Was die Tierhaltung mit dem Hunger auf der Welt zu tun hat

Die landwirtschaftliche Tierhaltung ist mit Tierleid und Umweltzerstörung verbunden – außerdem trägt sie zum Welthunger bei. Jetzt lesen!

Foto: Dominik Martin
25.Feb 2021

Weltweit leiden unzählige Menschen an Hunger. Während 1990 fast zwei Milliarden nicht genug zu essen hatten, sank diese Zahl bis zum Jahr 2015 glücklicherweise auf 653 Million Menschen. Seit einigen Jahren geht die Entwicklung jedoch erneut in die falsche Richtung, denn seit 2015 steigt die Zahl der hungernden Menschen auf der Welt wieder an. Experten fürchten sogar, dass sie aufgrund der Corona-Pandemie um weitere 150 Millionen anwachsen könnte. [1] Es gibt weltweit also immer mehr Menschen, die Hunger leiden – obwohl es mehr als genug Nahrung gibt, um die gesamte Menschheit zu ernähren. [2]

Schätzungen zufolge sterben jedes Jahr mehr Menschen an Hunger und seinen Folgen als an Malaria, Tuberkulose und HIV/AIDS zusammen. [3] Trotzdem wird der Großteil der landwirtschaftlichen Flächen ineffizient genutzt, denn mehr als 83 Prozent werden für den Anbau von Futtermitteln und die Erschließung von Weideflächen für die Tierhaltung ver(sch)wendet. Damit werden allerdings nur 18 Prozent der Kalorien und 37 Prozent der Proteine erzeugt. [4]

Der Anbau von Getreide und Soja als Futtermittel für Tiere, die anschließend getötet und zu Fleisch verarbeitet werden, ist ineffizient: Von jedem Kilogramm Nahrung, das Tiere aufnehmen, setzen sie nur einen Bruchteil der Kalorien an. Dieser sogenannte Veredelungsverlust bedeutet, dass Tiere, die für die Produktion von Nahrung gezüchtet und getötet werden, durchschnittlich sieben Kilogramm essen müssen, um ein Kilogramm Fleisch aufzubauen. [5]

Für eine Ernährung mit tierischen Produkten sind also mehr Landflächen notwendig als für eine vegane Ernährung – Landflächen, die dann fehlen, um den Welthunger zu bekämpfen. Wenn landwirtschaftliche Flächen nicht zu Weiden umfunktioniert und Feldfrüchte wie Soja und Getreide keinen Umweg über den Tiermagen machen würden, könnten mit einer geringeren Landfläche wesentlich mehr Menschen versorgt werden.

In der EU werden so große Mengen an Fleisch produziert und konsumiert, dass die benötigten Futtermittel, vor allem eiweißreiche Nahrung wie Soja, nicht ausschließlich in der EU angebaut werden können. Sie müssen zum großen Teil importiert werden [6] – auch aus Regionen, in denen Menschen Hunger leiden. Um Platz für den Anbau dieser Futtermittel zu schaffen, werden immer neue Flächen erschlossen – oft zu Lasten der Regenwälder und damit auf Kosten von Weltklima und Artenreichtum. [7]

Wenn alleine das Getreide, mit dem aktuell sogenannte Nutztiere ernährt werden, direkt für den menschlichen Verzehr angebaut würde, dann könnten wir die Grundbedürfnisse von vier Milliarden zusätzlichen Menschen decken. [8]

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Fühlen Fische Schmerz?

Viele fragen sich immer noch, ob Fische Schmerzen fühlen. Wir zeigen auf, wie es den Fischen ergeht.

25.Feb 2021

Besonders Angler kommen gerne mit dem Argument um die Ecke, Fische hätten kein Schmerzempfinden. Verwirrend ist auch, dass es Leute gibt, die sich als „Vegetarier“ bezeichnen, aber weiterhin Fische essen. Was fühlen Fische denn nun wirklich, wenn sie erschlagen und ausgenommen werden?

Fakt: Fische fühlen Schmerzen

Die Annahme, Fische würden weniger fühlen als wir, ist falsch. Sie haben ein komplexes Nervensystem, und auch ihr Schmerzsystem ist mit unserem vergleichbar [1].Studien zeigen immer wieder, dass Fische ihr Verhalten ändern, um Schmerzen zu vermeiden. Sie verzichten zum Beispiel tagelang auf Nahrung, wenn es die nur in dem Bereich eines Aquariums gibt, in dem sie gleichzeitig Stromschläge abbekommen. [2]. Andere Studien zeigen, dass sie gezielt Teile des Beckens aufsuchen, in denen Schmerzmittel im Wasser gelöst sind, wenn ihnen vorher Schmerzen zugefügt wurden [3].

Was hat der Speziesismus damit zu tun?

Die Vorstellung, dass es weniger schlimm sei, Fische zu quälen, als beispielsweise Katzen oder Hunde, hat mal wieder mit dem Speziesismus zu tun: Menschen sprechen verschiedenen Tieren ziemlich willkürlich verschiedene Eigenschaften zu und behandeln sie deshalb unterschiedlich. Fische können nicht vor Schmerzen schreien, deshalb fällt es leicht, ihre Schmerzen zu ignorieren. Und weil sie anders als etwa Menschen keinen Neocortex im Gehirn besitzen, über den bei uns das Schmerzempfinden gesteuert wird, übersieht man einfach, dass ihr Schmerzzentrum in anderen Körperregionen sitzt [4].

Dabei muss man sich eigentlich nur mal mit Fischen beschäftigen, um zu merken, wie klug und sensibel sie sind – das ist viel sinnvoller und richtiger als Tierversuche. Manche von ihnen lassen sich gerne streicheln, andere sind ängstlicher. Und einem Fisch, der am Angelhaken zappelt, geht es ganz offensichtlich nicht gut, auch wenn Angler gerne etwas anderes behaupten.

Diese 9 Fischalternativen tun übrigens niemandem weh.

 

Hinweis: PETA lehnt Tierversuche konsequent ab. Die oben genannten Studien mit Fischen sind jedoch bereits vorhanden und liefern den wissenschaftlichen Beweis für die Verhaltensweisen der Tiere. Auch wenn für diesen Nachweis möglicherweise Tiere leiden mussten, müssen die Ergebnisse öffentlich gemacht werden, denn sie zeigen, wie faszinierend Fische sind und dass ihr Fleisch nicht auf unserem Teller landen sollte.

  • Quellen

    [1] Sneddon, Lynne U. (2019): Evolution of nociception and pain: evidence from fish models. In: Philosophical Transactions of the Royal Society B. London: The Royal Society

    [2] Sneddon, Lynne U. (2003): The Evidence for Pain in Fish: The Use ofMorphine as an Analgesic. Applied Animal Behaviour Science, 83(2),153-162.

    [3] Sneddon, Lynne U. (2012): Clinical anesthesia and analgesia in fish. Journal of Exotic Pet Medicine, 21(1), 32-43.

    [4] Braithwaite, Victoria A. (2006): Cognitive Ability in Fish. Behavior and Physiology of Fish. San Diego: Elsevier Academic Press