Die 11 aufsehenerregendsten Streetteam-Aktionen 2020

Die PETA ZWEI-Streetteams haben auch 2020 wieder viele, aufsehenerregende Aktionen auf die Straße gebracht. Das waren die 11 Highlights!

04. März 2021

Hundegrill-Attrappen und blutige Szenen auf der Straße, kreative Foto- und Video-Aktionen auf Social Media: Das haben sich die Streetteams im letzten Jahr alles einfallen lassen.

2020 haben viele aufsehenerregende Streetteam-Aktionen stattgefunden, sowohl online als auch auf der Straße. Ob mit einer blutigen, menschengroßen Fleischschale, mit Sträflingskostümen, meterhohen Vegan-Buchstaben oder einer Hundegrill-Attrappe – aufrüttelnd und kreativ wurde vermittelt, dass wir Tiere einfach mal in Ruhe lassen müssen. Auch mit den vielen Vorsichtsmaßnahmen, Masken und Co. haben die Streetteams wieder alles für die Tiere gegeben. Wir zeigen euch, welche Aktionen für besonders viel Aufsehen gesorgt haben.

25. Januar: Streetteam Leipzig protestiert gegen Speziesismus

Im Gegensatz zu Speziesismus ist Rassismus oder Sexismus jedem ein Begriff. Auch beim Speziesismus handelt es sich um eine Diskriminierungsform aufgrund einer Andersartigkeit. In diesem Fall wird der Mensch den Tieren als überlegen eingestuft. Weil es sich um Tiere handelt, ist es nach dieser Denkweise in Ordnung, Schweinen ein Messer in die Kehle zu rammen, um sich danach ein Schnitzel zu gönnen. Ganz nach dem Motto „ist ja nur ein Tier“. Doch Tiere leiden und fühlen wie wir, deshalb hat das Streetteam Leipzig den Spieß einmal umgedreht, einen Menschen in den Käfig gesperrt und daneben als Schwein mit Metzgerschürze genüsslich Menschenfleisch verspeist. Sicher haben dadurch einige Leipziger ihre Denkweise hinterfragt.

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24. April: Streetteam Osnabrück beim Netzstreik fürs Klima

Passend zum Netzstreik fürs Klima von Fridays for Future hat das Streetteam Osnabrück auf den Zusammenhang zwischen unserer Ernährungsweise und dem Klimawandel aufmerksam gemacht. Mit einer drastischen Aufnahme aus der Badewanne wurde deutlich gemacht, dass uns das Wasser bereits bis zum Hals steht und jeder Einzelne mit seiner Ernährungsweise einen Unterschied machen kann. Schon 2013 gab es einen schockierenden Bericht der UN-Welternährungsorganisation (FAO). Er besagt, dass die Tierwirtschaft – und damit der Konsum tierischer Produkte – einer der Hauptverursacher der verhängnisvollsten Umweltprobleme unserer Zeit ist [1]. Es ist also wirklich höchste Zeit, zu handeln.

13. Juni: Streetteam Düsseldorf macht Ursachen von Pandemien deutlich

Ein Thema war ganz klar Thema des Jahres: Corona. Umso wichtiger war es, den Menschen klarzumachen, wo so eine Pandemie überhaupt herkommen kann. Nicht nur der Viruserreger, der COVID-19 verursachen kann, soll von Wildtieren übertragen worden sein, auch weitere Erkrankungen wie das Ebolafieber, die SARS-Pandemie und MERS waren Zoonosen. Der Mensch hat Kontakt zu diesen Tieren, weil er sie ausbeutet, mit ihnen handelt und ihren Lebensraum zerstört. Nicht nur in Asien, auch in Deutschland gibt es Wildtierbörsen, und auch Schlachthäuser sind Brutstätten für potenziell tödliche Keime. Mit Schutzanzügen, Gasmasken und Absperrband hat das Streetteam Düsseldorf deshalb gefordert, die Tierausbeutung zu beenden.

