Über 90 Prozent der Meerschweinchen im Zoohandel haben übertragbaren Hautpilz

Eine Studie der Charité zeigt: Wer ein Meerschweinchen kauft, kann sich schon mal auf Ausschlag einstellen.

18.Jan 2018

Dass es Tieren im Zoohandel meist alles andere als gut geht, interessiert ja leider nicht jeden, aber wie ist es mit der eigenen Gesundheit? Wie eine Studie der Charité-Universitätsmedizin Berlin zeigt, sind über 90 Prozent der Meerschweinchen im Zoohandel mit dem Hautpilz Trichophyton benhamiae befallen. Die Wissenschaftler wollten herausfinden, warum immer mehr Kinder an Hautpilz erkranken und untersuchten deshalb 59 Tiere aus 15 verschiedenen Zoohandlungen. 55 davon hatten den Pilz. [1]

Oft sieht man den Tieren den Hautpilz nicht direkt an. Erst mit der Zeit zeigen sich Hautrötungen und kleine haarlose Stellen. Eine Übertragung auf Menschen kann bis dahin längst passiert sein. Trychophyton benhamiae zeigt sich meist durch rote, runde Pusteln oder Papeln, häufig in der Kopfregion.

Wer so einen Ausschlag lieber vermeiden möchte, hält sich am besten von Zoohandlungen fern. Wie eine PETA-Veröffentlichung 2015 gezeigt hat, stammen die meisten Tiere dort aus Massenzuchtanlagen, wo sie in kleinen Käfigen oder Plastikboxen oft in ihren eigenen Fäkalien stehen. Der permanente Stress und die mangelnde Hygiene haben häufig Verhaltensstörungen, Krankheiten und den Tod der Tiere zur Folge. Tiere aus dem Zoohandel zu kaufen, unterstützt solche Bedingungen. Deshalb ist es immer richtig, stattdessen ein Tier aus dem Tierheim zu adoptieren.

Kind mit Meerschweinchen

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Wie „Greatest Showman“ Tierquälerei verschweigt

Im Film ist Phineas Taylor Barnum ein Visionär und Menschenfreund. Im wahren Leben war er Tierquäler und Rassist.

© Twentieth Century Fox
18.Jan 2018

Auf der Leinwand sieht das alles phänomenal aus: Hugh Jackman als P.T. Barnum, der seinen Job verliert und sich daraufhin etwas ganz Neues ausdenkt: einen bunten Wanderzirkus mit Zac Efron, Zendaya und wilden Tieren, der nach und nach die USA erobert.

Immerhin sind die Elefanten und anderen Tiere in „Greatest Showman“ nicht echt, sondern computeranimiert. Aber abgesehen davon macht es sich der Film in Sachen Tierquälerei und Menschenrechte ganz schön leicht und verschweigt einfach, wie Barnum in Wirklichkeit war.

Der Zirkusgründer, der vor rund 200 Jahren durch die USA zog, ließ dafür neun Elefanten per Schiff von Sri Lanka nach Nordamerika transportieren, um sie dort für seine Show zu benutzen. Vier Monate verbrachten die Tiere in einem stickigen und beengten Frachtraum ohne Licht; einer der Elefanten starb. Laut seiner Autobiografie wurden während der Jagd auf Sri Lanka viele weitere „große Bestien“ getötet. Barnum brach den Willen der Tiere mit Gewalt und traktierte sie außerdem mit dem sogenannten Elefantenhaken, der schlimme Wunden hinterlassen kann.

Und auch die Menschen in Barnums „Freakshow“ wurden von dem Zirkusmacher alles andere als gut behandelt. Er stellte beispielsweise einen geistig behinderten Schwarzen als „Bindeglied zwischen Mensch und Affen“ aus, ließ Menschen mit körperlichen Behinderungen zur Belustigung seines Publikums auftreten und fand es lustig, weißen Mitarbeiter mit schwarzer Gesichtsbemalung ein Blackface zu verpassen und sie Sklaven spielen zu lassen. Solche Diskriminierungen gegen Tiere und Menschen sind auch 2018 noch lange nicht vorbei, deshalb ist es unverantwortlich, sie in einem Film einfach unter den Tisch fallen zu lassen.

Was ihr ganz konkret tun könnt: Unterschreibt unsere Petition für ein Verbot von Wildtier-Zirkussen in Berlin, damit die P.T. Barnums unserer Zeit es ein bisschen schwerer haben.