Tierversuche für Kosmetik: Das Problem mit der REACH-Verordnung

Eigentlich sind Tierversuche für Kosmetik verboten. Doch die REACH-Verordnung ermöglicht die Tierqual weiterhin.

05.Okt 2020

Seit März 2013 dürfen laut der Kosmetikverordnung in der EU keine Tierversuche mehr für Kosmetik durchgeführt werden. Außerdem dürfen Kosmetika, deren Inhaltsstoffe an Tieren getestet wurden, nicht mehr zum Verkauf in die EU eingeführt werden. Somit müssten also alle Kosmetikprodukte, die man in Deutschland kaufen kann, eigentlich tierversuchsfrei sein. Doch das ist leider nicht so, denn viele Hersteller verkaufen ihre Produkte auch auf dem chinesischen Markt, wo Tierversuche in vielen Fällen vorgeschrieben sind. Auch wenn die Hersteller also selbst keine Tierversuche durchführen oder in Auftrag geben, nehmen sie durch die Vermarktung ihrer Produkte in China Tierversuche billigend in Kauf und sind daher nicht tierversuchsfrei.

Und dann ist da noch die REACH-Verordnung, mit der auch die EU weiterhin Tierversuche verlangt. REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) ist das weltweit größte Tierversuchsprogramm. Es trat 2007 in Kraft und schreibt vor, dass Chemieunternehmen Informationen über die gesundheitlichen und umwelttechnischen Gefahren von fast allen Chemikalien vorlegen müssen – überwiegend als Ergebnis von Tierversuchen. Wenn das Unternehmen keine Ergebnisse vorweisen kann, müssen neue Versuche durchgeführt werden. Weil das für eine lange Liste von Stoffen gilt, sind davon auch viele Inhaltsstoffe von Kosmetika betroffen. Die Kosmetikverordnung gilt nämlich nur für Produkte und Stoffe, die ausschließlich für kosmetische Zwecke verwendet werden. Da viele Chemikalien aber unterschiedliche Einsatzgebiete haben, fallen sie trotzdem unter die Vorgaben von REACH. Aktuelle Beschlüsse der Europäischen Chemikalienagentur ECHA haben außerdem offenbart, dass sogar ausschließlich für Kosmetik verwendete Inhaltsstoffe unter die REACH-Verordnung fallen. Seit Inkrafttreten von REACH wurden daher Millionen von Tieren in Versuchen vergiftet und getötet – und die Kosmetikverordnung wird dadurch ausgehebelt.

Dabei ist längst bekannt, dass Tierversuche nicht nur grausam sind, sondern außerdem kaum Aussagekraft für den Menschen haben. Eine Chemikalie, die etwa eine Maus oder einen Hund umbringt oder krank macht, kann für Menschen ungefährlich sein – und umgekehrt. Und weil in der Vergangenheit nicht alles ausreichend dokumentiert wurde, müssen für REACH oft Versuche wiederholt werden, deren Ergebnisse längst bekannt sind.

PETA zeigt, dass es auch anders geht: Seit Jahren setzen sich PETA Deutschland und ihre internationalen Partnerorganisationen für tierfreie Testmethoden ein, deren Ergebnisse aussagekräftig für den Menschen sind. Bis auch die EU und China von tierfreien Testverfahren überzeugt sind, kannst du selbst tätig werden: Auf unserer Kosmetik-Liste findest du Hersteller und Marken, die weder Tierversuche durchführen, in Auftrag geben noch in Kauf nehmen. Diese Hersteller und Marken verwenden in ihren Produkten Inhaltsstoffe, für die bereits Daten erfasst wurden und somit keine weiteren Experimente an Tieren erforderlich sind.

Und was ist jetzt das Problem mit Firmen, die den internationalen Markt bedienen? Informiere dich über Tierversuche für Kosmetik in China.

Tierversuche

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Research Modernisation Deal: PETAs Leitfaden gegen Tierversuche

Millionen Tiere leiden in deutschen Versuchslaboren. Hier gibt‘s alle Infos zu PETAs Strategie gegen Tierversuche!

