Research Modernisation Deal: PETAs Leitfaden gegen Tierversuche

Millionen Tiere leiden in deutschen Versuchslaboren. Hier gibt‘s alle Infos zu PETAs Strategie gegen Tierversuche!

05.Okt 2020

Alle elf Sekunden stirbt in Deutschland ein Tier in einem Versuchslabor. In grausamen Experimenten werden jedes Jahr Millionen Tiere missbraucht, gequält und getötet – und das, obwohl es unzählige Gründe gibt, die gegen Tierversuche sprechen. Tierversuche sind ethisch nicht vertretbar, verschwenden Ressourcen und sind kaum auf den Menschen übertragbar. Außerdem gibt es heutzutage tierfreie Methoden, die besser sind und verstärkt in den wissenschaftlichen Fokus rücken müssen.

Research Modernisation Deal – Zeit für echte Wissenschaft

Die Corona-Pandemie ist die schwerwiegendste länderübergreifende Ausbreitung einer Infektionskrankheit der jüngeren Geschichte. Und genau aus diesem Grund bietet sie die einzigarte Möglichkeit, die Forschung jetzt zu modernisieren. Weltweit wird seit Monaten mit Hochdruck an der möglichst schnellen Entwicklung eines Impfstoffs gearbeitet. Angesichts dieses Zeitdrucks wurde teilweise zum ersten Mal nicht auf langwierige und unzuverlässige Tierversuche gewartet, sondern mögliche Impfstoffe wurden in klinischen Studien direkt an Menschen getestet. Jetzt ist es Zeit für echte Wissenschaft! Auch nach der Corona-Krise sollte die Forschung nicht länger auf Tierversuche setzen, bei denen Tiere für unsere Interessen missbraucht und getötet werden. Wissenschaftler von PETA Deutschland und PETAs internationalen Partnerorganisationen haben nun eine Strategie entwickelt, um den medizinischen und wissenschaftlichen Fortschritt in die richtige Richtung voranzutreiben und aus Tierversuchen auszusteigen: den Research Modernisation Deal.

Tierversuche sind sinnlose Tierquälerei und Ressourcenverschwendung

Immer wieder scheitert die Übertragung der Ergebnisse aus Tierversuchen auf den Menschen: So versagen 95 Prozent der potenziellen neuen Medikamente in klinischen Studien mit Menschen, auch wenn sie sich zuvor in Tierversuchen als sicher und wirksam erwiesen haben. Das verlangsamt die Entwicklung von wirksamen Therapien und Medikamenten gegen menschliche Krankheiten. Das aktuelle Forschungssystem ist überlastet, teuer und zeitaufwändig – zusätzlich müssen Millionen Tiere extreme Schmerzen und größtes Leid ertragen. Tierversuche sind keine nachhaltige, effektive Methode zur Bekämpfung menschlicher Krankheiten – wir brauchen einen besseren Plan!

Research Modernisation Deal: Worum geht es genau?

Der Research Modernisation Deal ist ein Strategieplan, um Forschungsinvestitionen besser einzusetzen. Tierversuche sind weder effizient noch nachhaltig oder wirksam – daher gehören sie abgeschafft. Stattdessen sollten Forschungs- und Testmethoden in den Vordergrund rücken, die für Mensch und Umwelt zu relevanten Ergebnissen führen. Das neue Konzept ist ein Leitfaden für Regierungen, Aufsichtsbehörden, Förderinstitutionen und politische Entscheidungsträger in Deutschland und anderen Ländern der Welt.

Obgleich die EU vorschreibt, alle Tierversuche zu beenden, verfolgen nur wenige nationale oder internationale Einrichtungen einen konkreten Plan, um dieses Ziel zu erreichen. Dabei sind laut einer aktuellen Umfrage knapp drei Viertel der Deutschen für einen Ausstiegsplan aus Tierversuchen. Heutzutage gibt es moderne Testmethoden ohne Tierleid, die nicht nur zuverlässiger, sondern meist auch kostengünstiger als Tierversuche sind.

