Dürfen Veganer Haustiere haben?

Es klingt erst mal widersprüchlich: Tiere in Ruhe lassen wollen, aber sie dann zu sich ins Haus holen. Warum machen Veganer sowas?

© Conny Maisch

Natürlich haben längst nicht alle Veganer Haustiere, aber manche dann eben doch. Dabei sagen doch gerade Veganer immer, dass man Tiere am besten in Ruhe lassen sollte, weil sie nicht dazu da sind, Menschen zu unterhalten oder in unnatürlicher Umgebung zu leben. Wie passt das zusammen?

Das Problem ist, dass Menschen schon vor Tausenden von Jahren angefangen haben, Tiere zu domestizieren, also an das Leben im Haus zu gewöhnen. Menschen haben Wölfe gezähmt, aus denen im Laufe der Jahrtausende unsere heutigen Hunde wurden, und sie haben Katzen als Mäusefänger gehalten. Mit der Zeit fing der Mensch außerdem an, sich auch Meerschweinchen, Kaninchen, Fische und Schildkröten ins Haus zu holen. Inzwischen ist daraus eine riesige Industrie entstanden, die immer neue Tiere „produziert“ – viel mehr, als Menschen halten können.

Wie Geschäftsleute kalkulieren auch viele Tierzüchter so, dass sie möglichst hohe Gewinne machen. Das bedeutet nicht nur, dass sie Tiere besonders billig unter oft schlimmen Bedingungen halten, sondern auch, dass sie immer mehr Tiere züchten, obwohl die Tierheime jetzt schon überfüllt sind. Es besteht also ein Problem der Überpopulation, und die Frage ist, wie wir es lösen. Tierheime leisten dazu einen wichtigen Beitrag, aber natürlich ist es für die Tiere am besten, wenn sie ein eigenes liebevolles Zuhause bekommen. Deshalb versuchen viele Veganer, Tiere aus dem Tierheim aufzunehmen und ihnen ein gutes Leben zu ermöglichen.

Natürlich sollte man sich eine solche Entscheidung immer gut überlegen und über die Bedürfnisse der Tiere informiert sein. Wichtig ist in jedem Fall, die Tiere zu kastrieren, damit das Problem der Überpopulation nicht noch größer wird. Und auch wenn es schwer fällt, Tiere beim Züchter zurückzulassen: Mit jedem Kauf beim Züchter unterstützt man das Geschäft und sorgt dafür, dass es letztlich immer mehr heimatlose Tiere gibt. Deshalb sollte man immer ein Tier aus dem Tierheim adoptieren.

Ihr denkt darüber nach, euch eine bestimmte Hunderasse zuzulegen? Überlegt noch mal.

Haustiere

Weil Liebe nicht käuflich ist.
Go Vegan!

5 Fragen für alle, die mit einem Hamster zusammenleben wollen

Hamster sind klein und niedlich, aber deshalb nicht automatisch easy Mitbewohner. Diese Fragen sollte sich jeder vor dem Zusammenziehen stellen.

© Ricky Kharawala

Passt ein Hamster in mein Leben?

Ein paar Kubikzentimeter Platz hat fast jeder, aber damit ist es auch bei einem kleinen Tier wie dem Hamster nicht getan. Hamster brauchen Bewegungsfreiraum, Spielmöglichkeiten und das passende Futter, darüber informiert man sich am besten nicht erst, wenn der neue Mitbewohner schon eingezogen ist. Und wer gerne ausschläft, überlegt sich lieber noch mal, wie gut ein Tier dazu passt, das am liebsten frühmorgens schon die ersten Runden dreht und dafür tagsüber pennt.

Welche und wie viele Hamster will ich halten?

Da gibt es tatsächlich Unterschiede, über die man sich am besten vorher informiert. Bis auf Campbell-Zwerghamster sollte man keine Hamster zusammen halten, und selbst bei diesen braucht man unheimlich viel Erfahrung um beurteilen zu können, was spielen und was Todeskampf ist. Daher: besser ein einzelnes Tier aufnehmen.

Ist mein Zuhause hamstersicher?

Hamster sind richtig gut darin, sich durch sämtliche kleine Öffnungen zu quetschen und so in gefährlichen Situationen zu landen. Außerdem erschrecken sie leicht und können dann zubeißen oder weglaufen. Und wer schon mit größeren Tieren zusammenlebt, überlegt lieber noch mal genau, wie gut die auf einen neuen Mitbewohner klarkommen, den sie nicht essen dürfen.

Wo ist der nächste Tierarzt, der Ahnung von Hamstern hat?

Ärzte sucht man am besten nicht erst, wenn man krank ist, das gilt auch für Tiere. Die meisten Hamsterarten stammen aus nordafrikanischen Ländern und zählen damit hierzulande zu den Exoten. Nicht alle Tierärzte kennen sich deshalb gut mit den Bedürfnissen von Hamster und ihren häufigsten Krankheiten aus.

Wo hole ich mir einen Hamster?

Auch wenn die Hamster einen durchs Fenster der Zoohandlung noch so niedlich angucken: Wer Tiere in Geschäften oder bei Züchtern kauft, unterstützt damit immer den Handel und lässt dafür ein Tier im Tierheim zurück. Gerade Kleintiere werden oft zu mehreren in winzigen Plastikkisten transportiert und „gelagert“, bevor sie über die Verkaufstheke gehen. Einen Hamster (und überhaupt alle Tiere) sollte man immer aus dem Tierheim holen.

Und apropos exotische Tiere: Schlangen, Echsen und Schildkröten solltet ihr euch wirklich nicht ins Haus holen.