Tierisches Eiweiß – darum können pflanzliche Proteine mehr

Tierische Eiweißlieferanten in Fleisch-, Fisch- & Milchprodukten können der Gesundheit schaden. Lest hier, warum vegane Proteine besser sind!

© nahopelon
22.Sep 2021

Proteine haben viele wichtige Funktionen im menschlichen Körper. Neben Kohlenhydraten und Fetten sind Proteine – oder auch Eiweiße genannt – einer der drei Makronährstoffe einer gesunden Ernährung. Sie sind wichtig für unsere Körperzellen, zum Beispiel in Muskeln und Organen, für unser Immunsystem und unseren Hormonhaushalt. Immer wieder wird fälschlicherweise behauptet, dass der Proteinbedarf pflanzlich nicht gedeckt werden könne. Dabei ist es sogar so, dass tierische Eiweißquellen der Gesundheit schaden können.

Was sind Proteine eigentlich?

Proteine sind wichtig für den Aufbau von Körpergewebe, also beispielsweise Muskeln und Knochen. Sie sind aber auch wichtig für viele Stoffwechselprozesse und transportieren lebenswichtige Stoffe im Körper. Proteine bestehen aus einzelnen Aminosäuren, die in unzähligen verschiedenen Kombinationen zu Proteinen verkettet werden. Acht dieser Aminosäuren kann unser Körper nicht selbst herstellen, daher müssen wir sie mit der Nahrung aufnehmen. Man nennt sie essentiell. Allein im menschlichen Körper wurden bisher rund 20.000 Proteine entdeckt. Proteine haben im Körper viele verschiedene Aufgaben:

  • Fett- und Sauerstofftransport (Das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen ist z. B. ein Protein)
  • Muskelfunktion
  • Hormonhaushalt (Hormone sind Proteine)
  • Immunabwehr (Antikörper sind Proteine)
  • Zellbildung
  • Herstellung von Bindegewebe und Knorpeln

Brauchen wir tierisches Eiweiß?

Das mit der Nahrung aufgenommene Protein wird bei der Verdauung in die einzelnen Aminosäuren zerlegt. Aus diesen Aminosäuren werden dann körpereigene Proteine gebildet. Wir müssen also alle essentiellen Aminosäuren mit der Nahrung aufnehmen, damit bei der Bildung neuer körpereigener Proteine keine Bausteine fehlen. Viele pflanzliche Proteine enthalten im Gegensatz zum tierischen Pendant nicht alle acht essentiellen Aminosäuren in ausreichender Menge. Deshalb wird oft behauptet, pflanzliche Proteine seien schlechter. Es spielt jedoch keine Rolle, welche Aminosäuren ein einzelnes Lebensmittel oder eine Mahlzeit enthält – wichtig ist das Aminosäurespektrum eines ganzen Tages. Durch die Kombination verschiedener pflanzlicher Proteinquellen kann man leicht alle essentiellen Aminosäuren zu sich nehmen. Hülsenfrüchte und Vollkorngetreide enthalten jede Menge Proteine und ergänzen sich super. Nüsse und Samen sind echte Protein-Bomben und eine gute Ergänzung.

pflanzliche proteinquellen

Sind tierische Eiweißlieferanten krebserregend?

Milch- und Magermilchprodukte werden in vielen (Sport-)Diäten als Haupteiweißquelle verwendet. Doch Kuhmilch ist die Muttermilch für Kälber und daher an deren Ernährungsbedürfnisse angepasst – nicht an unsere. Kuhmilch hat etwa dreimal so viel Eiweiß wie menschliche Muttermilch, fast doppelt so viel Fett und enthält wachstumsfördernde Stoffe – aus dem Grund wiegen Kälber schon nach zwei Jahren zwischen 500 und 550 Kilogramm. Die aktuelle Studienlage weist darauf hin, dass dieser Wachstumsreiz auch die Entstehung von Krebszellen begünstigt. [1, 2] Es konnte bereits gezeigt werden, dass durch den Konsum von Kuhmilch das Risiko für Brustkrebs [3] und Prostatakrebs [4] erhöht wird.

Auch Fisch- und Fleischprodukte stehen bei einer eiweißreichen Ernährung oft auf dem Speiseplan. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat bereits 2015 verarbeitetes Fleisch wie Wurst und Schinken als krebserregend eingestuft. [5] Es ist auch bekannt, dass Fische oft mit Schwermetallen belastet sind, die im menschlichen Körper schwere Schäden anrichten können, [6] zum Beispiel beschleunigen sie Alterungsprozesse, blockieren Zellfunktionen und können in den betroffenen Zellen bösartige Mutationen, also Krebs, hervorrufen.