Unterstützt noch heute PETAs Leitfaden zum Ausstieg aus Tierversuchen mit eurer Unterschrift!

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Zoo: So viel Platz bräuchten die Tiere wirklich

Viele Zoos behaupten, dass es den Tieren in ihren Gehegen gut geht. Wir zeigen euch, dass das nicht der Fall sein kann.

05.Okt 2020

Dazu vergleichen wir den Platz, der den Tieren laut der Empfehlung des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) in Zoos zur Verfügung stehen sollte, mit dem Platz, den die Tiere in freier Wildbahn nutzen.

Schimpansen

Zoo: Mindestens 400 Quadratmeter für eine sozial intakte Gruppe von bis zu vier erwachsenen Tieren

Streifgebiet in der Natur: Reviere zwischen 7 und 65 Quadratkilometer

Orang-Utans

Zoo: Mindestens 280 Quadratmeter für bis zu vier erwachsene Tiere, die sozial gut miteinander auskommen

Streifgebiet in der Natur für das Sumatra-Orang-Utan-Weibchen: 3,5 bis 8,5 Quadratkilometer, das Streifgebiet der männlichen Tiere wird weitaus höher geschätzt

Berberaffen

Zoo: Mindestens 66 Quadratmeter für eine sozial intakte Gruppe von bis zu fünf erwachsenen Tieren

Streifgebiet in der Natur: 3.000.000 bis 9.000.000 Quadratmeter (3 bis 9 Quadratkilometer)

Leoparden

Zoo: Mindestens 130 Quadratmeter für ein Paar

Streifgebiet in der Natur: 9 bis 18 Quadratkilometer, in der Kalahari-Wüste im Schnitt sogar 2.200 Quadratkilometer (wegen geringer Beutedichte)

Löwen

Zoo: Mindestens 220 Quadratmeter für ein Tier oder ein Paar

Streifgebiet in der Natur: 266.000.000 bis zu 4.532.000.000 Quadratmeter (266 bis 4.532 Quadratkilometer) für ein Rudel

Tiger

Zoo: Mindestens 240 Quadratmeter für ein Paar

Streifgebiet in der Natur: 20.000.000 bis 400.000.000 Quadratmeter (20 bis 400 Quadratkilometer)

Elefanten

Zoo: Mindestens 2.000 Quadratmeter, Außengehege und eine innengelegene Lauffläche von 330 Quadratmeter für bis zu vier Tiere, für Zuchtbullen 1.000 Quadratmeter

Streifgebiet in der Natur: 15 bis 3.700 Quadratkilometer, für Zuchtbullen 10 bis 8.700 Quadratkilometer Streifgebiet 

Jaguare

Zoo: Mindestens 115 Quadratmeter

Streifgebiet in der Natur: 5 bis 8.700 Quadratkilometer Streifgebiet

Languren

Zoo: Mindestens 70 Quadratmeter je sozial intakter Gruppe von bis zu fünf erwachsenen Tieren

Streifgebiet in der Natur: 200.000 bis 300.000 Quadratmeter (Schwarzer Haubenlangur)

Eisbären

Zoo: Mindestanforderungen: 400 Quadratmeter Außengehege für ein Paar (plus verbindbare Einzelboxen von 12 Quadratmeter)

Streifgebiet in der Natur: Kein festes Revier; wandern bis zu 30 Kilometer am Tag und haben ein enormes Streifgebiet von mehreren hundert Meilen

Diese Mindestanforderungen für die Gehegegrößen in Zoos gelten seit 2014 und sind bisher kaum umgesetzt worden. Die meisten Zoos entsprechen – wenn überhaupt – noch immer den veralteten Empfehlungen des Säugetiergutachtens von 1996, das den Tieren noch sehr viel weniger Platz zugesteht.

Zoos sind viel zu klein und kein schöner Ort für Tiere. Bitte unterstützt  diese Tierquälerei nicht und informieren Sie auch Freunde und Bekannte über die Tierquälerei in Zoos.