus, nach denen Tiere in „Freunde“, also sogenannte Haustiere und in „Fleisch“ eingeteilt werden, sehr willkürlich. Oft wird hier auch nach dem Aussehen entschieden. Ob ein Lebewesen in unseren Augen „niedlich“ ist oder nicht, bemisst aber niemals seinen Wert – denn Schönheit liegt nur im Auge des Betrachters.

Ist es „normal“, „natürlich“ und „notwendig“ Fleisch zu essen?

Auf Argumenten basiert der Karnismus also nicht. Stattdessen rechtfertigt er sich mit den drei „N“: Menschen glauben, Fleisch zu essen, wäre normal, natürlich und notwendig. Bei genauerer Betrachtung stimmt das – natürlich – nicht, schließlich sind Normen von Menschen gemacht und veränderbar. Spätestens mit der Entdeckung des Feuers hat die Menschheit alle Natürlichkeit abgelegt. Und seien wir noch ehrlicher: Statt zu Fuß zu gehen, fahren wir lieber mit dem Auto. Auch nicht gerade „natürlich“.

Sicher stimmt ihr auch zu, dass Sklaverei ebenso wenig notwendig wie natürlich oder normal ist, obwohl es das einmal war. Zum Glück ändern sich die Zeiten. Das bedeutet auch, dass heutzutage niemand mehr Tierprodukte braucht, um gesund zu bleiben. Wer das einmal verstanden hat, merkt auch, dass das vegane Leben die logischste Konsequenz ist.

Plakat Fleischonsum verursacht immer Tierquaelerei

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Was ist Speziesismus? Alles über die ausbeuterische Denkweise

Kompliziertes Wort, einfache Erklärung: Warum es wichtig ist, dass wir das diskriminierende Prinzip Speziesismus verstehen. Jetzt lesen!

08.Feb 2022

Die allermeisten Veganer:innen kennen ihn, viele andere haben den Begriff schon einmal gehört, ahnen aber (noch) nicht, wie wichtig er eigentlich ist: Speziesismus. Auf den ersten Blick schwer auszusprechen – aber nichts gegen die soziale Ungerechtigkeit, die sich dahinter verbirgt.

Wenn ihr für Gleichberechtigung, soziales Miteinander und Mitgefühl mit allen Lebewesen seid, dann solltet ihr euch die folgenden Informationen über Speziesismus unbedingt merken. Denn: Speziesismus ist die Wurzel aller Tierquälerei.

Was ist Speziesismus?

Speziesismus ist die menschliche Überzeugung, dass bestimmte Spezies anderen überlegen sind – also ein diskriminierendes Denkmuster gegenüber Lebewesen, die einfach anders sind als der Mensch. Hier liegt das Problem des Speziesismus (der sich nebenbei perfekt einreiht in degradierende Muster wie Rassismus, Sexismus und Co.).

Wir Menschen denken, dass wir wichtiger sind als alle anderen Lebewesen. Diese grundsätzlich falsche Annahme führt zu einem Verhalten, das für Millionen Land- und noch viel mehr Wassertiere tödlich ist: Wir denken, es sei okay, Tiere nach ihrem Zweck für uns Menschen zu unterscheiden und unzählige von ihnen als „Nutztiere“ auszubeuten.

Deshalb hängt der Speziesismus auch eng mit dem Karnismus zusammen, also dem Glaubenssystem, das dafür sorgt, dass wir beispielsweise Schweine essen, Hunde aber nicht.

Spruch Speziesismus toetet

Warum ist Speziesismus absurd und falsch?

Das Absurde am Speziesismus ist, dass er keine sinnvolle Begründung hat. Speziesist:innen sind also Menschen, die z. B. das Fleisch von Schweinen essen, Hunde aber niemals töten würden, weil sie ja „so süß sind“. Schweine sind aber nicht weniger wert, empfinden genauso Angst, Freude, Verzweiflung und Schmerzen wie sogenannte Haustiere – und sind obendrein mindestens genauso süß. 

Woher nehmen sich Menschen also das Recht, Tiere schlecht zu behandeln? Nur weil sie sich selbst für klüger halten? Wir legen schließlich sonst auch Wert auf ethische Prinzipien und Gerechtigkeit und essen nicht direkt andere, die ein paar IQ-Punkte weniger haben als wir. Speziesismus ergibt also ziemlich wenig Sinn.

Was könnt ihr gegen Speziesismus tun?

Speziesismus ist der Grund, weshalb Milliarden von Tieren wegen ihres Fleischs, ihrer Eier, ihrer Milch, aber auch ihrer Haut, Haare, Federn, Hörner, Zähne und für Tierversuche gezüchtet, gequält und getötet werden.

Andere Lebewesen sind aber keine Gegenstände, über die wir nach Lust und Laune verfügen können, wie es uns eben passt. Es sind eigenständige Persönlichkeiten mit Bedürfnissen, die es nicht verdienen, durch Vorurteile oder aus anderen Gründen in ihrer freien Entfaltung beschnitten zu werden. Es geht nicht darum, anderen Tieren die gleichen Rechte zuzusprechen, wie Menschen sie haben. Was soll eine Kuh auch mit Wahlrechten? Sie hat jedoch das Recht, ihr Kind mit ihrer dafür produzierten Milch herzustellen, ohne dass ihr beides genommen wird – weil Menschen Kuhmilch trinken und Kalbfleisch essen wollen.

Um Speziesismus zu bekämpfen und Gerechtigkeit zu schaffen, müssen wir uns der Realität stellen und auf die Missstände in den verschiedenen Tierausbeuterindustrien aufmerksam machen. Wir müssen verstehen, akzeptieren und unser Verhalten dahingehend ändern, dass alle Tiere wertvoll sind und wir nicht über sie bestimmen dürfen. Die Veränderung beginnt bei jeder einzelnen Person unter uns.

PETAZWEI Poster Speziesismus raus aus den Koepfen

Übernehmt Verantwortung, lebt die Veränderung: Werdet jetzt vegan!

Mitgefühl für Lebewesen, kann jede:r von uns vorleben – egal wie sie aussehen, welche Geräusche sie machen (oder ob wir sie gar nicht hören können, wie z. B. Fische) und welche Fähigkeiten sie besitzen oder nicht.

Entscheidet euch jetzt für ein veganes Leben und werdet zu Anti-Speziesist:innen! Mit eurer Entscheidung für eine vegane Ernährung stellt ihr euch bewusst gegen Ausbeutung, Ungerechtigkeit und die tagtäglichen Qualen vom Millionen fühlenden Individuen! Wir helfen euch dabei.