Ponykarussell: 9 Gründe für ein Verbot der Tierquälerei

Nach wie vor gibt es auf vielen Jahrmärkten Ponykarussells. Erfahrt hier, warum diese „Attraktion“ Tierquälerei ist und verboten werden muss!

Foto: Rebecca-Kahlau
04.Jun 2022

Auf vielen Jahrmärkten, Volksfesten, Kirmessen und ähnlichen Veranstaltungen werden Ponys in sogenannten Ponykarussells dazu gezwungen, stundenlang im Kreis zu laufen und dabei Kinder auf ihrem Rücken zu tragen. Erfahrt hier, warum diese Karussells immer mit Tierleid verbunden sind.

9 Gründe, warum Ponykarussells verboten werden müssen

Ponykarussel

1. Die eintönigen Bewegungen sind gesundheitsschädigend

Das stundenlange Im-Kreis-laufen ist nicht artgerecht und daher schlecht für die Wirbelsäule von Ponys. Die einseitige Kreisbewegung führt auf Dauer zu schmerzhaften Gelenk- und Wirbelschäden sowie zu Schäden an den Bändern. [1]

2. Ponys leiden psychisch unter dem monotonen Bewegungsablauf

Der stundenlange einseitige Bewegungsablauf hat nichts mit artgerechter Bewegung zu tun. Viele Ponys leiden psychisch unter der Eintönigkeit und entwickeln Verhaltensstereotypien. [1]

Wie alle Pferde sind auch Ponys sehr sensible und soziale Herdentiere, die gemeinsam mit Artgenossen leben wollen. Sie brauchen viel Platz für ausreichenden Auslauf – am besten in Aktiv- oder Offenstallhaltung. Fehlende Sozialkontakte, zu wenig Bewegung und unzureichende Auslastung sind mit großem Leid verbunden und können auf Dauer zu lebensgefährlichen körperlichen Beeinträchtigungen führen.

3. Das Zaumzeug passt oft nicht und bereitet den Tieren Schmerzen

Oft werden die Ponys tierschutzwidrig mit Zaumzeug gezäumt, das ihnen nicht richtig passt. Außerdem werden sie von ungeübten Kindern traktiert, die den Tieren unabsichtlich, aber auch unvermeidbar Schmerzen zufügen.

4. Laute Musik und Besuchermassen bedeuten Stress für die Ponys

Ponys sind wie alle Pferde Fluchttiere. Auf Kirmessen, Jahrmärkten und Co. sind sie häufig über Stunden hinweg Jahrmarktsmusik und dem Lärm von Besucher:innen ausgesetzt. Für die sensiblen Tiere bedeutet das extremen Stress.

5. Die Ponys werden oft viel zu grob behandelt

Kleinkinder und andere im Umgang mit Pferden Ungeübte behandeln Ponys, wenn auch unabsichtlich, meist falsch.

6. Die Ponys brauchen freien Auslauf in der Natur

In der Natur leben Ponys in einer Herde und können sich frei bewegen. In Ponykarussells sehen sie tagtäglich nur das Hinterteil des Ponys, das vor ihnen läuft.

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7. Die Ponys bekommen kaum Pausen

Völlig veralteten Leitlinien zufolge [2] ist erst nach vier Stunden eine kurze Pause vorgeschrieben. Abgesehen von diesen kurzen Pausen müssen die Tiere oft den ganzen Tag bis spät abends im Kreis laufen – ob die vorgeschriebenen Ruhepausen überhaupt eingehalten werden, wird nur selten kontrolliert.

8. Ponys werde selbst bei Extremtemperaturen gezwungen, im Kreis zu laufen

Es gibt keine gesetzliche Regelung für Ponys in Ponykarussells bei Extremtemperaturen: Die Tiere müssen sowohl bei Eiseskälte als auch bei extremer Hitze ihre Runden drehen.

