Die Werbetricks der Milchindustrie

Kuhmilch gilt nur deshalb als Grundnahrungsmittel, weil die Industrie das so will. Diese dreisten Werbetricks nutzt die Milchindustrie!

30.Aug 2021

Der Trick mit der Natürlichkeit

Dass Menschen Milch trinken, ist ganz natürlich – solange sie Babys sind und es um menschliche Muttermilch geht. Dass der Mensch als einzige Spezies auch nach dem Säuglingsalter noch Milch zu sich nimmt, ohne das groß zu hinterfragen, hat mit jahrelanger Werbung zu tun. Wir haben uns so an die Packung Kuhmilch im Kühlschrank gewöhnt, dass wir kaum je darüber nachdenken, wie sie dorthin gekommen ist. Und dass es wenig mit Natürlichkeit zu tun hat, massenhaft Tiere einzusperren, um ihnen die Drüsen leerzupumpen und das, was rauskommt, dann zu trinken. Milch ist bei allen Säugetieren Muttermilch und damit Nahrung für Säuglinge wie z.B. Kälber, auch wenn die Industrie uns das gerne vergessen lässt.

Der Trick mit der Schulmilch

Wie bindet man Menschen möglichst langfristig an ein Produkt? Klar, indem man sie schon als Kind daran gewöhnt. Deshalb sind große Milchproduzenten auch so scharf darauf, Schulen zu reduzierten Preisen mit Kuhmilch zu beliefern und das als vermeintlichen Beitrag zur allgemeinen Gesundheit zu feiern. Wir lernen so schon früh: Milch muss was ganz schön Gutes sein, wenn sogar die Schulen sie im großen Stil fördert. Um die Gesundheit von Kindern zu fördern und ihnen eine ausgewogene und nachhaltige Ernährungsweise näherzubringen, sind Obst, Gemüse und Vollkornprodukte um einiges besser geeignet als die Milch aus dem Tetrapak.

Milchflaschen

Der Trick mit der eigenen Nahrungsgruppe

In der traditionellen Ernährungspyramide haben Kuhmilch und Kuhmilchprodukte ihr eigenes Feld. Das ist ungefähr so willkürlich, als würde man Sesam und Sesamprodukte zur eigenen Nahrungsgruppe erklären, weil sie eine so tolle Eiweißquelle sind, Mineralstoffe wie Eisen und Kalzium enthalten und dazu so vielfältige Dinge wie Tahin, Hummus, Sesammilch und Sesambrötchen gehören. Sesam ist gesund, aber wir würden nie darauf kommen, dass wir aus Sesamprodukten eine eigene Lebensmittelgruppe machen. Die Milchindustrie hat genau das aber für Milchprodukte geschafft, obwohl tierische Milch für uns Menschen nicht nur unnötig ist, sondern sogar unserer Gesundheit schaden kann.

So sieht es übrigens wirklich in der Milchindustrie aus:

Der Trick mit dem Kalzium

Wer an starke Knochen denkt, denkt an Kalzium. Und wer an Kalzium denkt, denkt an Milch. Das hat uns die Milchindustrie so beigebracht, auch wenn es tolle vegane Kalziumquellen wie Mohn, Mandeln oder Brokkoli gibt. Wir können unseren Kalziumbedarf ohne Probleme rein pflanzlich decken. Wegen des Kalziums zu Kuhmilch zu greifen, ist keine gute Idee, denn Milchkonsum erhöht das Risiko für Erkrankungen wie Akne [1] und Prostata- [2] sowie Brustkrebs. [3]

Der Trick mit dem Verband

Und warum glauben wir der Milchindustrie das alles einfach so? Weil wir sie nicht als Geschäftemacher mit eigenen Interessen wahrnehmen. Wenn uns einzelne Firmen viele positive Behauptungen über ihre Produkte andrehen wollen würden, wären wir skeptisch, schließlich wissen wir, dass diese Firmen ihr Geld damit verdienen. Deshalb haben sich diese Firmen – und noch viele mehr – zum Milchindustrie-Verband zusammengeschlossen. Und wenn der mit seinen Marketingtricks an die Schulen, ins Fernsehen und in Ernährungsprogramme geht, wirkt das nicht mehr wie Werbung einer einzelnen Marke, sondern eher wie ein fürsorgliches Programm, mit dem Wissenschaftler:innen und Expert:innen uns nur Gutes wollen. Dass dahinter eine riesige Lobby von Konzernen steht, merken wir nicht.

