Molkerei Bauer bringt veganen Joghurt und Scheibenkäse raus

Mehr Joghurt und Scheibenkäse ohne Milch? Gibt's ab Februar von Bauer. Das können die neuen veganen Joghurt- und Käsealternativen.

Privatmolkerei Bauer

01. Feb 2021

So langsam kommt auch in der Milchindustrie ein Umdenken in Richtung mehr Tierwohl an: Das bayerische Traditions- und Familienunternehmen Privatmolkerei Bauer schlägt neue Wege ein und bringt unter der neuen, rein pflanzlichen Eigenmarke „GrünKraft“ vegane Joghurt- und Käsealternativen raus.

Veganer Hafer-Joghurt in fünf Sorten

Das neue Angebot, das es ab Februar 2021 zu kaufen gibt, umfasst fünf vegane Joghurtalternativen. Bauer setzt hier auf Regionalität, denn als Joghurt-Basis dient in Bayern angebauter Hafer – das heißt keine langen Transportwege und stattdessen Support für Erzeuger vor Ort. Neben der zuckerfreien Sorte „Natur“, die gut zum Müsli passt, gibt’s die Joghurtalternativen mit Erdbeere, Kirsche, Heidelbeere und Pfirsich-Maracuja. Was ihr nicht in der Zutatenliste findet (neben tierischen Wachstumshormonen versteht sich) sind gehärtete Fette, Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker und künstliche Aromen oder Farbstoffe.

Privatmolkerei Bauer

Und: Veganer Scheibenkäse aus Olivenöl

Auch neu im „GrünKraft“-Sortiment ist veganer Scheibenkäse. Drei Sorten warten hier auf euch: Pur, Schnittlauch und Tomate-Olive. Was cool ist: Die „Bauern-Scheiben“ kommen ganz ohne gehärtete Fette aus, die der Körper nur schlecht verarbeiten kann. Stattdessen ist die Zutatenliste ziemlich übersichtlich: Die Basisrezeptur setzt sich aus Wasser, (ebenfalls regionaler) Kartoffelstärke und Olivenöl zusammen, das viele ungesättigte und daher für euch gesunde Fettsäuren enthält.

Die Verpackung ist sowohl beim veganen Scheibenkäse als auch bei den Joghurts recycelbar und spart 38, bzw. 80 Prozent Plastik im Vergleich zu herkömmlichen Hartschalenverpackungen. Die Kartonunterlage der Käsescheiben könnt ihr einfach im Altpapier entsorgen.

Privatmolkerei Bauer

Greenwashing oder ein Schritt in die richtige Richtung?

Dass sich die „Traditionsmolkerei“ neu aufstellt und auch für Verbraucher öffnet, die keine Produkte mit Inhaltsstoffen aus Tierleid essen wollen, ist an sich eine gute Sache, die es zu unterstützen gilt. Das täuscht gleichzeitig aber nicht über die Tierquälerei hinweg, die tief im System der Milchindustrie verankert ist. Bauer macht hier klar, dass Milch weiterhin deren Kerngeschäft ist. Ist es also okay, die Produkte zu kaufen, obwohl das Unternehmen weiterhin ein krankes System unterstützt?

Letztendlich muss jeder für sich entscheiden, ob er den veganen Joghurt eines Unternehmens kaufen möchte, das sein Geld vorrangig damit macht, Kühe für ihre Milch auszubeuten. Trotzdem ist es ein erster Schritt – und damit eine tolle Alternative für alle, die mit ihren Kaufentscheidungen Unternehmen wie Bauer zeigen wollen: „Ihr seid mit veganen Produkten auf dem richtigen Weg. Und weil ihr jetzt ja seht, dass es auch ohne Tierleid hervorragend mit den Profiten klappt: Traut euch und stellt komplett um, denn die Milch einer anderen Spezies braucht wirklich niemand außer Tierkinder.“

Ihr denkt, die folgende Frage ist dämlich? Dann solltet ihr euch mal die Antwort durchlesen. Die ist nämlich traurige Realität: Platzen Kühe, wenn sie nicht gemolken werden?

Ernährung

Warum ihr euch bewusst machen solltet, was ihr esst.
Go Vegan!

Warum zahlen wir mehr Steuern auf Hafer- als auf Kuhmilch?

Für Pflanzenmilch zahlen wir mehr Steuern als für Kuhmilch. Klingt unfair? Ist es auch. Das könnt ihr dagegen tun!

01. Feb 2021

In einigen Ländern zahlt man eine erhöhte Mehrwertsteuer auf Produkte, die negative Auswirkungen auf die Gesellschaft haben. Frankreich hat beispielsweise eine Steuer auf Zucker und Süßungsmittel in Softdrinks eingeführt, und Dänemark erhebt eine Steuer auf Nahrungsmittel mit einem hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren. In Deutschland ist es andersherum: Pflanzliche Lebensmittel wie Soja- oder Hafermilch fallen unter "verarbeitete Lebensmittel" und werden deshalb mit 19 statt 7 Prozent besteuert.

Dabei ist längst bekannt, dass tierische Produkte nicht nur Millionen Tiere das Leben kosten, sondern außerdem für die große Ressourcenverschwendung, die Umweltzerstörung, den Klimawandel und einige ernährungsmitbedingte Krankheiten verantwortlich sind. Statt Käufern die Entscheidung für pflanzliche Lebensmittel leichter zu machen, schlägt sich die Politik aber immer noch auf die Seite der Fleisch- und Milchlobby und sorgt dafür, dass wir beispielsweise für Kuhmilch weniger Steuern zahlen müssen als für Hafermilch. Den eigentlichen Preis zahlen am Ende die Tiere, die Umwelt und die Menschen.

Das könnt ihr dagegen tun

Indem ihr weiter pflanzliche Milchalternativen kauft, seid ihr schon auf dem richtigen Weg. Denn so beeinflusst ihr aktiv Angebot und Nachfrage auf dem Markt. Auf lange Sicht und je mehr Menschen mitmachen, setzt das ein klares Zeichen. Schon jetzt merkt die Milchindustrie, dass sie mit ihrem ausbeuterischen System auf immer größer werdende Gegenwehr in der Bevölkerung stößt. Noch unterstützt das die Politik durch unfaire Bevorzugung. Das könnt ihr beeinflussen, indem ihr wählen geht: Gebt tierfreundlichen Politikern und Parteien eure nächste Stimme und informiert euch vorab über solche, die nur die Interessen der Tierwirtschaft voranbringen wollen, denen das Tierwohl aber egal ist. Oder ihr schreibt eine höfliche Nachricht an eure regionale Verbraucherzentrale, dass ihr die Besteuerung nicht nachvollziehen könnt – je mehr Menschen mitmachen, desto höher wächst der Druck auf die Behörden.

Ihr wollt nicht so lange warten? Dann macht euch eure Pflanzenmilch doch einfach selbst! Der Haselnussdrink ist z. B. gar nicht schwierig und superlecker.