11 vegane Lebensmittel, die verstecktes Tierleid enthalten

Auch pflanzliche Lebensmittel können verschiedene Arten von Tierleid enthalten. Diese 11 veganen Produkte solltet ihr genauer unter die Lupe nehmen.

18.Mai 2022

Wusstet ihr, dass sich auch hinter eigentlich pflanzlichen Lebensmitteln Tierleid verstecken kann? Bei manchen pflanzlichen Lebensmitteln leiden Tiere schon während der Herstellung und beim Anbau. Andere scheinbar vegane Produkte werden mit tierischen Stoffen hergestellt, die nachher aber nicht mehr in der Zutatenliste auftauchen. 

Wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, ob ein bestimmtes Produkt auch wirklich zu 100 Prozent tierleidfrei ist, fragt am besten direkt beim Hersteller nach, ob dieser Hilfsstoffe tierischen Ursprungs bei der Herstellung seiner Produkte verwendet oder Tiere auf anderem Weg bei der Produktion geschadet wurde. Diese zehn pflanzlichen Lebensmittel sind nicht immer vegan:

1. Obst glänzt durch Bienenwachs, Läusekot und Garnelenschalen

Nicht alles, was glänzt, ist auch Gold, oft steckt ganz klar Tierleid dahinter. Vor allem Schalenobst wie Äpfel, Pfirsiche, Melonen, Birnen und verschiedene Zitrusfrüchte wie Orangen werden mit Bienenwachs oder Schellack überzogen. Schellack (Kennzeichnung E904) ist übrigens nichts anderes als der Kot von Läusen, der zu Harz wird und zusammen mit vielen der noch lebenden Tiere verkocht wird. Ein Überzug aus Schellack oder Bienenwachs soll das Obst einerseits davor schützen zu schrumpeln und erzeugt andererseits einen unnatürlichen Glanzeffekt. Für Bienen ist es grausam, wenn ihnen das selbstgemachte Wachs gestohlen wird, denn sie nutzen es, um ihren Larven Kinderzimmer zu bauen, in denen sie geschützt aufwachsen können. Bienenwachs ist auf Inhaltsstofflisten unter der Kennzeichnung E901 zu finden.

Bananen enthalten manchmal auch Tierleid: Manche Hersteller besprühen die grüne Frucht mit einem Pflanzenschutzmittel, in dem Chitin enthalten ist. Die Banane soll damit langsamer reifen. Chitin wird aber aus den Schalen von Garnelen und anderen Krebsarten hergestellt, die die Tiere niemals freiwillig abgeben würden. Wer hier auf Nummer sicher gehen will, kauft Bio-Bananen.

2. An Olivenöl klebt oft Vogelblut

Olivenöl ist gesund. Aber wusstet ihr, dass bei der Olivenernte Millionen von Tieren sterben? Das liegt daran, dass viele Oliven nachts mit Saugmaschinen abgeerntet werden, um ein besonders gutes Aroma zu erhalten. Dabei fallen vor allem Singvögel, die nachts in den Olivenbäumen und darunter liegenden Büschen schlafen, den lärmenden Maschinen zum Opfer: Das plötzliche Donnern der Maschinen und die Lichtblitze schrecken die Tiere auf, sie verfallen in eine Starre. Manche Vögel werden einfach von den Maschinen mit aufgesaugt und dadurch getötet. [1] Viele andere fliegen orientierungslos umher und verletzen sich dabei. Wenn ihr beim Olivenöl kein Tierleid unterstützen und auf Nummer sicher gehen möchtet, achtet beim Kauf darauf, dass die verarbeiteten Oliven per Hand gepflückt wurden. Entsprechende Produkte tragen das Siegel FAO GIAHS.

3. Mandeln, Avocados, Kiwis und Co. von Bienen bestäubt

Honigbienen bestäuben viele Blütenpflanzen weltweit. Nicht immer passiert das freiwillig: Besonders für Mandeln aus den USA werden teilweise Massen an Bienen mit dem LKW durchs Land transportiert, um eine Mandelbaumplantage nach der anderen zu bestäuben. [2] Für die Bienen bedeutet das Stress und Leid. Die wichtigen Tiere werden allein auf ihren Nutzen für den Menschen reduziert – wie in allen anderen Bereichen der Massenzucht in der Tierindustrie auch. Vor allem Obst und Gemüse, das schwer von Natur aus anzubauen ist – oft in Gewächshäusern –, wird auf diese künstliche und für die Bienen ausbeuterische Weise bestäubt. Darunter fallen neben Mandeln auch Avocados, Kiwis, Melonen, Gurken, Kirschen und Butternuss-Kürbisse. Für die in Gewächshäusern eingesetzten Bienen bedeutet das, dass sie verhungern, sobald es nichts mehr zu bestäuben gibt.