20. Juni: Streetteam Heidelberg präsentiert Menschenfleisch

Eine Fleischschale im Supermarkt, in Plastikfolie gewickelt, mit einem Etikett beklebt und mit einem Preis gekennzeichnet – für die meisten Menschen ein völlig normales Alltagsbild. So ein Bild hat das Streetteam Heidelberg den Passanten in der Fußgängerzone einmal auf eine andere Weise gezeigt. Ein Aktivist liegt blutverschmiert und abgepackt in einer menschengroßen Fleischschale. Auf ihm klebt ein Etikett für Menschenfleisch. Sein Fleisch kostet 1,99 € pro Kilo. Das Streetteam hat damit aufgezeigt, dass wir alle Tiere sind und weder Mensch noch Schwein oder Rind getötet werden darf, um abgepackt im Fleischregal zu enden.

17.Juli: Streetteam Rosenheim grillt einen Hund

Mit einer täuschend echt aussehenden Hundegrill-Attrappe hat das Streetteam Rosenheim den Passanten die Frage gestellt: Wenn ihr keinen Hund essen würdet, warum dann ein Schwein? Auch sie konnten den Menschen dadurch den Speziesismus vor Augen führen.

Sasa Grosser

18. August: Streetteam Bremen fordert ein Ende von Foie gras

Vor einem Restaurant, das Foie gras verkauft, protestierte das Streetteam Bremen mit Bildern, auf denen zu sehen ist, wie Enten und Gänse in enge, dreckige Käfige gesperrt werden. Sie klärten darüber auf, dass den Tieren für die krankhaft große Leber mehrmals täglich ein langes Rohr in den Hals gerammt wird, um sie mit Getreidebrei zu mästen. Mit deutlichen Schildern und Plakaten forderten sie: Stopfleber stoppen!

Durch den Appell an weitere Restaurants, Foie gras auszulisten, konnten sie im letzten Jahr dafür sorgen, dass dieses Tierqualprodukt in manchen Restaurants von der Speisekarte gestrichen wurde.

Daniel Stickan

22. August: Streetteam Duisburg fordert „Menschenaffen raus aus Zoos!“

Menschenaffen in Zoos verbringen ihr Leben in kargen Gehegen, die sich in keiner Weise mit dem Leben in freier Wildbahn vergleichen lassen. Die Gefangenschaft führt bei ihnen zu psychischen Erkrankungen – vom ständigen Hin-und Herschaukeln des Körpers bis hin zur Selbstverstümmelung. Sie sind unsere nächsten Verwandten im Tierreich und teilen etwa 98 Prozent ihrer DNA mit uns Menschen; sie einzusperren und wie Strafgefangene zu halten, ist ungerecht, nicht artgerecht. Deshalb forderte das Streetteam vor dem Zoo Duisburg: „Menschenaffen raus aus Zoos!“

25. September: Streetteam Stuttgart fordert „Vegan fürs Klima und die Tiere!“

Mit meterhohen, aufgeblasenen Vegan-Buchstaben trug das Streetteam Stuttgart die vegane Message beim Klimastreik von Fridays for Future mit und machte damit deutlich, dass wir nicht nur Druck auf die Politik ausüben müssen, sondern jeder Einzelne von uns mit einer veganen Ernährung gegen den Klimawandel ankämpfen kann.

21. November: Streetteam Karlsruhe zeigt die Gewalt hinter Wolle

Das Streetteam Karlsruhe zeigte, wie Schafe für Wolle gewaltvoll fixiert und im Akkord geschoren werden. Mit Kunstblut machten sie deutlich, wie dabei blutige Wunden am ganzen Körper entstehen, die nach der Schur meist ohne Betäubung mit Nadel und Faden zugenäht werden. Auf Schildern zeigten sie auf, dass viele weitere Tiere wie Alpakas, Kashmirziegen und Angora-Kaninchen für Wolle gequält und getötet werden.

12. Dezember: Streetteam Itzehoe sagt zu Weihnachten: Tiere sind keine Geschenke!

Passend zur Weihnachtszeit schlüpften die Itzehoer Streetteamer in Tier- und Wichtelkostüme, um Menschen davon abzuhalten, unüberlegt Tiere zu verschenken. Sie stellten klar, dass Tiere nicht als Weihnachtsgeschenke unter den Weihnachtsbaum gehören, sondern nur wohlüberlegt aus einem Tierheim adoptiert werden sollten.

