Giftige Lebensmittel: Was dürfen Hunde und Katzen nicht essen?

Manche unserer Lebensmittel dürfen Hunde und Katzen nicht essen. Hier erfahrt ihr, warum Schokolade & Co. giftig sind!

09.Dez 2021

Wer mit einem tierischen Mitbewohner zusammenlebt, kennt das: Man sitzt auf der Couch und gönnt sich etwas Schokolade oder greift genüsslich in die Nusstüte, während ein Paar Augen jeden Handgriff aufmerksam mitverfolgt. Teilen ist in diesem Fall aber nicht in Ordnung, denn diese Lebensmittel dürfen Hunde und Katzen nicht essen. Sollte euer Vierbeiner trotzdem eines der folgenden Dinge gegessen haben, solltet ihr unbedingt eine Tierarztpraxis aufsuchen.

1. Auberginen, Paprika und Tomaten

Diese drei Gemüsesorten gehören zu den Nachtschattengewächsen und deshalb nicht auf den Speiseplan von Hunden oder Katzen. Sie enthalten teilweise Solanin, das Brechdurchfall oder sogar eine Beeinträchtigung der Hirnfunktion hervorrufen kann.

Tomaten, Aubergine und Paprika

2. Avocados

So lecker Guacamole auch ist: Avocados enthalten Persin, das für Menschen zwar in Ordnung ist, bei Tieren aber zu massiven Herzmuskelschäden führen kann.

3. Trauben und Rosinen

Hiervon reichen schon kleine Mengen, um bei Hunden und Katzen Erbrechen, Durchfall und sogar akutes Nierenversagen hervorzurufen. Auch Pressrückstände, sogenannte Trester, die häufig in Weinbergen zu finden sind, sollten die Vierbeiner nicht zu essen bekommen. Apfelstücke oder Möhren sind dagegen absolut okay.

Rosinen

4. Schokolade

Kakao enthält Theobromin, das bei Hunden und Katzen zu Brechdurchfällen, Krampfanfällen und sogar zum Tod führen kann. Für einen zehn Kilo schweren Hund kann schon eine einzige Tafel Schokolade tödlich sein. Aber auch kleinere Stückchen sind gefährlich, weil Theobromin sich im Tierkörper immer weiter einlagert.

5. Brotteig

Wenn ihr gerne Brot backt, passt gut auf, dass eure tierischen Mitbewohner nicht vom Teig naschen – die enthaltene Hefe kann dazu führen, dass sich ihr Magen lebensbedrohlich aufbläht. Auch frisch gebackenes Brot ist kein guter Snack für eure Vierbeiner – wartet lieber, bis es ein paar Tage alt ist.

Brotlaib

6. Macadamianüsse

Schon kleine Mengen Macadamianüsse können bei Hunden zu Zittern und Schwäche in den Beinen führen.

7. Knoblauch und Zwiebeln

Beide enthalten Schwefelverbindungen, die in größeren Mengen sogar für Menschen gefährlich sind. Wenn man bedenkt, wie viel weniger Katzen und Hunde vergleichsweise wiegen, ist klar, dass die kritische Menge für sie viel schneller erreicht ist. Schon kleine Mengen können Schäden wie blutigen Urin, Blutarmut oder Entzündungen im Magen-Darm-Bereich hervorrufen. Erste Symptome einer Vergiftung durch Zwiebelgewächse sind Erbrechen und Durchfall, Appetitlosigkeit und schnelles Atmen bzw. ein schnellerer Herzschlag. Im schlimmsten Fall kann die Vergiftung zum Tod führen.

Zwiebel und Knoblauch

8. Xylitol

Xylitol ist ein Zuckeraustauschstoff, der vor allem in Light-Getränken, Kaugummis, in einigen Erdnussbuttern und anderen zuckerfreien, süßen Lebensmitteln verwendet wird. Er ist äußerst gefährlich, weil schon kleine Mengen bei Hunden und Katzen Unterzucker-Symptome hervorrufen können – im schlimmsten Fall kommt es zu einem akuten Leberversagen und das Tier stirbt.

9. Alkohol

Dass ihr euren tierischen Mitbewohnern keinen Alkohol geben solltet, ist eigentlich klar. Doch ihr solltet alkoholische Getränke auch besonders vorsichtig aufbewahren, damit eure Vierbeiner sich nicht heimlich bedienen können, denn bereits kleine Mengen können zu einer Vergiftung führen. Symptome sind Erbrechen, Anfälle, Abfallen der Körpertemperatur, Atemstillstand, Koma und in schweren Fällen Tod.

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Minischwein: Darum solltet ihr kein Teacup-Schwein kaufen

Ihr überlegt, ein Mini- oder Teacup-Schwein zu kaufen? Erfahrt hier alles, was ihr über die Tiere, ihre Bedürfnisse und die Haltung wissen solltet!

