Vorsicht: So verkauft Missguided das Fell von Katzen und Kaninchen als „Kunstpelz“!

Eine Recherche deckt auf: Die als „Kunstpelz“ gelabelten Bommel an Schuhen der britischen Klamottenkette bestehen in Wahrheit aus Katzenhaar.

12.Apr 2017

Eigentlich unfassbar, aber keine Seltenheit: Was Hersteller als „Kunstpelz“ verkaufen, ist in Wahrheit oft vom echten Tier. Denn es ist tatsächlich oft billiger, Tiere zu töten und ihnen Haut und Haare abzuziehen, als synthetischen Pelz herzustellen. Unter welchen Umständen die Tiere gehalten und getötet werden, kann man sich vorstellen.

Eine Recherche von Sky News bei einigen der größten britischen Kleidungsketten deckt jetzt auf: Auch und gerade an den billigsten Produkten versteckt sich oft das Fell von echten Tieren. Die pinken Puschel an Heels von Missguided stellten sich bei der Analyse als Tierfell heraus – vermutlich von Katzen. Und auch bei House Of Fraser fanden die Reporter an Handschuhen nicht den deklarierten Kunstpelz, sondern Kaninchenfell.

Die Firmen haben nach den Vorwürfen versprochen, sich zu bessern und kein Tierfell mehr zu verkaufen. Wer sichergehen will, glaubt nicht einfach dem Label, sondern checkt im Laden noch mal selbst, ob es sich bei einem Produkt um echtes oder synthetisches Haar handelt. Im Zweifel: Finger weg.

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Warum manche Veganer ein Problem mit Palmöl haben

Palmöl steckt in vielen Produkten. Zwar ist es als Inhaltsstoff vegan, seine Gewinnung ist es aber nicht unbedingt.

12.Apr 2017

In Produkten wie Brotaufstrichen und veganen Würstchen sorgt Palmöl für eine feste Konsistenz und dafür, dass andere flüssige Fette sich nicht absetzen. Außerdem ist Palmöl billig, denn der Anbau ist effizient, da die Ölpalme einen sehr hohen Ertrag hat.
 
Das Problem fängt damit an, dass Ölpalmen in Urwaldgebieten wachsen und für die Plantagen Regenwald gerodet wird, oft auch illegal. So werden auch die letzten verbliebenen Lebensräume für Orang-Utans zerstört. Nach ein paar Jahren sinken die Palmöl-Erträge. Alte Flächen werden aufgegeben und für neue Flächen wird mehr Regenwald gerodet. Auch Kinderarbeit ist ein Problem bei der Gewinnung von Palmöl. Deshalb meiden manche Menschen Produkte, in denen Palmöl stecken.

Seit Dezember 2014 muss nach der EU-Lebensmittel-Informationsverordnung statt „pflanzliche Öle oder Fett“ die Herkunft der Fette auf Produkten stehen. Ein Boykott der Produkte ist also möglich, aber schwierig. Denn Palmöl steckt neben Lebensmitteln auch in Kosmetika, Reinigungsmitteln, Kerzen, Farben, Lacken und Agrartreibstoffen. Siegel helfen bisher nur wenig bei der Entscheidung. Das RSPO-zertifizierte Palmöl hat zum Beispiel zwar Mindeststandards wie keine Abholzung von Primärwäldern und besonders erhaltenswerten Wäldern, die Kernarbeitsnormen und eine Bezahlung nach Mindeststandards. Die Umsetzung ist aber nur selbstverpflichtend und es gibt keine unabhängige Kontrollinstanz. Andere Siegel zeichnen nur einen winzigen Bruchteil des Palmöls aus.

Wer etwas gegen die Abholzung des Regenwaldes für Palmöl tun will, kann Lebensmittelherstellern schreiben und sie bitten, auf andere Öle umzustellen. Ihr könnt aber auch vieles selbst machen. Probiert doch mal unsere Schoko-Nuss-Creme aus. Und wir haben auch noch ein paar vegane Snacks, in denen kein Palmöl steckt.