Sind tierische Proteinquellen entzündungsfördernd?

Die Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure kommt ausschließlich in tierischen Eiweißquellen vor, also in Fleisch, Milchprodukten und Eiern. Omega-6-Fettsäuren sind nicht grundsätzlich schlecht und Arachidonsäure entsteht in unserem Körper auch aus Linolsäure, die beispielsweise in manchen Pflanzenölen vorkommt. Es kommt auf das Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 an. Leider verzehren die meisten Menschen viel zu viel Omega-6-Fettsäuren. Fachleute raten deshalb, den Konsum von tierischen Produkten massiv zu reduzieren, weil bereits mit geringen Mengen Fleisch die maximal empfohlene Menge Arachidonsäure pro Woche erreicht wird. Zu viele Omega-6-Fettsäuren wirken entzündungsfördernd und können daher langfristig unserer Gesundheit schaden.

Wie schädlich sind tierische Eiweißquellen?

Eine Langzeitstudie hat gezeigt, dass übermäßiger Verzehr von tierischem Eiweiß die Lebenserwartung verkürzen kann – anders als pflanzliches Eiweiß. Es wird vermutet, dass der Grund dafür ist, dass tierische Proteine meist in Nahrungsmitteln mit ungesunden Zusatzstoffen enthalten sind, während man beim Verzehr pflanzlicher Proteine gleichzeitig gesunde Mikronährstoffe aufnimmt. [7]

Aufgrund der schlechten Haltungsbedingungen in der Tierwirtschaft wird den Tieren massenhaft Antibiotika verabreicht, damit sie so lange überleben, bis sie im Schlachthaus getötet werden. Daher verwundert es nicht, dass viele tierische Produkte wie Geflügelfleisch aus dem Supermarkt mit antibiotikaresistenten Keimen belastet sind, wie erst kürzlich eine Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe erneut bestätigt hat. [8] Laut Robert Koch-Institut sterben jährlich über 30.000 Menschen in Europa an Infektionen, die wegen antibiotikaresistenten Keimen nicht behandelt werden konnten. [9]

Wie ersetzt man tierisches Eiweiß?

Gesunde, günstige und vor allem pflanzliche Proteinquellen sind Hülsenfrüchte wie Lupinen, Kichererbsen, Linsen und Bohnen und daraus hergestellte Produkte wie Tofu, Tempeh und Hummus. Aber auch Vollkorngetreide, Nüsse, Samen und viele Gemüsesorten wie Spinat, Champignons und Brokkoli enthalten jede Menge Protein. Wer genügend Kalorien zu sich nimmt, sich ausgewogen ernährt und vegane Proteinquellen über den Tag verteilt kombiniert, ist bestens versorgt.

Darum ist pflanzliches Protein besser

Pflanzen enthalten Proteine – und zusätzlich wichtige Ballaststoffe, die in tierischen Produkten nicht enthalten sind. Ballaststoffe sind wichtig für die Verdauung und ernähren die guten Darmbakterien – so sorgen sie für eine gesunde Darmflora. Zusätzlich sind in Pflanzen viele verschiedene gesundheitsförderliche Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien enthalten. 

Wer sich für pflanzliches Eiweiß entscheidet, unterstützt die eigene Gesundheit und hilft unzähligen Tieren, die in der Fleisch-, Milch– und Eierindustrie ausgebeutet werden.

Vegan leben: für die Tiere, die Umwelt und die Gesundheit

Auch für Erfolge im Sport ist kein tierisches Eiweiß notwendig – das beweisen viele vegane Athlet:innen beispielsweise in der Netflix-Doku „The Game Changers“. Wer sich für eine vegane Ernährung – somit für pflanzliche Proteine – entscheidet, trifft aus gesundheitlicher und moralischer Sicht die richtige Entscheidung. Auch geschmacklich hat eine tierfreie Ernährungsweise viel zu bieten, das beweisen unzählige Rezepte und zahlreiche Alternativen zu Fleisch, Milch und Co.

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Die Werbetricks der Milchindustrie

Kuhmilch gilt nur deshalb als Grundnahrungsmittel, weil die Industrie das so will. Diese dreisten Werbetricks nutzt die Milchindustrie!

