So ist ein FÖJ bei PETA ZWEI

Kleiner Einblick in unsere Arbeit gefällig? Wir stellen euch Ella vor, die bei uns ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr absolviert.

Mareike Mähler

26. Feb 2021

Seit wann bist du dabei?

Ich habe meinen Freiwilligendienst im September 2020 begonnen. Seitdem bin ich bei PETA im Action-Team.

Warum hast du dich entschieden, dich für das Freiwillige Ökologische Jahr bei PETA zu bewerben?

Tierrechte sind ein großes Herzensthema für mich. Für Tiere aktiv wurde ich ca. ein Jahr vor meinem Freiwilligendienst. In dieser Zeit ist mir klar geworden, dass es nicht ausreicht, vegan zu leben – wir müssen den Leuten auf die Füße treten, damit sich etwas ändert. Genau das macht PETA, und davon wollte ich ein Teil sein. In meinem FÖJ kann ich täglich für das einstehen, wofür ich bisher nur am Wochenende Zeit hatte.

Gibt es ein bestimmtes Tierrechtsthema, das dir besonders am Herzen liegt?

Mit dem Thema „Milch“ kann man viele Tierrechtsaspekte greifbar machen. Dadurch kann man z. B. veranschaulichen, dass Tiere auch emotional leidensfähig sind. Außerdem waren Videos über die Milchindustrie bei mir damals der ausschlaggebende Faktor, selbst vegan zu werden. Für mich war es eine Art Türöffner in die Welt der Tierrechte. Stück für Stück ist mir dann viel stärker bewusst geworden, dass das Tierleid nicht bei der Nahrungsmittelindustrie aufhört, sondern Teil jedes Industriezweiges ist, der Profit aus Tieren schlägt.

Was machst du mit den Streetteams am liebsten?

Ich freue mich immer sehr zu sehen, wie Aktionen umgesetzt werden, bei deren Vorbereitung ich in irgendeiner Form involviert war. Am besten ist es natürlich, selbst bei den Demos dabei zu sein, aber auch das Durchschauen der Fotos macht Spaß.

Hast du einen Tipp für Leute, die selbst für Tierrechte aktiv werden wollen?

Wenn du für Tierrechte aktiv werden möchtest, suche nach Gleichgesinnten in deiner Stadt. In vielen Städten gibt es schon PETA ZWEI-Streetteams, denen du dich einfach bei der nächsten Aktion anschließen kannst. Wenn es noch kein Streetteam in deiner Stadt gibt, findest du Gleichgesinnte auch schnell auf Facebook. Man kann aber auch in Gesprächen mit Familie und Freunden und über Social Media über das Thema aufklären.

Bekleidung

Weil niemand eine zweite Haut braucht.
Go Vegan!

Was die Tierhaltung mit dem Hunger auf der Welt zu tun hat

Die landwirtschaftliche Tierhaltung ist mit Tierleid und Umweltzerstörung verbunden – außerdem trägt sie zum Welthunger bei. Jetzt lesen!

Foto: Dominik Martin

26. Feb 2021

Weltweit leiden unzählige Menschen an Hunger. Während 1990 fast zwei Milliarden nicht genug zu essen hatten, sank diese Zahl bis zum Jahr 2015 glücklicherweise auf 653 Million Menschen. Seit einigen Jahren geht die Entwicklung jedoch erneut in die falsche Richtung, denn seit 2015 steigt die Zahl der hungernden Menschen auf der Welt wieder an. Experten fürchten sogar, dass sie aufgrund der Corona-Pandemie um weitere 150 Millionen anwachsen könnte. [1] Es gibt weltweit also immer mehr Menschen, die Hunger leiden – obwohl es mehr als genug Nahrung gibt, um die gesamte Menschheit zu ernähren. [2]

Schätzungen zufolge sterben jedes Jahr mehr Menschen an Hunger und seinen Folgen als an Malaria, Tuberkulose und HIV/AIDS zusammen. [3] Trotzdem wird der Großteil der landwirtschaftlichen Flächen ineffizient genutzt, denn mehr als 83 Prozent werden für den Anbau von Futtermitteln und die Erschließung von Weideflächen für die Tierhaltung ver(sch)wendet. Damit werden allerdings nur 18 Prozent der Kalorien und 37 Prozent der Proteine erzeugt. [4]