Kuh Ich bin keine Milchmaschine

Was ihr tun könnt

Ganz einfach: Trinkt keine Milch von Kühen, Ziegen, Schafen oder anderen Tieren, sondern Pflanzenmilch. Inzwischen gibt es in jedem Supermarkt und Discounter verschiedene Milchalternativen, veganen Käse, Joghurt, Eis… Da braucht keiner mehr zu Tierqualprodukten zu greifen! Alle veganen Produkte findet ihr in unserem Einkaufsguide.

Bekleidung

Weil niemand eine zweite Haut braucht
Mehr Erfahren

Go Vegan!

Klimakiller: Warum Butter das klimaschädlichste Lebensmittel ist

Butter schadet nicht nur den Tieren, sondern auch dem Klima. Erfahrt hier, warum Butter das klimaschädlichste Lebensmittel überhaupt ist!

30.Aug 2021

Als würde es nicht reichen, dass Butter aus Milch gemacht wird, mit der Kühe eigentlich ihre Babys großziehen wollten. Diese werden ihnen stattdessen kurz nach der Geburt weggenommen, eingesperrt und entweder direkt getötet und zu Kalbfleisch verarbeitet oder nach einigen Monaten künstlich befruchtet, damit sie später selbst als sogenannte Milchkühe ausgenutzt werden können.

Falls jemand trotzdem noch mehr Argumente braucht, das mit den Tierprodukten sein zu lassen: Butter ist das klimaschädlichste Lebensmittel überhaupt. Ein Kilo Butter ist an über 24 Kilo CO2schuld. [1] Bei Kartoffeln beispielsweise sind es nicht mal 200 Gramm, bei Tofu nur ein Kilo. [2, 3] Woran liegt das?

Butter zerstört Wälder

Es stimmt schon, dass für den Sojaanbau die Regenwälder abgeholzt werden – aber nicht, um daraus Tofu für Veganer:innen zu machen, sondern hauptsächlich, um damit Tiere zu füttern und neue Weideflächen für diese zu schaffen; auch für „Milchkühe“. Weil es ziemlich ineffizient ist, Soja und Getreide durch Kuhmägen wandern zu lassen, statt es gleich selbst zu essen, werden dafür riesige Flächen verbraucht. Für das Weltklima ist das Abholzen von Regenwäldern natürlich auch alles andere als gut – sind Bäume doch für die Umwandlung von CO2zuständig. Je weniger Bäume, desto mehr CO2in unserer Atmosphäre – und damit fällt auch ein Sauerstoff-Produzent weg.

Waldabholzung

Butter verschwendet Ressourcen

Neben den Lebensmitteln, die als Tiernahrung draufgehen, statt direkt Menschen zu ernähren, verbraucht die Milchindustrie auch Unmengen an Wasser, Bodenflächen und Energie.

Butter erzeugt Treibhausgase

Wo viele Tiere sind, wird auch viel verdaut. Die weltweite Tierwirtschaft sorgt jährlich für tonnenweise Kohlenstoffdioxid, Methan und Lachgas – die drei klimarelevantesten Treibhausgase also, die entweder direkt durch die Ausscheidungen der Tiere in der Umwelt landen oder indirekt durch Produktionsprozesse wie die Abholzung der Wälder.

Kuhstall

Butter wird aufwändig hergestellt

Und warum ist jetzt Butter schlimmer als andere Milchprodukte? Ganz einfach, weil sie besonders konzentriert ist – man braucht also viel Milch und viele Kühe, die wiederum viel Methan ausstoßen. Für ein Kilo Butter werden rund 18 Liter Milch benötigt. [4] Dies begünstigt die Zerstörung der Wälder sowie auch die Treibhausgasemissionen.

Um Kuhmilch in Butter zu verwandeln, sind viele einzelne Schritte nötig, für die jeweils Energie draufgeht und bei denen immer weniger übrig bleibt. Extrem viel Einsatz für extrem wenig Lebensmittel also.

Ihr glaubt nicht, dass ihr ohne Butter könnt? Unser Veganstart zeigt euch, wie es geht.

Veganstart

Bereit, das mit dem veganen Leben mal auszuprobieren? Dann holt euch unsere Veganstart-App und erhaltet 30 Tage lang Tipps, Rezepte und Infos – so fällt tierleidfrei leicht.
App Store Google Plat