Warum ist Tierquälerei gesetzlich erlaubt?

Laut Gesetz sind Tiere schon lange keine Sachen mehr, sondern Lebewesen. Noch merkt man davon allerdings wenig.

12.Nov 2019

Offiziell klingt alles erst mal super. Seit 1990 gelten Tiere in der deutschen Rechtsordnung nicht mehr als Sachen, sondern als Mitlebewesen. 2002 wurde der Tierschutz als Staatsziel in die Verfassung aufgenommen. Im Tierschutzgesetz steht, dass „niemand… einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen [darf].“ Wie kommt es dann aber, dass Tiere trotzdem tagtäglich gequält und getötet werden?

Das Problem ist, dass Tiere standardmäßig nicht als Rechtssubjekte, sondern als Rechtsobjekte behandelt werden, mit denen der Mensch immer noch machen kann, was er will. Sie haben zwar theoretisch Rechte, können sie aber nicht einklagen. Deshalb werden zum Beispiel Schweinebabys ohne Betäubung kastriert, indem man ihnen die Hodensäcke aufritzt und die Hoden mit der Hand herausquetscht, und kleinen Kälbern wird der Hornansatz ohne Betäubung mit einem heißen Eisen verbrannt. Die Bauern schieben dabei fadenscheinige Gründe vor, und die Tiere können sich juristisch nicht wehren.

Wie sich das ändern lässt? Tiere müssen endlich als sogenannte Rechtspersonen anerkannt werden, so wie natürliche oder juristische Personen. Die können nämlich vor Gericht ziehen, wenn sie ungerecht behandelt werden – oder einen Vertreter für sich vor Gericht ziehen lassen, so wie es beispielsweise auch bei Kindern geregelt ist. In Einzelfällen haben weltweit sogar schon Tiere ihre Rechte erfolgreich eingeklagt, weil sie zum Beispiel gefangen gehalten wurden. Für alle Tiere wird das aber erst gelten, wenn die deutsche Rechtsordnung die Grundgesetze von Tieren endlich fest im Gesetz verankert.

Auf unserer Kampagnenseite „Grundrechte für Tiere“ findet ihr noch viel mehr Infos dazu, wie Tiere gequält werden und was ihr für ihre Rechte tun könnt.

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Neue Studie zeigt, dass ihr eurer Katze nicht egal seid

Hunde bauen eine enge Verbindung zu ihren Haltern auf, Katzen aber nicht? Stimmt nicht, wie eine Studie jetzt zeigt.

© Petra Thaler
12.Nov 2019

Das Klischee kennen wir wohl alle: Hunde sind brave Anhängsel des Menschen, während Katzen sich als arrogante Diven geben, die ihre Halter am liebsten nicht mal mit dem Hintern anschauen. Eine Studie der Oregon State University zeigt jetzt, das dieses Vorurteil nicht stimmt. [1]

Für die Studie trennten die Forscher junge Katzen und ihre Halter für ein paar Minuten und beobachteten, wie sich die Katzen anschließend verhielten – ganz ähnlich, wie man es auch bei Studien mit Eltern und kleinen Kindern macht. Die These: Wenn die Kinder – oder die Katzen – keine sichere Verbindung zu ihrer Bezugsperson spüren, verhalten sie sich nervös oder ängstlich, verziehen sich beispielsweise in eine Ecke oder klammern sich erst recht an der Person fest.

Bei knapp zwei Dritteln – 65 Prozent – der Katzen war das nicht der Fall: Sie legten ein entspanntes Verhalten an den Tag, das darauf hindeutet, dass sie einen guten Bezug zu ihren Menschen haben. So erforschten sie nach deren Rückkehr weiter neugierig den Raum, in dem sie sich befanden, und schauten zwischendurch zu ihren Menschen, um sich rückzuversichern. [2]

Katze liegt

Man muss dazu wissen, dass die Studie mit 70 Katzen relativ klein war und natürlich noch nicht das letzte Wort zum Thema darstellt. Allerdings erinnert sie uns mal wieder daran, was viele Menschen, die mit Tieren zusammenleben, sowieso schon wissen: Hunde, Katzen und andere Tiere sind viel mehr, als die klischeehaften Vorstellungen, die wir allgemein von ihnen haben. Sie sind intelligente und lustige Persönlichkeiten, die es verdienen, auch so behandelt zu werden. Die Macher der Studie jedenfalls wollen ihre Erkenntnisse nutzen, um Tierheimen zu helfen, die dort untergekommenen Katzen zu vermitteln.

Ihr wollt eure Katze noch besser kennenlernen? Hier sind 10 Anzeichen dafür, dass es ihr nicht so gut geht.