9. Ein Großteil der Deutschen empfindet Ponykarussells als nicht tiergerecht

Ponykarussells dienen dazu, die Profitgier der Schausteller zu stillen. Die Gesundheit und Interessen der Ponys bleiben dabei leider gänzlich auf der Strecke. Zwei Drittel der Deutschen sind der Meinung, dass Ponykarussells nicht tiergerecht sind. Das Leid der Ponys muss endlich ein Ende haben.

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Informiert euch über die Bedürfnisse von Pferden und klärt euer Umfeld auf!

Für die meisten Menschen, die reiten, steht der Spaß an der gemeinsamen Bewegung im Vordergrund. Doch für die betroffenen Tiere sind die verschiedenen Disziplinen des Reitsports wie auch Pferderennen, Kutschfahrten und Wettkämpfe immer mit großem Leid verbunden.

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Go Vegan!

11 vegane Lebensmittel, die verstecktes Tierleid enthalten

Auch pflanzliche Lebensmittel können verschiedene Arten von Tierleid enthalten. Diese 11 veganen Produkte solltet ihr genauer unter die Lupe nehmen.

04.Jun 2022

Wusstet ihr, dass sich auch hinter eigentlich pflanzlichen Lebensmitteln Tierleid verstecken kann? Bei manchen pflanzlichen Lebensmitteln leiden Tiere schon während der Herstellung und beim Anbau. Andere scheinbar vegane Produkte werden mit tierischen Stoffen hergestellt, die nachher aber nicht mehr in der Zutatenliste auftauchen. 

Wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, ob ein bestimmtes Produkt auch wirklich zu 100 Prozent tierleidfrei ist, fragt am besten direkt beim Hersteller nach, ob dieser Hilfsstoffe tierischen Ursprungs bei der Herstellung seiner Produkte verwendet oder Tiere auf anderem Weg bei der Produktion geschadet wurde. Diese zehn pflanzlichen Lebensmittel sind nicht immer vegan:

1. Obst glänzt durch Bienenwachs, Läusekot und Garnelenschalen

Nicht alles, was glänzt, ist auch Gold, oft steckt ganz klar Tierleid dahinter. Vor allem Schalenobst wie Äpfel, Pfirsiche, Melonen, Birnen und verschiedene Zitrusfrüchte wie Orangen werden mit Bienenwachs oder Schellack überzogen. Schellack (Kennzeichnung E904) ist übrigens nichts anderes als der Kot von Läusen, der zu Harz wird und zusammen mit vielen der noch lebenden Tiere verkocht wird. Ein Überzug aus Schellack oder Bienenwachs soll das Obst einerseits davor schützen zu schrumpeln und erzeugt andererseits einen unnatürlichen Glanzeffekt. Für Bienen ist es grausam, wenn ihnen das selbstgemachte Wachs gestohlen wird, denn sie nutzen es, um ihren Larven Kinderzimmer zu bauen, in denen sie geschützt aufwachsen können. Bienenwachs ist auf Inhaltsstofflisten unter der Kennzeichnung E901 zu finden.

Bananen enthalten manchmal auch Tierleid: Manche Hersteller besprühen die grüne Frucht mit einem Pflanzenschutzmittel, in dem Chitin enthalten ist. Die Banane soll damit langsamer reifen. Chitin wird aber aus den Schalen von Garnelen und anderen Krebsarten hergestellt, die die Tiere niemals freiwillig abgeben würden. Wer hier auf Nummer sicher gehen will, kauft Bio-Bananen.

2. An Olivenöl klebt oft Vogelblut

Olivenöl ist gesund. Aber wusstet ihr, dass bei der Olivenernte Millionen von Tieren sterben? Das liegt daran, dass viele Oliven nachts mit Saugmaschinen abgeerntet werden, um ein besonders gutes Aroma zu erhalten. Dabei fallen vor allem Singvögel, die nachts in den Olivenbäumen und darunter liegenden Büschen schlafen, den lärmenden Maschinen zum Opfer: Das plötzliche Donnern der Maschinen und die Lichtblitze schrecken die Tiere auf, sie verfallen in eine Starre. Manche Vögel werden einfach von den Maschinen mit aufgesaugt und dadurch getötet. [1] Viele andere fliegen orientierungslos umher und verletzen sich dabei. Wenn ihr beim Olivenöl kein Tierleid unterstützen und auf Nummer sicher gehen möchtet, achtet beim Kauf darauf, dass die verarbeiteten Oliven per Hand gepflückt wurden. Entsprechende Produkte tragen das Siegel FAO GIAHS.

