Angeln: 7 Gründe, warum Catch and Release Tierquälerei ist

Nein, Angelpraktiken wie Catch and Release sind kein Spaß, sondern Tierquälerei. Warum Fische dadurch leiden und sterben, erfahrt ihr hier!

19. Apr 2021

Fische aus dem Wasser zu ziehen, um zu sehen, wer den „Größten“ oder „Schwersten“ geangelt hat, ist niemals cool. Genau das passiert aber beim sogenannten Catch and Release, einer Angelmethode, bei der Angler nur aus „Spaß“ Fische aus dem Wasser ziehen, sie messen, wiegen und oft für Fotos mit ihrer „Beute“ posieren, um sie dann wieder zurück ins Wasser zu werfen.

Angeln und auch das Fangen und Zurückwerfen von Fischen ist aber vor allem eines: schlimme Tierquälerei. Hier erfahrt ihr, warum.

1. Fische werden mit scharfen Haken aufgespießt

Hört es sich für euch wirklich nach Spaß an, wenn ihr euch vorstellt, jemand durchbohrt mit einem scharfen Haken eure Lippe? Oder der Haken steckt in eurem Rachen fest, im Auge, im Magen, in der Haut oder sonst wo in eurem Körper? [1] Ihr werdet dann aus eurer gewohnten Umgebung gezogen, wo ihr nicht atmen könnt, oft nach einem teils langen, ermüdenden Kampf, den die Angler auch „Drill“ nennen? Nein, das ist sicher kein Spaß!

Die Angelhaken sind übrigens auch für andere Lebewesen gefährlich, wenn sie an See- und Flussufern „vergessen“ oder verloren werden, denn auch Hunde, Vögel oder kleine Kinder können sich daran verletzen.

2. Fische empfinden Schmerzen

Von einem Angelhaken durchbohrt zu werden, ist in keiner Weise mit einem Piercing beim Menschen zu vergleichen – oder werdet ihr an der Lippe, der Nase oder irgendwo sonst an der frischen Wunde aus dem Wasser an Land gezerrt? Wem bei dem Gedanken ein kalter Schauer über den Rücken läuft, weil das einfach nur brutal und schmerzhaft klingt: Fische fühlen das genauso, wie es auch Hunde fühlen würden, wenn sie aufgespießt werden. Denn Fische spüren Schmerzen, das zeigen Studien seit vielen Jahren.

3. Fische ersticken an Land qualvoll

Fische filtern mit ihren Kiemen Sauerstoff aus dem Wasser. Das geht an Land nicht. Sobald sie aus dem Wasser gezogen werden, wird ihre Sauerstoffzufuhr unterbrochen – sie bekommen keine Luft mehr, was Stress und Panik auslöst. Andersrum erklärt: Viele Menschen fürchten einen Tod durch Ertrinken, da sie dabei ersticken. Keine Luft zu bekommen, egal, wie verzweifelt man danach schnappt, ist eines der schlimmsten Gefühle überhaupt. So geht es vermutlich auch Fischen, wenn man sie aus dem Wasser zieht. Beim Catch and Release werden die Tiere dann zusätzlich noch nach Größe und Gewicht gemessen – und das nicht in einer Sekunde. Versucht mal, Luft zu bekommen, wenn ihr einen Panikanfall habt. Wenn dann noch jemand vor der Kamera mit euch als „Trophäe“ posiert, um sich „toll“ zu fühlen, ist das einfach nur Quälerei.

4. Handling von Fischen kann Schleimhaut und Schuppen schädigen

Menschen sollten Fische einfach in Ruhe lassen. Wenn Angler die Fische beispielsweise anfassen oder gar herumreichen, kann das deren empfindliche Schleimhäute oder die Schuppen schädigen. Diese schützen die Tiere aber vor Infektionen, Bakterien, Pilzbefall und Parasiten. Damit Angler in den sozialen Netzwerken angeben können, werden die Fische beim Wiegen und Messen meist grob behandelt. Das löst nicht nur Stress und Erstickungsgefahr aus, sondern kann auch indirekt zum Tod führen.

5. Viele der zurückgeworfenen Fische sterben

Wissenschaftler untersuchten in einer 2017 publizierten Studie aus den USA, wie viele der Forellen, die beim Catch and Release gefangen und danach wieder zurück ins Wasser gesetzt werden, starben. Es waren 40 bis 50 Prozent. [1] Zurückgesetzte Fische können an ihren Verletzungen oder am Druck- oder Temperaturunterschied zwischen Wasser und Land sterben. Sie werden von anderen Fischen getötet, weil sie traumatisiert und so leichte Beute sind. Viele sterben an Infektionen oder an äußeren oder inneren Verletzungen, zum Beispiel wenn die Schwimmblase reißt [1]. Es stimmt also nicht, dass es den Fischen nichts ausmachen würde, nach dem Angeln wieder zurückgesetzt zu werden. Sie leiden und viele sterben sogar.