22.Sep 2021

Der Trick mit der Natürlichkeit

Dass Menschen Milch trinken, ist ganz natürlich – solange sie Babys sind und es um menschliche Muttermilch geht. Dass der Mensch als einzige Spezies auch nach dem Säuglingsalter noch Milch zu sich nimmt, ohne das groß zu hinterfragen, hat mit jahrelanger Werbung zu tun. Wir haben uns so an die Packung Kuhmilch im Kühlschrank gewöhnt, dass wir kaum je darüber nachdenken, wie sie dorthin gekommen ist. Und dass es wenig mit Natürlichkeit zu tun hat, massenhaft Tiere einzusperren, um ihnen die Drüsen leerzupumpen und das, was rauskommt, dann zu trinken. Milch ist bei allen Säugetieren Muttermilch und damit Nahrung für Säuglinge wie z.B. Kälber, auch wenn die Industrie uns das gerne vergessen lässt.

Der Trick mit der Schulmilch

Wie bindet man Menschen möglichst langfristig an ein Produkt? Klar, indem man sie schon als Kind daran gewöhnt. Deshalb sind große Milchproduzenten auch so scharf darauf, Schulen zu reduzierten Preisen mit Kuhmilch zu beliefern und das als vermeintlichen Beitrag zur allgemeinen Gesundheit zu feiern. Wir lernen so schon früh: Milch muss was ganz schön Gutes sein, wenn sogar die Schulen sie im großen Stil fördert. Um die Gesundheit von Kindern zu fördern und ihnen eine ausgewogene und nachhaltige Ernährungsweise näherzubringen, sind Obst, Gemüse und Vollkornprodukte um einiges besser geeignet als die Milch aus dem Tetrapak.

Milchflaschen

Der Trick mit der eigenen Nahrungsgruppe

In der traditionellen Ernährungspyramide haben Kuhmilch und Kuhmilchprodukte ihr eigenes Feld. Das ist ungefähr so willkürlich, als würde man Sesam und Sesamprodukte zur eigenen Nahrungsgruppe erklären, weil sie eine so tolle Eiweißquelle sind, Mineralstoffe wie Eisen und Kalzium enthalten und dazu so vielfältige Dinge wie Tahin, Hummus, Sesammilch und Sesambrötchen gehören. Sesam ist gesund, aber wir würden nie darauf kommen, dass wir aus Sesamprodukten eine eigene Lebensmittelgruppe machen. Die Milchindustrie hat genau das aber für Milchprodukte geschafft, obwohl tierische Milch für uns Menschen nicht nur unnötig ist, sondern sogar unserer Gesundheit schaden kann.

So sieht es übrigens wirklich in der Milchindustrie aus:

Der Trick mit dem Kalzium

Wer an starke Knochen denkt, denkt an Kalzium. Und wer an Kalzium denkt, denkt an Milch. Das hat uns die Milchindustrie so beigebracht, auch wenn es tolle vegane Kalziumquellen wie Mohn, Mandeln oder Brokkoli gibt. Wir können unseren Kalziumbedarf ohne Probleme rein pflanzlich decken. Wegen des Kalziums zu Kuhmilch zu greifen, ist keine gute Idee, denn Milchkonsum erhöht das Risiko für Erkrankungen wie Akne [1] und Prostata- [2] sowie Brustkrebs. [3]

Der Trick mit dem Verband

Und warum glauben wir der Milchindustrie das alles einfach so? Weil wir sie nicht als Geschäftemacher mit eigenen Interessen wahrnehmen. Wenn uns einzelne Firmen viele positive Behauptungen über ihre Produkte andrehen wollen würden, wären wir skeptisch, schließlich wissen wir, dass diese Firmen ihr Geld damit verdienen. Deshalb haben sich diese Firmen – und noch viele mehr – zum Milchindustrie-Verband zusammengeschlossen. Und wenn der mit seinen Marketingtricks an die Schulen, ins Fernsehen und in Ernährungsprogramme geht, wirkt das nicht mehr wie Werbung einer einzelnen Marke, sondern eher wie ein fürsorgliches Programm, mit dem Wissenschaftler:innen und Expert:innen uns nur Gutes wollen. Dass dahinter eine riesige Lobby von Konzernen steht, merken wir nicht.

Kuh Ich bin keine Milchmaschine

Was ihr tun könnt

Ganz einfach: Trinkt keine Milch von Kühen, Ziegen, Schafen oder anderen Tieren, sondern Pflanzenmilch. Inzwischen gibt es in jedem Supermarkt und Discounter verschiedene Milchalternativen, veganen Käse, Joghurt, Eis… Da braucht keiner mehr zu Tierqualprodukten zu greifen! Alle veganen Produkte findet ihr in unserem Einkaufsguide.