Grausamer Reptilienhandel: So schlecht geht es den Tieren

Wusstet ihr, dass viele Reptilien für den Heimtierhandel noch beim Transport sterben? Erfahrt hier mehr über das herzlose Geschäft mit Exoten!

04.Mrz 2021

Es ist weder cool noch tierfreundlich, mit exotischen Tieren wie Schlangen, Bartagamen oder Schildkröten zusammenzuleben – denn es ist komplett unmöglich, exotische Tiere in Privathand artgerecht zu halten. Oft stimmen die klimatischen Bedingungen nicht, es gibt nicht genug Platz für die Tiere, und viele Halter und auch Tierärzte kennen sich nicht genug mit Krankheitsanzeichen aus, um Tiere rechtzeitig und richtig zu behandeln. Doch das Problem fängt schon vorher an – beim grausamen Handel mit Reptilien.

Die meisten Tiere im Heimtierhandel sterben

Rund 800.000 Reptilien werden offiziell jedes Jahr nach Deutschland importiert. [1] Höchstwahrscheinlich sind es noch viel mehr, denn Exoten aus dem illegalen Tierhandel kommen noch hinzu. Die Tiere wurden entweder in ihrem natürlichen Lebensraum eingefangen oder stammen aus profitorientierten Zuchtfarmen.

Viele der sensiblen Tiere sterben schon auf den langen Transportwegen oder bereits auf den Zuchtfarmen. Der Heimtierhandel rechnet Sterberaten von bis zu 70 Prozent ein [2] – kein Wunder, wenn Tiere in winzigen Plastikbehältern transportiert und gelagert werden, oft tagelang kein Wasser bekommen und bei Krankheiten oder Verletzungen meist nicht behandelt werden.

Illegale Wildfänge werden falsch gekennzeichnet

Vor allem der illegale Handel mit Reptilien boomt. Rund 90 Prozent der Reptilienarten im Heimtierhandel sind Wildfänge. [3] Illegal gefangene Exoten wie etwa geschützte und bedrohte Tierarten werden kurzerhand mit einem Stempel auf der Box als Nachzucht gekennzeichnet. Dies wird bei behördlichen Kontrollen oft nicht erkannt. Zudem können Tierarten, die nur in ihrem Heimatland geschützt sind, straffrei in der EU verkauft werden. [4] Nicht nur für die Tiere, sondern auch für den Artenschutz ist das eine Katastrophe.

Reptilien gehören nicht in eine Wohnung

Schlangen, Echsen, Spinnen und Frösche haben nicht nur hohe Ansprüche an ihren Lebensraum, sie wollen auch schlichtweg nicht mit Menschen zusammenleben. Allein von einem Menschen angeschaut zu werden, versetzt die meisten Reptilien in Panik. Viele von ihnen leiden nicht nur lebenslang enorm unter Stress, sondern auch oftmals an Krankheiten, die durch falsche Haltung entstehen. Es gibt keinen Grund, ein exotisches Wildtier in eine Wohnung zu holen.

Um all dieses Tierleid zu verhindern, hilft nur eines: Der Handel mit Reptilien muss gestoppt werden. Bitte kauft niemals ein exotisches Tier in einer Zoohandlung und besucht auch keine Reptilienbörse.  

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Warum ihr niemals eine Alpaka-Wanderung machen solltet

Alpakas sind süß, keine Frage – aber die Wanderungen, die inzwischen überall angeboten werden, sind kein Spaß für die Tiere. Hier erfahrt ihr, warum!

04.Mrz 2021

Ob auf Instagram, Facebook oder Erlebnisgeschenk-Portalen – Alpaka-Wanderungen findet man seit Monaten überall. Doch was als tolles Erlebnis mit niedlichen Tieren verkauft wird, ist in Wahrheit gar nicht so toll und niedlich, vor allem nicht für die Alpakas. Die haben nämlich wenig Lust, ständig von fremden Menschen an einem Strick umhergeführt zu werden.

Die Nähe zu Menschen kann zu Verhaltensstörungen führen

Der größte Irrglaube über Alpakas ist, dass ihnen die Nähe zu Menschen nichts ausmacht. Sie sind Flucht- und Distanztiere und mögen meist keinen intensiven Körperkontakt. In den ersten sechs bis acht Lebensmonaten sollten Alpakas so wenig Kontakt wie möglich zu Menschen haben, damit sie nicht fehlgeprägt werden und schwere Verhaltensstörungen wie BLS (Berserk llama syndrome) entwickeln. [1] Dieses Syndrom äußert sich durch aggressives Verhalten von Alpakas gegenüber Menschen, wie beispielsweise Spucken oder Treten. Die Störung entsteht, wenn insbesondere Jungtiere zu wenig Kontakt zu Artgenossen oder zu viel Kontakt zu Menschen haben. Tiere mit BLS können nicht mehr zwischen Menschen und Artgenossen unterscheiden. Da die Störung als unheilbar gilt, werden die betroffenen Tiere meist eingeschläfert.

Alpakas wandern nicht gern

Alpakas sind von Natur aus eher keine großen Läufer. Sie sind lieber gemütlich unterwegs und trödeln gern ein wenig umher. [2] Daher haben sie eher weniger Lust auf mehrstündige Wanderungen über Stock und Stein, bei denen sie an einem Halfter vorangezerrt werden. Auch brauchen Alpakas bei Wanderungen regelmäßig lange Pausen zum Essen und Wiederkäuen. [3] Das interessiert die Anbieter solcher Wanderungen leider meist weniger, sie wollen an erster Stelle Geld mit den Tieren verdienen.

Alpakas fühlen sich in den Anden am wohlsten

Alpakas kommen ursprünglich aus den Anden, wo sie für ihr Fell gezüchtet wurden. Dort ist es selten wärmer als 20 C° und die Tiere leben auf harten, steinigen Böden. In Deutschland werden sie meist in viel zu warmen Regionen gehalten. Dort werden sie oft in matschigen Ställen oder Weiden eingesperrt, wo der Untergrund eher weich ist. Auf diese Weise werden ihre Klauen nicht ausreichend abgenutzt, wodurch eine regelmäßige Klauenpflege notwendig ist. Außerdem ist es den Tieren hierzulande oft zu nass, zu schwül und zu heiß. Vor allem im Sommer leiden Alpakas meist unter der Hitze, weshalb ausgiebige Wanderungen an heißen Tagen erst recht keine gute Idee sind. Alpakas reagieren auf länger anhaltende Hitze so empfindlich, dass es sogar die Fruchtbarkeit der Tiere verringert. [4]

Alpakas sind eine Qualzucht

Durch die Wanderungen werden vermehrt Alpakas gezüchtet. Dabei sind sie eine Qualzucht ohne natürlichen Fellwechsel. Durch das übermäßige Fellwachstum sind sie nicht in der Lage, ihre Körpertemperatur eigenständig zu regulieren. Sie müssen von Menschen geschoren werden. Laut Studien der Veterinärmedizinischen Universität Wien macht ihnen das so gar keinen Spaß. Sie haben bereits Stress, wenn sie das Schurgerät nur hören. Für die Schur werden sie zudem meist gewaltsam fixiert, wobei die sensiblen Fluchttiere Angst und Panik durchleben. [5] Kein Wunder, denn Schnittwunden lassen sich häufig nicht vermeiden und verursachen den Tieren Schmerzen. Kauft daher auch niemals Alpaka-Wolle.

Statt Alpaka-Wanderungen zu buchen, könnt ihr euch für Tiere engagieren, indem ihr bei unseren PETA ZWEI-Streetteams mitmacht oder auf einem Lebenshof helft.