3. Mandeln, Avocados, Kiwis und Co. von Bienen bestäubt

Honigbienen bestäuben viele Blütenpflanzen weltweit. Nicht immer passiert das freiwillig: Besonders für Mandeln aus den USA werden teilweise Massen an Bienen mit dem LKW durchs Land transportiert, um eine Mandelbaumplantage nach der anderen zu bestäuben. [2] Für die Bienen bedeutet das Stress und Leid. Die wichtigen Tiere werden allein auf ihren Nutzen für den Menschen reduziert – wie in allen anderen Bereichen der Massenzucht in der Tierindustrie auch. Vor allem Obst und Gemüse, das schwer von Natur aus anzubauen ist – oft in Gewächshäusern –, wird auf diese künstliche und für die Bienen ausbeuterische Weise bestäubt. Darunter fallen neben Mandeln auch Avocados, Kiwis, Melonen, Gurken, Kirschen und Butternuss-Kürbisse. Für die in Gewächshäusern eingesetzten Bienen bedeutet das, dass sie verhungern, sobald es nichts mehr zu bestäuben gibt.

4. Kokosmilch und andere Kokosprodukte

Was an Kokosmilch und anderen Produkten wie Kokosöl nicht vegan sein soll? In manchen Regionen in Thailand werden angekettete Affen dazu gezwungen, auf Palmen zu klettern und die Kokosnüsse herunterzuholen. Viele Affenbabys werden dazu direkt aus der Natur gerissen und ihren Familien weggenommen. Sie werden an Ketten gelegt, oft mit Schlägen und Gewalt trainiert und dazu gezwungen, Kokosnüsse zu pflücken, um daraus Kokosprodukte wie Kokossahne, Kokosmilch und anderes herzustellen. Vor allem viele Eigenmarken haben jedoch auch tierleidfreie Kokosprodukte im Sortiment.

5. L-Cystein in Brot, Brezeln und anderen Backwaren

Was ist L-Cystein (E920)? Kurz: Eine Aminosäure, die in allen möglichen Haararten vorkommt, egal ob Mensch, Schwein, Pferd oder Katze: Ja, unsere Haare bestehen alle aus L-Cystein. Hörner, Fingernägel, Krallen und Federn übrigens auch. Ziemlich eklig, dass gerade dieser tierische Baustein ab und zu in Teigwaren wie Brot und Brötchen (Titel: Ist Brot vegan?) vorkommt und Teige „elastischer“ werden lassen soll. Das passiert aber auf Kosten der Tiere, die ihre Haare und Federn niemals freiwillig hergeben.

Brezeln sind übrigens auch nicht immer vegan: Traditionell werden sie in manchen Regionen immer noch mit Schweineschmalz hergestellt. Dabei ist Pflanzenfett deutlich tierfreundlicher. Fragt bei eurem nächsten Bäckereibesuch lieber nach, ob die Brezeln auch wirklich vegan sind.

6. Müsli kann Gelatine enthalten

Damit Zucker an Frühstücksflocken haften bleibt, ist Müsli ab und zu mit Gelatine versetzt. Für Gelatine werden Knochen, Häute und Sehnen von Kühen, Schweinen, Fischen oder Hühnern ausgekocht, um an das darin enthaltene Kollagen zu kommen. Kurz: Das Bindemittel Gelatine besteht durch und durch aus totem Tier und ist – leider – in allen möglichen Produkten enthalten. Um das massive Tierleid nicht zu unterstützen, hilft nur eines: Gelatine und Produkte mit anderen tierischen Inhaltsstoffen vermeiden und die Zutatenliste ganz genau durchsehen – oder aber im Zweifel direkt beim Hersteller nachfragen.