4. Kokosmilch und andere Kokosprodukte

Was an Kokosmilch und anderen Produkten wie Kokosöl nicht vegan sein soll? In manchen Regionen in Thailand werden angekettete Affen dazu gezwungen, auf Palmen zu klettern und die Kokosnüsse herunterzuholen. Viele Affenbabys werden dazu direkt aus der Natur gerissen und ihren Familien weggenommen. Sie werden an Ketten gelegt, oft mit Schlägen und Gewalt trainiert und dazu gezwungen, Kokosnüsse zu pflücken, um daraus Kokosprodukte wie Kokossahne, Kokosmilch und anderes herzustellen. Vor allem viele Eigenmarken haben jedoch auch tierleidfreie Kokosprodukte im Sortiment.

5. L-Cystein in Brot, Brezeln und anderen Backwaren

Was ist L-Cystein (E920)? Kurz: Eine Aminosäure, die in allen möglichen Haararten vorkommt, egal ob Mensch, Schwein, Pferd oder Katze: Ja, unsere Haare bestehen alle aus L-Cystein. Hörner, Fingernägel, Krallen und Federn übrigens auch. Ziemlich eklig, dass gerade dieser tierische Baustein ab und zu in Teigwaren wie Brot und Brötchen (Titel: Ist Brot vegan?) vorkommt und Teige „elastischer“ werden lassen soll. Das passiert aber auf Kosten der Tiere, die ihre Haare und Federn niemals freiwillig hergeben.

Brezeln sind übrigens auch nicht immer vegan: Traditionell werden sie in manchen Regionen immer noch mit Schweineschmalz hergestellt. Dabei ist Pflanzenfett deutlich tierfreundlicher. Fragt bei eurem nächsten Bäckereibesuch lieber nach, ob die Brezeln auch wirklich vegan sind.

6. Müsli kann Gelatine enthalten

Damit Zucker an Frühstücksflocken haften bleibt, ist Müsli ab und zu mit Gelatine versetzt. Für Gelatine werden Knochen, Häute und Sehnen von Kühen, Schweinen, Fischen oder Hühnern ausgekocht, um an das darin enthaltene Kollagen zu kommen. Kurz: Das Bindemittel Gelatine besteht durch und durch aus totem Tier und ist – leider – in allen möglichen Produkten enthalten. Um das massive Tierleid nicht zu unterstützen, hilft nur eines: Gelatine und Produkte mit anderen tierischen Inhaltsstoffen vermeiden und die Zutatenliste ganz genau durchsehen – oder aber im Zweifel direkt beim Hersteller nachfragen.

7. Marmelade und rote Lebensmittel

Werft vor allem bei roter Marmelade wie Kirsch-, Himbeer- oder Erdbeermarmelade einen genaueren Blick auf die Zutaten: Um einen knalligeren Rotton zu erhalten, fügen manche Hersteller extra gezüchtete und getötete weibliche Läuse, bekannt als der Inhaltsstoff Karmin (E120), hinzu. Am besten ist es, wenn ihr euch generell einen Blick auf die Zutaten angewöhnt, wenn ihr das nicht sowieso bereits macht – denn Karmin versteckt sich nicht nur in vielen „roten“ Lebensmitteln wie rotem Weingummi, roten Likörs und Fruchtsäften, sondern auch in Kosmetika.

8. Fruchtsäfte und Alkohol mit Fischblase und Gelatine geklärt

Die Fischblase wird als tierischer Hilfsstoff zwar nicht in der Zutatenliste vieler Fruchtsäfte und Alkoholsorten wie Wein zu finden sein, trotzdem benutzen manche Hersteller diese tierischen Stoffe, um die Beschaffenheit der Säfte und Weine zu beeinflussen und diese „klarer“ zu machen. Gelatine soll dabei Trübstoffe aus den Säften filtern – danach wird beides entfernt. Obwohl sich das nicht in den Zutaten zeigt, bedeutet das trotzdem großes Tierleid. Sobald Omega-3 oder/und Vitamin D3 in der Zutatenliste vorkommt, ist es möglich, dass der Saft mit tierischen Stoffen geklärt wurde.