09.Dez 2021

Schweine sind schlaue und soziale Tiere – da ist es keine Überraschung, dass sich viele wünschen, ihr Zuhause mit Schweinen zu teilen. Ausgewachsene Schweine können allerdings je nach Geschlecht bis zu 250 Kilogramm schwer werden. Züchter:innen bewerben und verkaufen oft „Minischweine“ oder Teacup-Schweine (wie sie auch genannt werden) als „Haustiere“. Viele Käufer:innen denken, dass diese Tiere ihr Leben lang winzig bleiben, doch das ist nicht immer der Fall. Hier erfahrt ihr, warum ihr keine sogenannten Minischweine als „Haustiere“ kaufen solltet.

Minischwein als „Haustier“ – das solltet ihr wissen

Unter den Bezeichnungen Minischwein, Teacup-Schwein und Minipig werden verschiedene Schweinerassen zusammengefasst. Die meisten Menschen denken dabei an kleine Schweinchen, die ihr gesamtes Leben lang winzig bleiben. Doch viele „Minischweine“ können bis zu 100 Kilogramm oder schwerer werden. [1]

Wie alle anderen Schweine sind auch „Minischweine“ intelligent und sehr sozial. Sie brauchen einen abwechslungsreichen Alltag mit Beschäftigungsmöglichkeiten und Artgenossen als feste Sozialpartner.

In Deutschland gelten für die Haltung von Schweinen grundsätzlich die gleichen, ziemlich komplexen Gesetze: Laut Tierschutzgesetz und Tierschutznutztierverordnung müssen Schweine beispielsweise beim Veterinäramt und der Tierseuchenkasse gemeldet werden und eine Ohrmarke zur Identifikation tragen. Außerdem müssen Halter:innen beim Amt eine jährliche Bestandsmeldung machen. Wer mit dem Gedanken spielt, (Mini-)Schweine zu halten, sollte sich vorher in jedem Fall bei den zuständigen Behörden über die aktuell geltenden Auflagen informieren. [1]

Was ist ein „Minischwein“?

„Minischweine“ wurden in den 1940er-Jahren in Minnesota (USA) speziell gezüchtet, um ein kleineres Schwein für Tierversuche zu haben, das weniger Platz und Nahrung braucht – und auch auf geringere Medikamentendosen anspricht. Das Minnesota-Minischwein wurde 20 Jahre später mit dem Vietnamesischen Hängebauchschwein gepaart, wodurch das Göttinger Minischwein entstand. Weitere Kreuzungen haben zahlreiche Rassen für die Heimtierhaltung hervorgebracht, die alle auf alte Wildschweinrassen zurückgehen. Daher kann jedes Ferkel eines Wurfs ganz unterschiedliche Merkmale und Ausprägungen haben. Auch Größe und Gewicht der ausgewachsenen Tiere können sich stark unterscheiden. [2]

minischweine mit schwarzen punkte

Wie schwer wird ein „Minischwein“?

„Minischweine“ können ein Gewicht von 12 bis 100 Kilogramm oder mehr erreichen – und bleiben damit nicht automatisch klein. Sie wachsen bis zu einem Alter von vier bis fünf Jahren und sind bereits mit vier bis neun Monaten geschlechtsreif. Wie groß ein Minischwein wird, lässt sich also nur abschätzen, wenn das Alter der Eltern und deren Größe bekannt ist. [3]

Wie alt wird ein „Minischwein“?

„Minischweine“ können bis zu 15 Jahre alt werden. Wer mit dem Gedanken spielt, ein Mini- oder Teacup-Schwein bei sich aufzunehmen, sollte sich der Verantwortung, die mit dem Kauf einhergeht, bewusst sein. []

Darf ich ein „Minischwein“ in der Wohnung halten?

Die Haltung von Schweinen in der Wohnung ist nicht artgerecht! Die Tiere brauchen Auslauf, Wühlmöglichkeiten und geistige Beschäftigung – sonst leiden sie körperlich und seelisch. Wenn ihr Schweine bei euch aufnehmen möchtet und ihnen ein artgerechtes Zuhause bieten könnt, solltet ihr vor dem Kauf mit eurem Vermieter oder euren Vermieterin und euren Nachbarn und Nachbarinnen sprechen. [1]

zwei minischweine im matsch

Was braucht ein „Minischwein“?