7. Marmelade und rote Lebensmittel

Werft vor allem bei roter Marmelade wie Kirsch-, Himbeer- oder Erdbeermarmelade einen genaueren Blick auf die Zutaten: Um einen knalligeren Rotton zu erhalten, fügen manche Hersteller extra gezüchtete und getötete weibliche Läuse, bekannt als der Inhaltsstoff Karmin (E120), hinzu. Am besten ist es, wenn ihr euch generell einen Blick auf die Zutaten angewöhnt, wenn ihr das nicht sowieso bereits macht – denn Karmin versteckt sich nicht nur in vielen „roten“ Lebensmitteln wie rotem Weingummi, roten Likörs und Fruchtsäften, sondern auch in Kosmetika.

8. Fruchtsäfte und Alkohol mit Fischblase und Gelatine geklärt

Die Fischblase wird als tierischer Hilfsstoff zwar nicht in der Zutatenliste vieler Fruchtsäfte und Alkoholsorten wie Wein zu finden sein, trotzdem benutzen manche Hersteller diese tierischen Stoffe, um die Beschaffenheit der Säfte und Weine zu beeinflussen und diese „klarer“ zu machen. Gelatine soll dabei Trübstoffe aus den Säften filtern – danach wird beides entfernt. Obwohl sich das nicht in den Zutaten zeigt, bedeutet das trotzdem großes Tierleid. Sobald Omega-3 oder/und Vitamin D3 in der Zutatenliste vorkommt, ist es möglich, dass der Saft mit tierischen Stoffen geklärt wurde.

9. Instant-Gemüsebrühe und Instant-Suppen

Achtung bei Instant-Pulvern wie Gemüsebrühe und verschiedenen Fertigsuppen! Manchmal befinden sich Tierqual-Produkte wie Eiklar, Milchpulver oder Hühnereiweiß in Instant-Gemüsebrühe und Co. Auch Aromastoffe aus Rinderfett sind manchmal zu finden. Ziemlich absurder Gedanke der Industrie, dass Gemüsebrühe tierische Stoffe beigesetzt werden.

10. Kaffee

Ja, leider ist Kaffee nicht immer vegan. Auch dann nicht, wenn man bereits bewusst vermeintlich luxuriöse Kaffeesorten meidet, die vorher eine Katze oder ein Elefant ausgeschieden hat. Wie bei Obst und Gemüse werden Bienenwachs und Schellack auch bei ganzen Kaffeebohnen benutzt, um die Oberfläche zum Glänzen zu bringen und sie so interessanter für Käufer zu machen. Außerdem soll durch die glattere Oberfläche die Verarbeitung leichter sein. Zum Glück werden die meisten in Deutschland gehandelten Kaffeesorten mit pflanzlichen Wachssorten behandelt.

11. Trüffel

Auch wenn der unterirdische Pilz an sich vegan ist, werden zur Trüffelsuche noch immer vor allem Hunde eingesetzt. Auch Schweine werden teilweise noch für die Pilzsuche missbraucht. Und wie bei jeder Tierhaltung kann man sich auch in diesem Fall nicht darauf verlassen, dass die Tierhalter:innen ihre Vierbeiner auch gut behandeln. So wurde bereits berichtet, dass manche Sammler:innen ihre Hunde hungern lassen oder in kleinen Käfigen für die Trüffelsuche „scharfmachen“. Zudem verschlimmert jeder Hund, der für diesen Zweck gekauft wird, die Situation der Tiere, die im Tierheim auf ein neues Zuhause warten.

Die gute Nachricht ist: Es gibt Trüffelplantagen, auf denen die Pilze ganz ohne Hunde oder Schweine geerntet werden. Fragt am besten beim Hersteller nach, woher die Trüffel stammen.

Ziemlich krass, worin alles Tierleid zu finden ist, nicht wahr? Leider gibt es noch mehr unnötige tierische Inhaltsstoffe, die Veganern gerne mal den Tag vermiesen. Lernt sie besser jetzt gleich kennen, um sofort bei eurem nächsten Einkauf unnötiges Tierleid zu verhindern.