Mikroplastik, Quecksilber und Würmer: So ungesund ist Fisch

Fischfleisch essen schadet nicht nur den Fischen, sondern auch unserer Gesundheit. Hier erfährst du alles über Fadenwürmer, Quecksilber & Co.

14. Apr 2021

Es ist inzwischen kein Geheimnis mehr, dass Fischfleisch nicht nur schlecht für die Fische, sondern auch für unsere Gesundheit ist. Immer wieder berichten Medien von den Schadstoffen, die in Fischfleisch enthalten sind. Besonders häufig wird gewarnt vor Quecksilber, Würmern, Antibiotika, Mikroplastik und Pflanzenschutzmittel.

Faden- und Bandwürmer im Sushi

Egal ob Sushi, Billiglachs oder Wildfisch: Man kann nie ausschließen, dass Parasiten wie Fadenwürmer darin leben und sterben. Besonders roher Hering ist oft von Fadenwürmern befallen, deren Larven sich dann im menschlichen Darm einnisten. [1, 2] Klingt nicht nur eklig, sondern ist auch richtig gefährlich, denn im schlimmsten Fall kommt es durch die Würmer zu einem Darmdurchbruch.

Viele Menschen denken, dass es reicht, die Fische gründlich zu kochen oder länger einzufrieren, um die Würmer loszuwerden. Allerdings wird Fisch oft bei so niedrigen Temperaturen zubereitet, dass die Fadenwürmer dabei nicht sterben. Und um zu erfrieren, müssten die Würmer im Fisch mehrere Tage tiefgefroren werden, was auch meist nicht geschieht. Und falls die Fische doch ausreichend gekocht oder gefroren werden, um die Würmer zu töten, bleiben die trotzdem noch im Fisch und man isst sie tot mit. Beispielsweise gab es 2018 einen Fall, in dem ein Mann sich einen 1,5 Meter langen Bandwurm aus dem Hintern gezogen hat, nachdem er Sushi gegessen hat.

Mikroplastik durch Meeresverschmutzung

Dass unsere Ozeane, Seen und Flüsse voller Plastik sind und wir ein gewaltiges Müllproblem haben, zeigt sich auch am Fischfleisch. Fast immer findet man darin Mikroplastikartikel, die von den Fischen mit Nahrung verwechselt oder über die Nahrungskette aufgenommen wurden. Essen wir Menschen das plastikreiche Fischfleisch, gelangen die kleinen Kunststoffteilchen auch in unsere Körper – was alles andere als gesund ist. [3]

Gefährliches Quecksilber

Im Fleisch von Fischen, die wie beispielsweise Thunfisch weit oben in der Nahrungskette stehen, ist oft Quecksilber enthalten. Das giftige Schwermetall kann bei uns Menschen zu Nervenschädigungen führen. Besonders für Babys und Kleinkinder ist das richtig gefährlich. [4]

Pflanzenschutzmittel in Zuchtfischen

Falls euch immer noch nicht der Appetit vergangen ist – in Fischfleisch, das aus der Aquakultur stammt (etwa die Hälfte aller Fische, die gegessen werden), ist oft das Pflanzenschutzmittel Ethoxyquin enthalten – vor allem auf Lachsfarmen. Ethoxyquin ist zwar als Pflanzenschutzmittel seit 2011 in der EU verboten, nicht jedoch für den Einsatz in der Aquakultur. Eigentlich hätte es im Sommer 2020 auch in der Aquakultur verboten werden sollen, doch das Verbot wurde nun zunächst aufgehoben. [5] Der Schadstoff lässt sich sogar bei jungen Müttern in der Muttermilch nachweisen. [6] Ethoxyquin ist – teils – verboten, weil es direkt ins menschliche Gehirn gelangen kann und im Verdacht steht, das Erbgut zu schädigen.

Aber wie kommt Pflanzenschutzmittel in Fische? Lachse und andere Fische in der Aquakultur werden mit Fischmehl und -öl gefüttert, welches aus Wildfischen gewonnen wird. Damit das Fischfutter haltbar ist, wird es mit Ethoxyquin behandelt. Wie viel davon verwendet wird, ist nicht vorgeschrieben. Eine festgelegte Höchstmenge gibt es nur für Fleisch und Gemüse, nicht für Fisch.

Antibiotika

Auf Aquakulturfarmen, insbesondere auch in der Lachszucht, erhalten die Fische oft hohe Mengen an Antibiotika. Aufgrund von Stress und Enge breiten sich Krankheiten schnell aus, und hohe Todeszahlen können nur durch die vorbeugende Gabe von Antibiotika vermieden werden. Die massenhafte Verabreichung von Antibiotika in der Tiermast, so auch bei Fischen, ist aber auch ein Hauptgrund für das Auftreten von Antibiotikaresistenzen bei Menschen. [5]
Übrigens: Mehr als 90 Prozent der Lachse auf unseren Tellern stammen heute aus Aquakulturen.

Go Vegan

Wie wärs, wenn wir die Fische einfach in Ruhe lassen und stattdessen pflanzliche Fischstäbchen, Sushi mit Gurke und veganen Kaviar essen? Die besten veganen Fischalternativen findet ihr bei uns!