6. Der Temperaturunterschied setzt Fischen zu

Wer schon mal in einem See schwimmen war, der weiß, dass es kälter wird, je tiefer es wird. Wird ein Fisch nun urplötzlich an Land gezogen, kann dieser Temperaturunterschied einen Einfluss auf die Sterberate der Fische haben. Eine Studie zeigt, dass je größer der Temperaturunterschied, desto höher die Sterblichkeit. [1]

7. „Spaß-Angeln“ ist per Gesetz verboten

Einfach so aus „Spaß“ Fische zu angeln, um sie dann wieder zurückzuwerfen, ist außerdem eine Straftat und verstößt gegen das Tierschutzgesetz. Denn dabei werden einem Wirbeltier länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zugefügt. Das heißt aber nicht, dass Fische, die zu dem Zweck geangelt werden, gegessen zu werden, weniger leiden. Im Gegenteil. Wer Fische schützen möchte, der sollte Fische nicht länger wie Spielzeug behandeln und sie zudem auch komplett von seinem Speiseplan streichen. Das Gute: Es gibt superviele und leckere vegane Fischalternativen!

Angeln ist schlimm für Fische – der einzelne Fisch leidet am Haken genauso wie bei der industriellen Fischerei! Erfahrt mehr darüber, was die Fischerei den Tieren und unserem Planeten antut!

[1] Sitar, Shawn P. et al. (2017) Recreational Postrelease Mortality of Lake Trout in Lakes Superior and Huron, North American Journal of Fisheries Management, 37:4, 789-808, DOI: 10.1080/02755947.2017.1327, (eingesehen am 24.03.2021)

Unterhaltung

Weil es gar nicht so lustig ist.
Go Vegan!

Birding: Warum plötzlich jeder Vögel beobachten geht

Tierfreunde aufgepasst, es gibt einen neuen Trend: Birding. Hier erfahrt ihr, was es mit dem Vögel beobachten auf sich hat!

19. Apr 2021

Klingt erst mal wie ein neuer Fetisch für Tierfreunde, ist aber keiner – beim Birding werden einfach nur Vögel beobachtet und fotografiert. Wie sie auf Bäumen sitzen, fliegen, singen und mit anderen Vögeln kommunizieren. Dabei geht es den Beobachtern vor allem darum, möglichst viele verschiedene und seltene Vogelarten zu sehen.

Grade zu Zeiten des Corona-Lockdowns wird dieses Hobby immer beliebter. Vor allem Stadtmenschen zieht es jetzt zum Birding in die Natur. Wenn das Lieblingscafé, das Kino und der Klamottenladen geschlossen bleiben, ist Vögel beobachten für viele eine willkommene Freizeitbeschäftigung.

Das braucht ihr zum Birding

Prinzipiell braucht ihr zum Birding nicht viel – wenn ihr einen Garten vor dem Fenster habt, braucht ihr dafür nicht mal die Wohnung zu verlassen. Wer es ernster angehen will, findet verschiedene Apps über Vogelkunde, in denen man seine Sichtungen nachschlagen kann. Auch auf Blogs, in Foren und Social-Media-Gruppen kann man sich über Vogelarten informieren und austauschen. Richtig professionell ausgestattet ist man dann mit Fernglas, Kamera und wetterfester Kleidung. Ein Profi-Birdwatcher kann irgendwann nicht nur die Vögel, sondern auch ihre Nester, Gesänge und Federn zuordnen. Außerdem weiß er, wann man an welchen Orten Zugvögel beobachten kann.

Wo kann man am besten Vögel beobachten?

Online findet ihr ganz schnell zahlreiche Orte in eurer Umgebung, wo man Vögel gut beobachten kann. Da solche Orte jedoch schnell überlaufen sind, könnt ihr auch selber auf die Suche nach den idealen Birdingspots gehen. Wer nicht so gern alleine losziehen will, kann sich – je nach Lockdown-Situation – nach geführten Vogelwanderungen umschauen. Es gibt sogar Birdraces, bei denen es darum geht, möglichst viele Vogelarten in einer bestimmten Zeit und einem festgelegten Gebiet zu entdecken.

Bitte auf den Wegen bleiben

Bei aller Vogelliebe und Entdeckungsfreude muss der Natur- und Tierschutz beim Birding natürlich trotzdem beachtet werden. Bleibt also bitte immer auf den Wegen und dringt nicht einfach in Naturschutzgebiete ein. Die Vögel sollten beim Beobachten und Fotografieren nicht gestört oder vertrieben werden. Achtet darauf, euch möglichst ruhig zu verhalten und keine Tiere aufzuscheuchen.

Macht bei Vogelzählungen mit

Wenn ihr einmal dabei seid, könnt ihr beim Birding auch was zum Naturschutz beitragen, indem ihr an einer Vogelzählung teilnehmt. Diese werden von Naturschutzvereinen veranstaltet, und jeder ist dabei aufgerufen, bestimmte Vögel zu zählen und zu melden.

Was ihr zu Corona-Zeiten noch für die Tiere tun könnt

Auch wenn man denkt, man kann grad nicht viel machen – im Corona-Lockdown könnt ihr den Tieren auf unterschiedliche Art und Weise helfen. Bei uns erfahrt ihr, wie ihr mit Netflix gucken, Zuhause bleiben und Essen bestellen was für die Tiere tun könnt!