Wie realistisch ist die neue „König der Löwen“-Verfilmung?

Computergenerierte Elefanten, singende Warzenschweine und ein Löwe, der keine Zebras mehr essen will. Wie viel Echtes steckt im neuen „König der Löwen“?

22.Jul 2019

Am Eröffnungswochenende waren die Kinos voll. 25 Jahre, nachdem die Zeichentrick-Version von „König der Löwen“ anlief, die schließlich zum erfolgreichsten Zeichentrick-Film aller Zeiten wurde, will Disney den Erfolg mit einer Realverfilmung wiederholen. Die Frage ist nur: Wie real ist das alles überhaupt?

CGI statt echter Tiere

Statt echte Löwen, Zebras oder Hyänen zu filmen, setzt Disney beim neuen „König der Löwen“ komplett auf CGI, also auf computergenerierte Bilder. Die Tiere sehen unfassbar echt aus und beweisen damit mal wieder, dass man für solche beeindruckenden Werke keine wirklichen Tiere quälen muss. Denn denen geht es in Hollywood meist richtig schlecht. Wenn Filme echte Tiere einsetzen, passiert das oft mithilfe von Schlägen, Futterentzug und Elektroschock. Dafür, dass Disney hier ein Zeichen gegen solche Praktiken setzt, hat PETA USA neben Regisseur Jon Favreau auch den Hauptsprechern Beyoncé, Donald Glover, John Oliver und James Earl Jones ein Dankeschön in Form veganer Löwenpralinen geschenkt.

Philosophische Fragen

Auch wenn der neue „König der Löwen“ optisch wie der beste Dokumentarfilm ever wirkt, verhalten sich die Tiere darin nicht ganz so wie in der Wirklichkeit. In Sachen Story bleibt Favreau nah am Zeichentrick-Original, wo die Tiere sprechen, singen und sich mit philosophischen Fragen auseinandersetzen. So guckt sich der junge Löwe Simba bei seinen neuen Freunden Pumbaa, dem Warzenschwein, und Timon, dem Erdmännchen, nicht nur die „Hakuna Matata“-Lebenseinstellung ab, sondern auch eine spezielle Form des Karnismus: Zebras essen ist nicht okay, Würmer essen aber schon. Ist das jetzt natürlich? Und gilt das Recht des Stärkeren, wenn wir es mit rationalen, emotionalen Tieren zu tun haben, die in einer geordneten Gesellschaft leben? Solche Fragen müssen sich echte Löwen eigentlich nicht stellen, aber der Film zeigt, wie relevant sie werden, sobald wir es mit menschlicheren Wesen zu tun haben.

Angucken?

Wenn ihr Lust auf beeindruckende Bilder und ein großes Kino-Abenteuer habt, das gar nicht so weit von der Zeichentrick-Story entfernt ist: auf jeden Fall. Und nehmt unbedingt diejenigen eurer Freunde und Familienmitglieder mit, die immer noch glauben, dass man echte Tiere quälen muss, um solche Filme zu drehen. Vergesst außerdem nicht, für die zwei Stunden ausreichend vegane Snacks einzupacken!

Und hier sind alle Infos zu veganem Kram im Kino.

Unterhaltung

Weil es gar nicht so lustig ist.
Mehr Erfahren

Go Vegan!

Was bitte sind Blutfarmen?

Wie Pferde auf Blutfarmen zu Tode gequält werden und was jeder von uns dagegen tun kann.

22.Jul 2019

Was sind Blutfarmen?

Blutfarmen sind südamerikanische Pferdefarmen, auf denen schwangere Pferde gehalten werden. Man nimmt ihnen dort Blut ab, um an das Hormon PMSG (Pregnant Mare’s Serum Gonadotropin) zu kommen. PMSG wird Sauen in der Schweinezucht verabreicht, damit sie ihre Ferkel gleichzeitig bekommen und so die Zucht leichter planbar und damit wirtschaftlicher wird. PSMG kann auch dafür sorgen, dass Sauen mehr Ferkel bekommen, und die Pubertät verkürzen, sodass junge Sauen früher besamt werden können.

Was ist so schlimm daran?

Schwangere Tiere einzusperren und ihnen immer wieder Blut abzunehmen ist schon schlimm genug. Aber Videoaufnahmen aus dem Jahr 2018 zeigen, wie brutal es auf Blutfarmen wirklich zugeht. Freilebende Pferde werden gefangen, eingesperrt und geschlagen. Arbeiter nehmen ihnen ein- bis zweimal pro Woche bis zu zehn Liter Blut ab – dabei hat ein Pferd insgesamt nur etwa 45 Liter Blut. Ungefähr 30 Prozent der Pferde sterben daran. Die überlebenden dürfen ihre Babys nicht bekommen. Wenn sie nicht schon im Mutterleib sterben, werden sie brutal abgetötet, indem Arbeiter zum Beispiel die Gebärmutter von Hand einritzen. Tiere, die nicht mehr schwanger werden, landen im Schlachthof.

Was hat das mit uns zu tun?

Das PMSG, das die Blutfarmen den Pferden abnehmen, landet auch in der deutschen Schweinezucht. 2019 veröffentlichte der Deutsche Bundestag Zahlen zum Verbrauch des Hormons in Deutschland. Danach sind vom 1. Februar 2013 bis zum 31. Januar 2016 rund 4 Millionen Einzeldosen PMSG eingesetzt worden. Vom 1. Februar 2016 bis zum 31. Januar 2019 sind es vermutlich ungefähr 6,4 Millionen Einzeldosen. Das Hormon stammt aus den Niederlanden, Island, Argentinien und Uruguay, also unter anderem aus genau den Ländern, aus denen die schlimmen Zustände auf den Blutfarmen bekannt sind. Dass es Schweinen in der Schweinezucht hierzulande extrem schlecht geht, wissen wir. Wer Schweinefleisch kauft, unterstützt außerdem ganz direkt Pferdequälerei.

Was können wir tun?

Solange wir Tierprodukte wie Fleisch, Milch, Eier, Leder oder Wolle kaufen, unterstützen wir damit Tierquälerei. Dabei geht es auch anders, und es ist gar nicht so schwer. Je mehr Menschen vegan leben, desto weniger Tiere werden gequält und getötet.

Probiert es wenigstens mal aus – unser Veganstart kennt jede Menge Tipps und Tricks.

Veganstart

Bereit, das mit dem veganen Leben mal auszuprobieren? Dann holt euch unsere Veganstart-App und erhaltet 30 Tage lang Tipps, Rezepte und Infos – so fällt tierleidfrei leicht.
App Store Google Plat