9. Instant-Gemüsebrühe und Instant-Suppen

Achtung bei Instant-Pulvern wie Gemüsebrühe und verschiedenen Fertigsuppen! Manchmal befinden sich Tierqual-Produkte wie Eiklar, Milchpulver oder Hühnereiweiß in Instant-Gemüsebrühe und Co. Auch Aromastoffe aus Rinderfett sind manchmal zu finden. Ziemlich absurder Gedanke der Industrie, dass Gemüsebrühe tierische Stoffe beigesetzt werden.

10. Kaffee

Ja, leider ist Kaffee nicht immer vegan. Auch dann nicht, wenn man bereits bewusst vermeintlich luxuriöse Kaffeesorten meidet, die vorher eine Katze oder ein Elefant ausgeschieden hat. Wie bei Obst und Gemüse werden Bienenwachs und Schellack auch bei ganzen Kaffeebohnen benutzt, um die Oberfläche zum Glänzen zu bringen und sie so interessanter für Käufer zu machen. Außerdem soll durch die glattere Oberfläche die Verarbeitung leichter sein. Zum Glück werden die meisten in Deutschland gehandelten Kaffeesorten mit pflanzlichen Wachssorten behandelt.

11. Trüffel

Auch wenn der unterirdische Pilz an sich vegan ist, werden zur Trüffelsuche noch immer vor allem Hunde eingesetzt. Auch Schweine werden teilweise noch für die Pilzsuche missbraucht. Und wie bei jeder Tierhaltung kann man sich auch in diesem Fall nicht darauf verlassen, dass die Tierhalter:innen ihre Vierbeiner auch gut behandeln. So wurde bereits berichtet, dass manche Sammler:innen ihre Hunde hungern lassen oder in kleinen Käfigen für die Trüffelsuche „scharfmachen“. Zudem verschlimmert jeder Hund, der für diesen Zweck gekauft wird, die Situation der Tiere, die im Tierheim auf ein neues Zuhause warten.

Die gute Nachricht ist: Es gibt Trüffelplantagen, auf denen die Pilze ganz ohne Hunde oder Schweine geerntet werden. Fragt am besten beim Hersteller nach, woher die Trüffel stammen.

Ziemlich krass, worin alles Tierleid zu finden ist, nicht wahr? Leider gibt es noch mehr unnötige tierische Inhaltsstoffe, die Veganern gerne mal den Tag vermiesen. Lernt sie besser jetzt gleich kennen, um sofort bei eurem nächsten Einkauf unnötiges Tierleid zu verhindern.

Tierversuche

Weil man nicht alles ausprobieren muss.
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Go Vegan!

Was ist das Problem mit Meerestieren in Animal Crossing?

Zwischen dem Fangen von Meerestieren in Animal Crossing: New Horizons und der Aquarienindustrie gibt es erschreckende Parallelen. Jetzt lesen!

18.Mai 2022

Pro Jahr werden für die Aquarienindustrie Millionen sogenannter Zierfische und andere Meerestiere aus dem Ozean gefischt, um in die ganze Welt verschifft und in Gefangenschaft verkauft zu werden. Auch in dem bekannten Konsolenspiel Animal Crossing: New Horizons können Spieler:innen Meerestiere wie Muscheln, Krebse und Fische fangen und in Gefangenschaft verkaufen bzw. an das dortige Museum „spenden“.

Wieso wir von PETA ZWEI das Spielprinzip kritisch sehen und welche erschreckenden Parallelen es zum realen Multimillionengeschäft mit sogenannten Aquarienfischen hat, erfahrt ihr hier.

Worum geht es in Animal Crossing: New Horizons?

Wie bei anderen Teilen der Animal Crossing-Reihe geht es auch in dieser Version darum, in eine Stadt zu ziehen, die von Tieren bewohnt ist und mit ihnen zu interagieren. Statt in ein Dorf ziehen Spieler:innen in New Horizons in der Echtzeitsimulation auf eine Insel. Dort baut man dann durch Missionen und mit den Einheimischen ein blühendes Dorfleben auf. Es gibt aber viele Gründe, warum ihr auch in Games keine Fische angeln solltet.

Wo liegt das Problem?

Animal Crossing: New Horizons gilt als entspannende Spielerfahrung mit viel Charme, Herz und schönen Grafiken. Das wollen wir gar nicht abstreiten. Es geht nicht darum, Fiktion zu kritisieren, sondern über reale Themen aufzuklären, die sonst nicht die Plattform erhalten, die sie sollten. Denn: Obwohl unsere Ozeane vor dem Kollaps stehen, ist vielen Menschen trotz sehenswerter Dokus wie Seaspiracy noch immer nicht bewusst, welche Auswirkungen die Fischerei und die anhaltende Ausbeutung der Meere auf unseren Planeten haben. Daran haben auch Teilindustrien wie der Handel mit Fischen und anderen Meerestieren für Aquarien ihren Anteil.

