Warum der Mensch nicht an der Spitze der Nahrungskette steht

Wir Menschen sind den Tieren überlegen, deshalb ist es okay, wenn wir sie essen? Dahinter steckt ein alter Denkfehler.

© Wade Lambert / Unsplash
06.Jun 2018

„Die Nahrungskette“ gibt es gar nicht

Schon die Grundannahme ist verkehrt. Denn in der Natur gibt es nicht die eine Nahrungskette, auf der sich sämtliche Pflanzen- und Tierarten nacheinander aufreihen, sondern eher viele verschiedene Nahrungsnetze. Klar, denn wie sollen zum Beispiel ein Eisbär und eine tropische Pflanze in dieselbe Kette gehören, wenn der eine der anderen im echten Leben niemals über den Weg laufen wird? Es gibt also sowieso nicht die eine Nahrungskette, an deren Spitze der Mensch stehen könnte.

Menschen sind nicht „von Natur aus“ überlegen

Die meisten Menschen hätten beim Anblick eines Bären in der Wildnis nicht unbedingt das Bedürfnis, direkt kraftvoll zuzubeißen, sondern würden lieber ganz schnell wegrennen, und das ist auch vernünftig. Schließlich würde ein unbewaffneter Mensch im direkten Kampf mit einem größeren und stärkeren Tier ziemlich sicher verlieren. Dass wir Tiere halten, töten und essen liegt nicht an einer „natürlichen“ Überlegenheit, sondern daran, dass sich die Menschen mithilfe ihrer Intelligenz Mittel und Werkzeuge ausgedacht haben, um sich die Tiere zu unterwerfen.

Werkzeuge sind nicht „natürlich“

Ist doch egal, mit welchen Mitteln es die Menschen geschafft haben, sich Tiere unterzuordnen, sagen manche Leute, Hauptsache, sie haben es. Das Problem an diesem Argument ist nur, dass es mit der Idee einer „natürlichen“ Nahrungskette nichts mehr zu tun hat. Gerade dank unserer Intelligenz haben wir uns so weit entwickelt, dass Essen viel mehr Kultur als Natur ist. Selbst mit der Erfindung von Werkzeugen übernehmen die allerwenigsten von uns schließlich das Jagen und Töten von Tieren selbst, sondern wir gehen eher in den Supermarkt oder in ein Restaurant und lassen uns das Fleisch portionsgerecht vorsetzen. Dank unserer Intelligenz und unserer Werkzeuge sind wir nicht darauf angewiesen, das erstbeste Tier zu erlegen, das uns über den Weg hoppelt, sondern wir können selbst entscheiden, was wir essen wollen und was nicht. Dabei legen wir ganz selbstverständlich moralische Maßstäbe an – denn wir würden zum Beispiel niemals sagen, dass besonders intelligente Menschen weniger intelligente Menschen essen dürfen oder dass es okay ist, mit einem Gewehr um sich zu schießen, weil man intelligent genug war, es zu erfinden. „Weil wir es können“ zählt als Argument in einer menschlichen Gesellschaft also nicht, deshalb gilt es auch nicht als Argument dafür, Tiere zu essen.

Noch mehr Stoff zum Nachdenken: Warum wir auch zwischen den Tieren willkürliche Unterschiede machen und zum Beispiel Schweine essen, Hunde aber nicht.

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Kalifornien stoppt Tierversuche für Erdbeeren und Weintrauben

Warum es überhaupt tödliche Versuche an Mäusen für gab? Gute Frage.

06.Jun 2018

Manchmal ist es kaum zu glauben, in welchen Bereichen es überall Tierversuche gibt. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass Mäuse für Erdbeeren und Weintrauben gequält und getötet werden? Genau solche Tierversuche haben die staatlichen California Strawberry Commission und California Table Grape Commission aber bis vor Kurzem noch finanziert.

In den Versuchen wurde Mäusen eine Nervengift gespritzt und sie wurden gezwungen, eine Chemikalie zu schlucken, die das Reizdarmsyndrom auslöst. Anschließend bekamen sie Erdbeeren verabreicht und wurden dann getötet, um sie anschließend aufzuschneiden. Andere Mäuse bekamen Trauben, bevor ihre Augen aufgeschnitten wurden, um ein Pflanzengift hineinzuspritzen, anschließend ihre Augenfunktionen zu messen und sie danach zu töten und zu sezieren.

Solche Tests sind nicht nur grausam, sondern auch sinnlos, weil sich die Ergebnisse nicht auf Menschen übertragen lassen. Nachdem sich PETA USA eingeschaltet hat, sieht Kalifornien das jetzt auch ein und setzt in Zukunft auf tierfreie Testmethoden. Ein großer Schritt für die Tiere, aber leider noch nicht der letzte. Denn in Kalifornien werden beispielsweise immer noch Tierversuche für Walnüsse und Trockenpflaumen durchgeführt, die von jeweils eigenen staatlichen Kommissionen gefördert werden. Und auch Tierversuche für Kosmetik, Arzneimittel und Zigaretten stehen weltweit immer noch auf der Tagesordnung.

Ihr wollt etwas dagegen unternehmen? Informiert euch über Tierversuche, setzt auf tierversuchsfreie Kosmetik und helft uns, einen Zulassungsstopp für Tierversuche in der EU durchzusetzen.