Für die artgerechte Haltung von „Minischweinen“ braucht ihr und auch die Schweine mehr als nur eine Wohnung. Vor allem braucht ihr ein großes Gelände mit einem Innenstall, in den sich die Tiere zurückziehen können. [2, 3]

Jedes Tier sollte mindestens 100 Quadratmeter Auslauf im Garten zur Verfügung haben. Zusätzlich brauchen die reinlichen „Minischweine“ einen Unterstand mit Toilettenecke, die möglichst weit von der Stelle für die Nahrungsaufnahme weg ist. Außerdem wichtig sind Möglichkeiten zum Suhlen und Wühlen sowie ein Liegeplatz. [3] Die Tiere sollten zu jeder Zeit Zugang zu sauberem Trinkwasser haben.

minischwein mit schwarzen punkten

Schweine sollten niemals allein gehalten werden, denn sie brauchen unbedingt mindestens einen Artgenossen als Sozialpartner. Eine rechtzeitige Kastration der Tiere ist wichtig, damit die Schweine nicht nach kürzester Zeit Nachwuchs bekommen – pro Wurf kommen etwa sechs Ferkel zur Welt! [2] Außerdem brauchen sie viel Beschäftigung und geistige Auslastung.

Ihr solltet euch auch darauf einstellen, dass Schweine gerne und viel wühlen – und dass euer Garten dementsprechend auch aussehen kann.

Was essen „Minischweine“?

In der Intensivhaltung erhalten Schweine eine spezielle energiereiche Nahrung, die darauf abzielt, dass die Tiere möglichst schnell viel Gewicht zulegen. Diese Nahrung sollte daher nicht auf dem Speiseplan stehen. Für die verschiedenen Lebensphasen gibt es sogenanntes Alleinfutter, das auf die Bedürfnisse der Schweine abgestimmt ist. Obst und Gemüse sind in portionierten Mengen okay, doch vor allem Obst sollten Schweine nur in sehr geringen Mengen essen, weil sie sonst zu dick werden. Äpfel, Auberginen, Bananen, Birnen, Fenchel, Gurken, Möhren, rohe und gekochte Kartoffeln, Kohl, Kürbis, Radieschen, Spargel, Wassermelone und Zucchini sind gute Snacks für zwischendurch. Wichtig ist aber, dass die Tiere Rohkost nur ab und zu bekommen. Ungekochte Nudeln bieten gelegentlich eine nette Abwechslung; energiereiche und fetthaltige Haselnüsse, Erdnüsse, Walnüsse und Eicheln sollten Schweine nur selten und in geringen Mengen essen. [4]

Wichtig: Speisereste oder Küchenabfälle sind keine Nahrung. Ihr solltet Schweinen auch keine Eier oder Milchprodukte wie Quark geben, um weiteres Tierleid zu vermeiden. Aus Seuchenschutzgründen dürfen Schweine niemals Fleisch oder Fisch erhalten, denn davon können sie sehr krank werden. [5]

Wie viel kostet ein „Minischwein“?

Bei Züchter:innen kosten „Minischweine“ zwischen 150 und 500 Euro. [5, 6] Zusätzlich kommen für jedes Tier monatlich etwa 50 Euro für Nahrung hinzu. Bevor ihr ein Schwein bei euch aufnehmt, solltet ihr bedenken, dass „Minischweine“ bis zu 15 Jahre alt werden können. Hinzu kommen noch Kosten für die tierärztliche Versorgung, die bei Schweinen hoch ausfallen können. [6]

minischwein mit schwarzen punkten

Darum solltet ihr niemals „Haustiere“ wie „Minischweine“ kaufen

Obwohl jedes Jahr Hunderttausende Tiere in deutschen Tierheimen abgegeben werden, [8] züchten unverantwortliche Menschen weiterhin sogenannte Haustiere – meist um möglichst großen Profit mit den Tieren zu machen.

Für den Handel werden Meerschweinchen, Kaninchen und Hamster, aber auch Reptilien, Hunde und Katzen in Massen produziert. Recherchen haben mehrfach die grausamen Bedingungen gezeigt, unter denen die Tiere aufwachsen müssen: Muttertiere vegetieren oft über Jahre als „Gebärmaschinen“ in engen Käfigen, soziale Tiere werden einzeln gehalten, teils in ihren eigenen Fäkalien, und leiden ihr Leben lang jeden einzelnen Tag. Züchter:innen geht es nicht um das Wohl der Tiere, sondern nur darum, möglichst viel Profit mit ihnen zu machen – das gilt auch bei der Zucht von sogenannten Minischweinen und dem Handel mit den Tieren.

Wenn Halter:innen mit den überraschend groß und schwer gewordenen ausgewachsenen Minischweinen überfordert sind, geben sie die Tiere oft an bereits überfüllte Tierheime und Auffangstationen ab – dadurch entsteht noch mehr Tierleid.

Das solltet ihr über „Mini“- und Teacup-Schweine wissen

  • „Minischweine“ bleiben oft nicht so klein, wie beim Verkauf behauptet wird.
  • Schweine sind intelligent und brauchen viel Beschäftigung, Bewegung und geistige Herausforderungen.
  • „Minischweine“ sehen ihre Familie als ihre Rotte und ihr Zuhause als ihr Revier an. Daher versuchen sie häufig, Besucher:innen zu vertreiben, indem sie nach ihnen schnappen.
  • Mit dem Kauf bei Züchter:innen unterstützt ihr Tierleid.