12. Dezember: Streetteam Wuppertal zeigt die blutige Wahrheit über Pelz

Auf Videos wurde den Passanten in Wuppertal die Wahrheit über Pelzbommel, -kragen und -mäntel gezeigt. Sie zeigten die pure Gewalt, die hinter der Pelzindustrie steckt. Tiere werden erschlagen, per Stromschlag betäubt oder bei der Pelzjagd qualvoll in Fallen gefangen und erschossen. Eine Aktivistin trug einen Morphsuit, als wäre sie selbst gehäutet worden, und forderte die Menschen mit ihrem Schild auf, Pelz zu boykottieren.

Das sind nur einige der tollen Streetteam-Aktionen 2020. Wenn ihr Lust habt, euch solchen Demos anzuschließen, dann tretet einem Streetteam in eurer Nähe bei!

[1] Europäische Kommission: Ursachen des Klimawandels, https://ec.europa.eu/clima/change/causes_de, (eingesehen am 30.06.2020)

Ernährung

Warum ihr euch bewusst machen solltet, was ihr esst.
Go Vegan!

Soy Boy: Das steckt hinter der Beleidigung & der Tofu-Lüge

Im Internet werden männliche Nutzer immer öfter als „Soy Boy“ beleidigt. Erfahrt hier, was dahinter steckt und warum das uncool & wissenschaftlich falsch ist!

04. März 2021

Soja macht Männer unmännlich – ein Gerücht, das sich seit Jahren hartnäckig hält. Vor allem im Internet ist dieser Irrglaube weit verbreitet: In Online-Communitys und in Memes findet immer häufiger der Ausdruck „Soy Boy“ Verwendung, um männliche Personen herabzustufen und somit zu beleidigen. Abgesehen davon, dass solche Beleidigungen noch nie cool waren und heute nicht mehr zeitgemäß sind, tragen Soja und verarbeitete Sojaprodukte wie Tofu nicht dazu bei, dass Männer weiblicher werden.

Soja enthält Soja-Isoflavone, die auch Phytoöstrogene genannt werden. Soja-Isoflavone werden oft mit einem erhöhten Östrogenspiegel in Verbindung gebracht, weil sie dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen ähneln. Daher führe hoher Sojakonsum bei Männern zu einer verminderten Spermienanzahl, weniger Testosteron, weniger Lust auf Sex, Erektionsstörungen und „Männerbrüsten“; vor allem im Internet sind fälschlicherweise viele der Meinung, dass ein hoher Sojakonsum bei Männern zur „Verweiblichung“ führt.

Diese Behauptungen über den Sojakonsum und seine Folgen lassen sich jedoch nicht mit den Positionen vieler Ernährungsgesellschaften und dem aktuellen Stand der Wissenschaft vereinbaren: [1] Soja kann in jeder Lebensphase einschließlich der Kindheit und Jugend von Männern und Frauen ohne Bedenken verzehrt werden und sogar gesundheitliche Vorteile bieten. Entgegen vieler Behauptungen führt Sojakonsum nicht zu einer vorzeitigen Geschlechtsreife und schadet auch nicht der Fortpflanzungsfähigkeit von Männern. [2] Eine Untersuchung ergab, dass Östrogene weder die Geschlechtsidentität noch die sexuelle Orientierung beeinflussen, dafür aber positive Einflüsse auf die sexuelle Aktivität von Männern haben können. [3]

Tierversuche sind Schuld an der weit verbreiteten Soja-Lüge

Die Annahme, dass Sojakonsum Männer verweiblichen könnte, lässt sich vor allem auf Ergebnisse von Tierversuchen zurückführen – ein weiteres Beispiel dafür, dass Tierversuche nicht einfach auf den Menschen übertragbar sind. Ein Lebensmittel muss nicht zwingend dieselben Auswirkungen auf unterschiedliche Spezies haben.