Der Anbau von Getreide und Soja als Futtermittel für Tiere, die anschließend getötet und zu Fleisch verarbeitet werden, ist ineffizient: Von jedem Kilogramm Nahrung, das Tiere aufnehmen, setzen sie nur einen Bruchteil der Kalorien an. Dieser sogenannte Veredelungsverlust bedeutet, dass Tiere, die für die Produktion von Nahrung gezüchtet und getötet werden, durchschnittlich sieben Kilogramm essen müssen, um ein Kilogramm Fleisch aufzubauen. [5]

Für eine Ernährung mit tierischen Produkten sind also mehr Landflächen notwendig als für eine vegane Ernährung – Landflächen, die dann fehlen, um den Welthunger zu bekämpfen. Wenn landwirtschaftliche Flächen nicht zu Weiden umfunktioniert und Feldfrüchte wie Soja und Getreide keinen Umweg über den Tiermagen machen würden, könnten mit einer geringeren Landfläche wesentlich mehr Menschen versorgt werden.

In der EU werden so große Mengen an Fleisch produziert und konsumiert, dass die benötigten Futtermittel, vor allem eiweißreiche Nahrung wie Soja, nicht ausschließlich in der EU angebaut werden können. Sie müssen zum großen Teil importiert werden [6] – auch aus Regionen, in denen Menschen Hunger leiden. Um Platz für den Anbau dieser Futtermittel zu schaffen, werden immer neue Flächen erschlossen – oft zu Lasten der Regenwälder und damit auf Kosten von Weltklima und Artenreichtum. [7]

Wenn alleine das Getreide, mit dem aktuell sogenannte Nutztiere ernährt werden, direkt für den menschlichen Verzehr angebaut würde, dann könnten wir die Grundbedürfnisse von vier Milliarden zusätzlichen Menschen decken. [8]

Ihr wollt Tieren, der Umwelt und eurer Gesundheit etwas Gutes tun? Unser Veganstart hilft euch beim Einstieg in die vegane Lebensweise!

[1] Riedel, Donata (2020): Die Coronakrise macht die Erfolge im Kampf gegen den Hunger zunichte, https://www.handelsblatt.com/politik/international/welthunger-index-2020-die-coronakrise-macht-die-erfolge-im-kampf-gegen-den-hunger-zunichte/26265936.html, (eingesehen am 28.01.2021)

[2] ZEIT ONLINE (2018): Essen für alle, https://www.zeit.de/2019/33/nahrungsmittel-essen-hunger-uebergewicht-konsum, (eingesehen am 28.01.2021)

[3] Hedemann, Philipp (2016): Der Kampf gegen den Hunger,https://www.deutschland.de/de/topic/umwelt/ressourcen-nachhaltigkeit/der-kampf-gegen-den-hunger, (eingesehen am 28.01.2021)

[4] Poore, J./Nemecek, T. (2018): Reducing food’s environmental impacts through producers and consumers, https://science.sciencemag.org/content/360/6392/987; https://ourworldindata.org/global-land-for-agriculture, (eingesehen am 28.01.2021)

[5] Albert Schweizer Stiftung (2016): Das steckt hinter einem Kilogramm Rindfleisch, https://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/1-kg-rindfleisch, (eingesehen am 28.01.2021)

[6] Bundesinformationszentrum Landwirtschaft: Was wächst auf Deutschlands Feldern?, https://www.landwirtschaft.de/landwirtschaft-verstehen/wie-arbeiten-foerster-und-pflanzenbauer/was-waechst-auf-deutschlands-feldern, (eingesehen am 28.01.2021)

[7] Rueter, Gero (2019): Soja: Segen oder Fluch fürs Klima?, https://www.dw.com/de/soja-segen-oder-fluch-f%C3%BCrs-klima-fleisch-amazonas-brasilien-mercosur-soja-bolsonaro/a-50374594, (eingesehen am 28.01.2021)

[8] Planet Wissen: Was kann der Einzelne tun?, https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/wirtschaft/kampf_um_nahrungsmittel/pwiewaskanndereinzelnetun100.html, (eingesehen am 28.01.2021)