05.Okt 2020

Alle elf Sekunden stirbt in Deutschland ein Tier in einem Versuchslabor. In grausamen Experimenten werden jedes Jahr Millionen Tiere missbraucht, gequält und getötet – und das, obwohl es unzählige Gründe gibt, die gegen Tierversuche sprechen. Tierversuche sind ethisch nicht vertretbar, verschwenden Ressourcen und sind kaum auf den Menschen übertragbar. Außerdem gibt es heutzutage tierfreie Methoden, die besser sind und verstärkt in den wissenschaftlichen Fokus rücken müssen.

Research Modernisation Deal – Zeit für echte Wissenschaft

Die Corona-Pandemie ist die schwerwiegendste länderübergreifende Ausbreitung einer Infektionskrankheit der jüngeren Geschichte. Und genau aus diesem Grund bietet sie die einzigarte Möglichkeit, die Forschung jetzt zu modernisieren. Weltweit wird seit Monaten mit Hochdruck an der möglichst schnellen Entwicklung eines Impfstoffs gearbeitet. Angesichts dieses Zeitdrucks wurde teilweise zum ersten Mal nicht auf langwierige und unzuverlässige Tierversuche gewartet, sondern mögliche Impfstoffe wurden in klinischen Studien direkt an Menschen getestet. Jetzt ist es Zeit für echte Wissenschaft! Auch nach der Corona-Krise sollte die Forschung nicht länger auf Tierversuche setzen, bei denen Tiere für unsere Interessen missbraucht und getötet werden. Wissenschaftler von PETA Deutschland und PETAs internationalen Partnerorganisationen haben nun eine Strategie entwickelt, um den medizinischen und wissenschaftlichen Fortschritt in die richtige Richtung voranzutreiben und aus Tierversuchen auszusteigen: den Research Modernisation Deal.

Tierversuche sind sinnlose Tierquälerei und Ressourcenverschwendung

Immer wieder scheitert die Übertragung der Ergebnisse aus Tierversuchen auf den Menschen: So versagen 95 Prozent der potenziellen neuen Medikamente in klinischen Studien mit Menschen, auch wenn sie sich zuvor in Tierversuchen als sicher und wirksam erwiesen haben. Das verlangsamt die Entwicklung von wirksamen Therapien und Medikamenten gegen menschliche Krankheiten. Das aktuelle Forschungssystem ist überlastet, teuer und zeitaufwändig – zusätzlich müssen Millionen Tiere extreme Schmerzen und größtes Leid ertragen. Tierversuche sind keine nachhaltige, effektive Methode zur Bekämpfung menschlicher Krankheiten – wir brauchen einen besseren Plan!

Research Modernisation Deal: Worum geht es genau?

Der Research Modernisation Deal ist ein Strategieplan, um Forschungsinvestitionen besser einzusetzen. Tierversuche sind weder effizient noch nachhaltig oder wirksam – daher gehören sie abgeschafft. Stattdessen sollten Forschungs- und Testmethoden in den Vordergrund rücken, die für Mensch und Umwelt zu relevanten Ergebnissen führen. Das neue Konzept ist ein Leitfaden für Regierungen, Aufsichtsbehörden, Förderinstitutionen und politische Entscheidungsträger in Deutschland und anderen Ländern der Welt.

Obgleich die EU vorschreibt, alle Tierversuche zu beenden, verfolgen nur wenige nationale oder internationale Einrichtungen einen konkreten Plan, um dieses Ziel zu erreichen. Dabei sind laut einer aktuellen Umfrage knapp drei Viertel der Deutschen für einen Ausstiegsplan aus Tierversuchen. Heutzutage gibt es moderne Testmethoden ohne Tierleid, die nicht nur zuverlässiger, sondern meist auch kostengünstiger als Tierversuche sind.

Unterstützt noch heute PETAs Leitfaden zum Ausstieg aus Tierversuchen mit eurer Unterschrift!