Warum Pferde nichts im Karneval zu suchen haben

Wenn Pferde bei Faschingsumzügen auflaufen müssen, ist das Tierquälerei. Setzt euch für ein Verbot von Pferden im Karneval ein!

07.Mai 2021

Karneval, Fasching, Fasnacht – die fünfte Jahreszeit bedeutet für viele Menschen vor allem das: fliegender Süßkram, jede Menge Lärm, Menschenmassen und Alkohol. Eine riesige Party für manche, für andere der absolute Albtraum. Wir Menschen können uns zuhause verkriechen, wenn wir darauf keine Lust haben. Für Pferde ist das aber nichts als purer Stress, ohne Chance, dem Chaos entkommen zu können.

Pferde werden – aus „Tradition“ – unter Zwang mit klimperndem Behang vor Kutschen und Wagen gespannt oder gezwungen, verkleidete Menschen durch die johlende Menge zu tragen. Für diejenigen, die genauer hinsehen, ist ganz klar: Pferde haben im Karneval nichts zu suchen, denn das ist nichts anderes als Tierquälerei. Es muss endlich ein Verbot für Pferde im Karneval geben!

Mit Betäubungsmitteln, Gewalt und Zwang durch die Menge

Damit Pferde die hohe Belastung überhaupt aushalten, bekommen viele vorher Betäubungsmittel verabreicht. Andere werden einfach mit Gewalt durch die vollen Gassen gezerrt. Weil Pferde schreckhafte Fluchttiere sind, die im Tumult in Panik geraten, kommt es während Faschingsumzügen immer wieder zu Unfällen, bei denen Menschen und Tiere verletzt werden.

In mehreren Städten ist es deshalb schon verboten, Pferde im Fasching einzusetzen. Andere, wie die Karnevalshochburg Köln, erlauben es immer noch. Szenen wie bei dem schweren Unfall am Rosenmontagsunfall 2018 in Köln zeigen aber, warum ein Verbot von Pferden im Karneval dringend notwendig ist. [1] Zwei vor eine Kutsche gespannte Pferde waren in Panik geraten und in einen Tribünenwagen gelaufen. Der Grund war vermutlich eine Bierflasche, die ein Besucher nach Augenzeugenberichten auf die Tiere geworfen hatte. Vier Menschen wurden dabei verletzt, für die Tiere muss das Erlebte traumatisch gewesen sein. Das Verfahren von damals wurde eingestellt, trotzdem ist es noch immer nicht verboten, dass Pferde bei Faschingsumzügen eingesetzt werden. Dagegen könnt ihr zusammen mit uns aktiv werden!

Setzt euch für ein Verbot von Pferden bei Karnevalsumzügen ein!

Wenn ihr nicht wollt, dass noch mehr Tiere und Menschen zu Schaden kommen, schreibt den Oberbürgermeistern eurer Städte und appelliert an sie, Pferde bei Karnevalszügen nicht mehr zuzulassen. Oder kommt ins PETA ZWEI-Streetteam und nehmt, wann immer es bei euch geht, an wichtigen Demos teil, um den Tieren eure Stimme zu schenken!

Unterhaltung

Weil es gar nicht so lustig ist.
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Go Vegan!

Casomorphine: Macht Käse wirklich süchtig?

Seit Jahren hält sich das Gerücht, dass man wegen der enthaltenen Casomorphine von Käse abhängig werden kann. Erfahrt hier mehr darüber!

07.Mai 2021

„Käse hat eine ähnlich süchtig machende Wirkung wie beispielsweise Heroin“ – eine Aussage, auf die man vor allem im Internet trifft. Nicht nur Veganer verbreiten sie in sozialen Medien und Foren, auch klassische Medien greifen das fragwürdige Argument auf. Doch was ist an der Behauptung dran, dass Käse so abhängig macht wie harte Drogen?

Käsesucht: Kann man Käse mit Koks, Crack und Heroin vergleichen?

Fakt ist, dass Kuhmilch – wie auch menschliche Muttermilch – winzige Mengen an Morphinen enthält. [1] Außerdem befinden sich in Kuhmilch große Mengen des Proteins Kasein, das im Darm zu sogenannten Casomorphinen abgebaut werden kann. [2] Auch bei der Herstellung von Käse können Casomorphine entstehen. Casomorphine sind Opioidpeptide, also natürlich vorkommende, morphinähnlich wirkende, kurze Eiweiße, die bei der Verdauung von Proteinen entstehen. Sie können an die passenden Opioidrezeptoren im Gehirn binden. [2] Diese Verbindungen können also im Gehirn an dieselben Rezeptoren andocken wie beispielsweise Heroin und daher theoretisch ähnlich wirken. In Muttermilch könnten solche opiatähnlichen Stoffe sinnvoll sein, um möglicherweise Mutter und Baby zu beruhigen, die Bindung zwischen ihnen zu stärken und um das Baby zum Trinken zu animieren. [3] Bei erwachsenen Menschen konnte diese Wirkung bisher nicht nachgewiesen werden. Zudem ist es unwahrscheinlich, dass es Casomorphine aus dem Darm über die Darmwand in den Blutkreislauf und über die Blut-Hirn-Schranke ins Gehirn schaffen. [4] Bei der Verdauung von Milch entstehen außerdem Stoffe, die die Opioidrezeptoren  blockieren und somit die Wirkung von Casomorphinen schwächen. In einigen Käsesorten überwiegt der Anteil der hemmenden Stoffe sogar [5] – ein weiteres Argument dafür, dass Käse als Produkt nicht grundsätzlich süchtig macht.