In zwei klinischen Studien wurden die Auswirkungen von Isoflavonen auf die Spermienqualität des Menschen getestet: Beide Untersuchungen haben ergeben, dass Phytoöstrogene keine negativen Auswirkungen haben. In der ersten Studie haben die Probanden zwei Monate lang Isoflavon-Supplemente erhalten und dadurch so viel Phytoöstrogene aufgenommen, die der Menge des durchschnittlichen japanischen – und weltweit einem der höchsten – Sojaverzehrs entsprechen. Das Ergebnis: Qualität und Quantität des Spermas haben sich nicht verschlechtert. [4] Die andere Studie ergab, dass im direkten Vergleich weder schwach isoflavonhaltiges noch stark isoflavonhaltiges Sojaproteinisolat bei den Teilnehmern negative Auswirkung auf die Samenqualität hatte. [5]

Bei einer Metaanalyse, in der alle wichtigen Daten ausgewertet wurden, kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass Soja grundsätzlich keinen negativen Effekt auf den Testosteronspiegel und die Fruchtbarkeit hat. [6]

Soja ist sogar gesundheitsfördernd

Mittlerweile gibt es einige Forschungen, die zeigen, dass die in Soja enthaltenen Phytoöstrogene besonders bei langjährigem und regelmäßigem Verzehr präventiv gegen einige Krankheiten wirken können. Studien konnten zum Beispiel zeigen, dass Soja-Isoflavone positive Einflüsse auf den Cholesterinspiegel und zu hohen Blutdruck haben und präventiv gegen verschiedene Krebsarten wirken können. [2] Entgegen einem weiteren weit verbreiteten Irrglauben ist Soja also nicht ungesund, sondern enthält neben gesunden Fetten, Ballaststoffen und Kalzium auch Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen und Zink. Außerdem gehören Soja und Sojaprodukte zu den besten Proteinquellen.

Um das Thema Soja bzw. Tofu ranken sich viele Mythen – in den meisten Fällen ist da nicht viel Wahres dran. Soja und Sojaprodukte sind meist viel besser, als ihr Ruf vermuten lässt. Viele behaupten zum Beispiel auch, dass Tofu nach nichts schmeckt. Mit der richtigen Zubereitung, beispielsweise mit einer leckeren Zitronen-Kräutermarinade, ist das definitiv nicht der Fall. Außerdem wird der Regenwald nicht – wie oft behauptet – für Soja gerodet, das wir Menschen essen, sondern, um Soja für die sogenannte Tierfutterindustrie anzubauen.

Soja schadet also weder der Gesundheit noch der Umwelt – ganz im Gegenteil! Und mit dem Umstieg auf eine vegane Lebensweise tut ihr nicht nur euch selbst und der Umwelt etwas Gutes, sondern helft auch unzähligen Tieren, die in der Lebensmittelindustrie ausgebeutet werden.

 

[1] Niko Rittenau (2019, 5. Auflage): Vegan-Klischee ade! Wissenschaftliche Antworten auf kritische Fragen zu veganer Ernährung. Ventil Verlag UG & Co. KG, Mainz

[2] The Israel Dietitians and Nutritionists Association & The Ministry of Health (2005): Updated information on Soy Consumption and Health Effects, https://www.health.gov.il/english/topics/foodandnutrition/nutrition/adequate_nutrition/soy/pages/default.aspx (eingesehen am 22.02.2021)

[3] Carani, Rochira, Faustini‐Fustini, Balestrieri & Granata (2001): Role of oestrogen in male sexual behavoiur: insight from the natural model of aromatase deficiency. Clinical Endocrinology, https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1046/j.1365-2265.1999.00849.x?sid=nlm%3Apubmed (eingesehen am 22.02.2021)

[4] Mitchell, Cawood, Kinniburgh, Provan, Collins & Irvine (2001): Effect of a phytoestrogen food supplement on reproductive health in normal males. Clinical Science, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11352776/ (eingesehen am 22.02.2021)

[5] Beaton, McVeigh, Dillingham, Lampe & Duncan (2010): Soy protein isolates of varying isoflavone content do not adversely affect semen quality in healthy young men. Fertility and Sterility, https://www.fertstert.org/article/S0015-0282(09)03594-8/fulltext (eingesehen am 22.02.2021)

[6] Hamilton-Reeves, Vazquez, Duval, Phipps, Kurzer & Messina (2010): Clinical studies show no effects of soy protein or isoflavones on reproductive hormones in men: results of a meta-analysis. Fertility and Sterility, https://www.fertstert.org/article/S0015-0282(09)00966-2/fulltext (eingesehen am 22.02.2021)