[1] Medizin.de (2017): Anisakiasis: Wenn Würmer auf dem Fisch krabbeln, https://www.medizin.de/krankheiten/zoonosen/anisakiasis-wenn-wuermer-auf-dem-fisch-krabbeln.html, (eingesehen am 12.03.2021)

[2] Ntv (15.05.2017): Ärzte warnen vor Parasiten im Sushi, https://www.n-tv.de/wissen/Arzte-warnen-vor-Parasiten-im-Sushi-article19842058.html, (eingesehen am 12.03.2021)

[3] Greenpeace (11.2016): Plastik in Fisch und Meeresfrüchten, https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/i03861_greenpeace_flyer_flyer_plastik_in_fisch_20161114.pdf, (eingesehen am 12.03.2021)

[4] Umwelt Bundesamt (2016): Häufige Fragen zu Quecksilber, https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/umwelteinfluesse-auf-den-menschen/chemische-stoffe/haeufige-fragen-zu-quecksilber, (eingesehen am 12.03.2021)

[5] Dr. Klaus Buchner (08.07.2020): MdEP Prof. Dr. Klaus Buchner und Manuela Ripa (ÖDP) äußern sich zur Problematik von Zuchtlachs aus Aquakulturen, https://klaus-buchner.eu/mdep-prof-dr-klaus-buchner-und-manuela-ripa-oedp-aeussern-sich-zur-problematik-von-zuchtlachs-aus-aquakulturen/, (eingesehen am 15.03.2021)

[6] NDR (18.11.2016): Wie gesund ist Zucht-Lachs?, https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Wie-gesund-ist-Zucht-Lachs,lachs582.html, (eingesehen am 12.03.2021)

Ernährung

Warum ihr euch bewusst machen solltet, was ihr esst.
Go Vegan!

WE ♥ PLANTS: Molkerei Naarmann bringt vegane Produkte raus

Die Molkerei Naarmann launcht drei neue tier- und klimafreundliche Alternativen zu klassischen Milchprodukten. Welche das sind, erfahrt ihr hier!

Privatmolkerei Naarmann GmbH

14. Apr 2021

Noch mehr vegane Milchalternativen auf Haferbasis bringt jetzt die Privatmolkerei Naarmann raus: WE ♥ PLANTS heißt die neue vegane Produktpalette des 117 Jahre alten Familienbetriebs aus dem Sauerland. Das zu 100 Prozent pflanzenbasierte und damit tierleidfreie Sortiment umfasst vorerst diese Produkte (mehr ist laut Hersteller in Planung):

Veganer Haferdrink ohne Zusatzstoffe

Der neue Haferdrink von Naarmann soll als vegane Milchalternative gut im Kaffee schmecken – sie lässt sich auch gut Aufschäumen. Das Besondere: Es gibt den Pflanzendrink als 1 Liter Version und im 5 Liter „Big Pack“. Im Pflanzendrink auf Haferbasis von Naarmann sind weder Zusatzstoffe, die angegeben werden müssten, enthalten noch steckt auch nur ein Fünkchen Tierleid drin!

Küchensahne, Pardon, Kochcreme ohne Milch

Die neue Kochcreme mit 15 Prozent Fett bindet gut und ist deswegen besonders zum Verfeinern von Soßen und Suppen geeignet. Das gilt auch für säurehaltige Gerichte, die Wein, Essig oder Zitrone enthalten. Naarmann bring die vegane Sahnealternative in der 1 kg Packung auf den Markt.

Vegane Schmandalternative gefällig?

Und zum Schluss: Vegane Sour Creme, die mit 20 Prozent Fettanteil bisher im 1-kg-Pack wohl vor allem Großverbraucher ansprechen soll. Aber seien wir ehrlich: Als ob veganer Schmand lange liegen bleibt – davor gibt’s erstmal Tiramisu für alle. Und: Vielleicht lesen ja sogar schon ein paar Lieferservices mit, die ihren Kunden in Zukunft vegane, sahnige Desserts anbieten möchten – die Nachfrage ist definitiv da! Die Schmandalternative eignet sich aber auch genauso für herzhafte Rezepte.

Privatmolkerei Naarmann GmbH

Was ihr sonst noch über die neuen Produkte (und mehr) wissen solltet

Alle Produkte, die zu WE ♥ PLANTS von Naarmann gehören, enthalten weder Soja, noch Palmfett und sollen durch eine lange Haltbarkeit überzeugen. Die Entscheidung für Hafer als Basis ist in jedem Fall top: Hafer kommt meistens aus der Region und ist rund 70 Prozent klimafreundlicher als Kuhmilch. [1] Tierfreundlicher sind Pflanzendrinks sowieso, denn dafür werden frisch geborene Kuhkinder gar nicht erst von ihren Müttern auf traumatische Weise getrennt. Wir von PETA ZWEI finden Naarmanns Entscheidung, auch vegane Produkte herzustellen, super – denn die Zukunft is(s)t vegan!

Ihr wollt in Zukunft mehr für die Tiere und unseren Planeten tun und vegan einkaufen, aber ihr wisst nicht, was es alles auf dem Markt gibt? Dann benutzt doch einfach unseren veganen Einkaufsguide – jetzt kostenlos runterladen!

1] Albert Schweitzer Stiftung (09.03.2018): Zur Ökobilanz von Pflanzenmilch, https://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/oekobilanz-pflanzenmilch, (eingesehen am 08.04.2021)