Süchtig machende Lebensmittel – was steckt dahinter?

2015 veröffentlichte die Los Angeles Times einen Artikel mit dem Titel „Käse ist Crack – Studie belegt, dass Käse wie Drogen wirkt“ [6]. Das GQ Magazin titelte 2016 „Die Wissenschaft belegt, dass Käse wie Kokain wirkt“ [7]. Beide Artikel beziehen sich auf eine Studie, in der 35 Lebensmittel auf ihr suchterregendes Potenzial untersucht wurden. Während Pizza auf Platz 1 landete, schaffte es Käse jedoch nur auf den 10. Platz. Auf den Plätzen dazwischen sind beispielsweise Schokolade, Chips, Kekse und Eis. [8] Die meisten dieser Lebensmittel enthalten zwar Milch, jedoch nicht in so konzentrierter Menge wie Käse.

Die suchterregende Wirkung dieser Produkte liegt laut der Studie nicht daran, dass sie Milch und somit Kasein und Casomorphine enthalten. Viel wahrscheinlicher ist, dass viele Leute Käse als Produkt so unwiderstehlich finden, weil er große Mengen an Salz, Fett und Umami enthält. Lebensmittel, die diese Geschmacksrichtungen aufweisen, mögen wir besonders gerne. [9, 10, 11] Tierische Produkte enthalten mehr Natrium als pflanzliche Lebensmittel und schmecken somit von Natur aus salziger. [12] Käse ist außerdem ein sehr fettiges Produkt. Pizza wurde in der Studie als Lebensmittel mit dem größten Suchtfaktor eingestuft. Das lässt sich damit begründen, dass das Gericht alle drei beliebten Geschmacksrichtungen kombiniert: Durch den Käse ist Pizza sehr fettig und salzig, die Tomatensoße und auch der Käse sind umamireich.

Eine Autorin der Studie kritisierte im Nachhinein die Schlagzeilen der Artikel sowie die Vereinfachung des eigentlich komplexen Themas. Die Wissenschaftlerin war entsetzt, dass die suchterregende Wirkung als falsche Entschuldigung für den Überkonsum von Lebensmitteln mit Käse vorgeschoben wird. Heißhunger oder etwas besonders gerne zu essen, kann nicht mit einer echten Sucht bzw. Abhängigkeit verglichen werden. [13]

Käse an sich macht nicht süchtig – ist aber trotzdem nicht gesund

Käse enthält sehr viel Fett, Salz und Cholesterin und ist sehr kalorienreich. Das sind Stoffe, von denen wir nicht zu viel zu uns nehmen sollten, denn sonst kann es zu erhöhtem Cholesterinspiegel, einem zu hohen Blutdruck und chronischen Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommen. Veganer haben ein geringeres Risiko für Erkrankungen wie Übergewicht, Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes und Herzerkrankungen. [14] Käse und andere Milchprodukte stehen zudem im Verdacht, das Risiko für Krebsarten wie Prostatakrebs [15], Leberkrebs [16] oder Brustkrebs [17] zu erhöhen.

Und das Wichtigste: Wir brauchen Käse genauso wenig wie andere tierische Produkte, um gesund zu sein [14] und lecker zu essen. Die Milch, aus der Käse gemacht wird, ist Muttermilch für Kälber und kein Nahrungsmittel für Menschen.

Käsesucht ist kein Argument

Die Aussage „Käse macht süchtig“ ist also übertrieben: Veggies und Omnis sollten ihre „Käsesucht“ nicht als Ausrede dafür nutzen, die Ausbeutung von Tieren in der Milchindustrie weiter zu unterstützen und nicht vegan leben zu können. Genauso sollten vegane Aktivisten keine Falschaussagen verbreiten – sonst wird die Bewegung weniger ernst genommen, auch wenn‘s um die richtige Sache geht. Es gibt nämlich genug moralische, gesundheitliche und ökologische Vorteile, mit denen ihr stattdessen argumentieren könnt.

Vegane Käsealternativen

Für alle, die Käse lieben, gibt es mittlerweile zahlreiche verschiedene tierfreie Alternativen – zum Beispiel sind überbackene Nachos auch ganz ohne Tierleid möglich!