Warum Marderhunde unsere Hilfe brauchen

Jedes Jahr werden allein in China fünf Millionen Marderhunde für ihr Fell getötet. Aber auch in Deutschland sind die Tiere nicht sicher.

Foto: JMcArthur / We Animals
22.Apr 2016

Obwohl die meisten Menschen gegen das Tragen von Pelz sind, stammen viele Fellbesätze an Jacken und Stiefeln und viele Mützenbommeln immer noch von echten Tieren. Für die Hersteller ist das oft billiger, als Kunstpelz zu verwenden, und falsche Deklarationen sorgen dafür, dass es niemand merkt.

Allein in China werden so jedes Jahr fünf Millionen Marderhunde unterschlimmsten Bedingungen auf Pelzfarmen gehalten und anschließend mit Schlägen auf den Kopf getötet. Viele leben noch, wenn ihnen das Fell abgezogen wird. Auf dem Etikett stehen dann oft falsche Bezeichnungen wie „Waschbär“ (nach ihrem englischen Namen „raccoon dog“) oder sogar „Kunstpelz“. Welches Tier sich dahinter in Wahrheit versteckt, erkennt man erst beim genauen Hinsehen.

Foto: PETA Asia

Im Laufe des letzten Jahrhunderts sind Marderhunde über Asien und Osteuropa auch bis nach Deutschland eingeschleppt worden und inzwischen auch hier heimisch. Die friedlichen Tiere, die zu den Hundeartigen gehören und wie eine Mischung aus Hund und Waschbär aussehen, leben in kleinen Familien mit sechs bis sieben Kindern zusammen, sind nachaktiv und ernähren sich vor allem von Früchten und Insekten. Immer wieder wird behauptet, dass Marderhunde das hiesige Ökosystem zerstören, dafür gibt es aber keine Belege. Trotzdem nehmen Jäger solche Gerüchte zum Anlass, über 20.000 Tiere pro Jahr zu erschießen.

Foto: JMcArthur / We Animals

Dagegen hilft nur: keinen Pelz kaufen, und auch Kunstpelz nur nach ordentlicher Überprüfung. Die Jagd auf keinen Fall unterstützen. Und möglichst viele Menschen darüber aufklären, was sowohl in China als auch in Deutschland vor sich geht.

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Warum Saft nicht immer vegan ist

In Säften vermuten die wenigsten Leute tierische Produkte. Aber auch wenn das Etikett „100 Prozent Frucht“ verspricht, ist der Saft nicht unbedingt vegan.

22.Apr 2016

Viele Säfte werden immer noch mit Gelatine geklärt, die beispielsweise aus toten Fischen, Rindersehnen oder Schweineknochen besteht, also nicht einmal vegetarisch ist. Weil das im Herstellungsprozess passiert und nicht dem fertigen Produkt zugesetzt wird, müssen Hersteller das auf dem Etikett nicht angeben. Deshalb können Säfte, Nektare, Fruchtsaftgetränke, Weine und auch Limonaden unvegan sein, ohne dass es irgendwie zu erkennen ist. Das gilt auch für naturtrübe Säfte, denen das Fruchtfleisch teilweise nach dem Klären wieder zugefügt wird.

Wer solche Produkte vermeiden will, fragt also am besten beim Hersteller nach, bleibt bei Firmen, die ihre Säfte und Limos aus Prinzip vegan herstellen oder orientiert sich an unserem Einkaufsguide.