Was ist Speziesismus? Alles über die ausbeuterische Denkweise

Kompliziertes Wort, einfache Erklärung: Warum es wichtig ist, dass wir das diskriminierende Prinzip Speziesismus verstehen. Jetzt lesen!

03.Feb 2022

Die allermeisten Veganer:innen kennen ihn, viele andere haben den Begriff schon einmal gehört, ahnen aber (noch) nicht, wie wichtig er eigentlich ist: Speziesismus. Auf den ersten Blick schwer auszusprechen – aber nichts gegen die soziale Ungerechtigkeit, die sich dahinter verbirgt.

Wenn ihr für Gleichberechtigung, soziales Miteinander und Mitgefühl mit allen Lebewesen seid, dann solltet ihr euch die folgenden Informationen über Speziesismus unbedingt merken. Denn: Speziesismus ist die Wurzel aller Tierquälerei.

Was ist Speziesismus?

Speziesismus ist die menschliche Überzeugung, dass bestimmte Spezies anderen überlegen sind – also ein diskriminierendes Denkmuster gegenüber Lebewesen, die einfach anders sind als der Mensch. Hier liegt das Problem des Speziesismus (der sich nebenbei perfekt einreiht in degradierende Muster wie Rassismus, Sexismus und Co.).

Wir Menschen denken, dass wir wichtiger sind als alle anderen Lebewesen. Diese grundsätzlich falsche Annahme führt zu einem Verhalten, das für Millionen Land- und noch viel mehr Wassertiere tödlich ist: Wir denken, es sei okay, Tiere nach ihrem Zweck für uns Menschen zu unterscheiden und unzählige von ihnen als „Nutztiere“ auszubeuten.

Deshalb hängt der Speziesismus auch eng mit dem Karnismus zusammen, also dem Glaubenssystem, das dafür sorgt, dass wir beispielsweise Schweine essen, Hunde aber nicht.

Spruch Speziesismus toetet

Warum ist Speziesismus absurd und falsch?

Das Absurde am Speziesismus ist, dass er keine sinnvolle Begründung hat. Speziesist:innen sind also Menschen, die z. B. das Fleisch von Schweinen essen, Hunde aber niemals töten würden, weil sie ja „so süß sind“. Schweine sind aber nicht weniger wert, empfinden genauso Angst, Freude, Verzweiflung und Schmerzen wie sogenannte Haustiere – und sind obendrein mindestens genauso süß. 

Woher nehmen sich Menschen also das Recht, Tiere schlecht zu behandeln? Nur weil sie sich selbst für klüger halten? Wir legen schließlich sonst auch Wert auf ethische Prinzipien und Gerechtigkeit und essen nicht direkt andere, die ein paar IQ-Punkte weniger haben als wir. Speziesismus ergibt also ziemlich wenig Sinn.

Was könnt ihr gegen Speziesismus tun?

Speziesismus ist der Grund, weshalb Milliarden von Tieren wegen ihres Fleischs, ihrer Eier, ihrer Milch, aber auch ihrer Haut, Haare, Federn, Hörner, Zähne und für Tierversuche gezüchtet, gequält und getötet werden.

Andere Lebewesen sind aber keine Gegenstände, über die wir nach Lust und Laune verfügen können, wie es uns eben passt. Es sind eigenständige Persönlichkeiten mit Bedürfnissen, die es nicht verdienen, durch Vorurteile oder aus anderen Gründen in ihrer freien Entfaltung beschnitten zu werden. Es geht nicht darum, anderen Tieren die gleichen Rechte zuzusprechen, wie Menschen sie haben. Was soll eine Kuh auch mit Wahlrechten? Sie hat jedoch das Recht, ihr Kind mit ihrer dafür produzierten Milch herzustellen, ohne dass ihr beides genommen wird – weil Menschen Kuhmilch trinken und Kalbfleisch essen wollen.

Um Speziesismus zu bekämpfen und Gerechtigkeit zu schaffen, müssen wir uns der Realität stellen und auf die Missstände in den verschiedenen Tierausbeuterindustrien aufmerksam machen. Wir müssen verstehen, akzeptieren und unser Verhalten dahingehend ändern, dass alle Tiere wertvoll sind und wir nicht über sie bestimmen dürfen. Die Veränderung beginnt bei jeder einzelnen Person unter uns.

PETAZWEI Poster Speziesismus raus aus den Koepfen

Übernehmt Verantwortung, lebt die Veränderung: Werdet jetzt vegan!

Mitgefühl für Lebewesen, kann jede:r von uns vorleben – egal wie sie aussehen, welche Geräusche sie machen (oder ob wir sie gar nicht hören können, wie z. B. Fische) und welche Fähigkeiten sie besitzen oder nicht.

Entscheidet euch jetzt für ein veganes Leben und werdet zu Anti-Speziesist:innen! Mit eurer Entscheidung für eine vegane Ernährung stellt ihr euch bewusst gegen Ausbeutung, Ungerechtigkeit und die tagtäglichen Qualen vom Millionen fühlenden Individuen! Wir helfen euch dabei.

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Weil Schmerzen nicht schön sind.
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Go Vegan!

Warum immer wieder Tauben verletzt vom Himmel fallen

Verletzte und entkräftete Tauben, die wie aus dem Nichts auf den Boden stürzen: Das steckt dahinter.

03.Feb 2022

Es ist wie eine Szene aus einem dystopischen Film: An allen möglichen Orten fallen plötzlich Tauben vom Himmel, zucken vielleicht noch kurz oder sind direkt tot. Manche landen direkt im Meer, andere mitten in der Stadt auf dem Asphalt. Und wer genauer hinsieht, erkennt zwischen Blut und Federn einen kleinen, bunten Ring mit einer Nummer drauf um den Fuß des Tieres.

Dahinter steckt der sogenannte „Brieftaubensport“, bei dem es in Wahrheit extrem unsportlich zugeht. Knapp 30.000 Brieftaubenzüchter gibt es allein in Deutschland. Dabei sterben laut Studien durchschnittlich 50 bis 75 Prozent der Tiere. Oft sind sie dehydriert, verletzt oder erschöpft, wenn sie vom Himmel fallen. Auch unter den Stadttaubenpopulationen sieht man immer wieder gestrandete Tauben von Taubenwettflügen. Da sie aber auf Spezialnahrung geprägt sind, sterben sie dort meist den Hungertod.

Um möglichst viel Geld zu machen, schicken viele Züchter sogenannte Brieftauben auch bei schlechten Wetterbedingungen los, sodass sie sich nicht orientieren können. Die Züchter dopen sie oder sortieren Tauben, die nicht die erwünschte Leistung bringen, direkt aus, um sie betäubungslos zu töten. Das Halsumdrehen ist eine gängige Methode des Tötens von sogenannten Brieftauben.

Was könnt ihr dagegen tun? Boykottiert auf jeden Fall Taubenwettflüge und erklärt auch den Leuten in eurem Umfeld, warum sie so etwas nicht unterstützen sollten. Und falls ihr eine verletzte Taube findet, die noch lebt, helft ihr, indem ihr euch an einen Stadttaubenverein in eurer Nähe wendet.

Hier sind noch 10 Wege, wie jeder von uns Tieren helfen kann.