Spiele wie Animal Crossing: New Horizons senden dabei eine falsche Botschaft: Denn auch Meerestiere wie Kraken oder Krebse sind fühlende Lebewesen mit Bedürfnissen, die ihrer natürlichen Umgebung nicht entrissen werden sollten. Übrigens: Wer das belächelt, hat noch immer nicht verstanden, dass auch Fische Schmerz, Leid und Freude empfinden und geschützt werden müssen. Abgesehen davon, dass es um das gesamte Ökosystem „Ozean“ geht, von dem auch unser aller Überleben maßgeblich abhängt.

Person haelt Nintendo Switch

Was gibt es alles für Meerestiere bei Animal Crossing: New Horizons?

Neben Fischen gibt es in dem Spiel zahlreiche andere Meerestiere zu finden. Zum Beispiel:

  • Oktopusse
  • Krabben
  • Seesterne
  • Anemonen
  • Seeschnecken
  • Verschiedene Muschelarten
  • Schwämme
  • Hummer
  • Seeigel
  • Garnelen und andere Krebstiere
  • Würmer
  • Quallen
  • Aale und viele weitere

Insgesamt gibt es 40 Meerestiere, die in Animal Crossing: New Horizons aus ihrer natürlichen Umgebung eingefangen werden können.

Wie bekomme ich bei Animal Crossing Meerestiere?

Mit Taucheranzug und Schnorchel können Spieler:innen ihren Charakter auf Tauchgänge im Meer schicken. Unter Wasser tauchen dann die Meerestiere auf. Wie auch im echten Leben versuchen Fische und andere Tiere, vor dem Menschen zu flüchten. Die Aufgabe im Spiel ist es, die Tiere einzufangen, für jedes Meerestier gibt es Geld.

So wird Spielenden vermittelt, es sei normal, Tiere für den Profit aus ihrer natürlichen Umgebung zu entreißen und mit ihnen Geld zu verdienen. Es ist außerdem möglich, die gefangenen Meerestiere an das Museum zu „spenden“. Dort werden sie in einen Tank gesetzt und müssen in dem Aquarium leben.

Person spielt an Nintendo Switch

Darum ist der weltweite Handel mit „Aquarienfischen“ Tierquälerei

Dokus wie „The Dark Hobby“ zeigen anschaulich, warum die Aquarienindustrie Tierquälerei bedeutet. Etwa 95 Prozent aller Rifffische in Zoohandlungen stammen aus dem Ozean und wurden eingefangen, um in Gefangenschaft weltweit oft über viele Zwischenhändler:innen weiterverkauft zu werden.

Für die Fische bedeutet das höchstes Leid, viele überleben die langwierigen Transporte gar nicht erst. Eine Fangquote gibt es zum Beispiel gar nicht erst und auch keinen Überblick darüber, wie viele Fische gefangen werden. Dazu kommt, dass viele Fische binnen eines Jahres an den Folgen von Unwissenheit und schlechter Haltung sterben.

Lasst diese Zahl einmal einsinken: Zu jedem Zeitpunkt, also auch genau jetzt, befinden sich mehr als 27 Millionen Fische in den Händen der Aquarienindustrie statt dort, wo sie hingehören: im Meer. Wir finden es schade und verwerflich, dass ein Spiel, das mehr Potential hätte, diese Tierausbeutung im Alltag normalisiert.

Niemals Tiere in Zoohandlungen kaufen – immer adoptieren!

Der erste Schritt zu weniger Tierleid ist immer, für oft unterschätzte Themen wie das Leid von Meerestieren in der Aquarienindustrie zu sensibilisieren. Spiele wie Animal Crossing: New Horizons wirken harmlos, vermitteln aber eine falsche Botschaft: Tierleid und Ausbeutung sollten niemals normalisiert werden.

Auch Fische sind empfindungsfähige Lebewesen, die ein Recht auf ihre Unversehrtheit haben. Wer Tiere in Zoohandlungen oder bei Züchter:innen kauft, unterstützt massives Tierleid. Pro Jahr werden Hunderttausende Tiere in Tierheimen abgegeben – bitte gebt diesen Tieren eine Chance und entscheidet euch immer für eine Adoption.