Foie gras: So werden Enten und Gänse für Stopfleber gequält

Foie gras wird auch nach Deutschland verkauft. Aber was soll an einem kranken Tierorgan lecker sein, für das tausende Enten und Gänse leiden?

Foto: Stop Gavage

16. Feb 2021

Foie gras heißt übersetzt „Stopfleber“. In Deutschland und vielen anderen EU-Ländern ist es zwar verboten, Stopfleber herzustellen, der Import aus Frankreich, Belgien oder Ungarn ist aber erlaubt. Diese Lücke im System nutzen noch immer viele Restaurants in Deutschland aus und bestellen das Tierqual-Produkt, um es ihren Gästen vorzusetzen – und das, obwohl tausende Gänse und Enten dafür auf brutale Weise gequält und getötet werden.

So wird Foie gras hergestellt

Stellt euch mal vor, ihr werdet alleine oder mit Artgenossen in enge Gehege oder Käfige gesperrt und jemand schiebt euch jeden Tag mit einem langen Rohr oder Schlauch etwa 15 Kilogramm Spaghetti den Hals runter. So werden Enten und Gänse in oft bäuerlichen Betrieben mit fettigem Mais- oder Getreidebrei gemästet. In industriellen Anlagen passiert das per Massenproduktion maschinell.

Stop Gavage

Bei beiden Methoden geht es nur darum, die Leber der Tiere durch das erzwungene Mästen in wenigen Wochen massiv zu vergrößern und so Profite zu erzeugen. Ist die Leber groß genug, kommen die Tiere ins Schlachthaus, wo sie getötet und ihnen das Organ entnommen wird. Die Fettleber wird dann als Foie gras weiterverkauft, ohne dass sich die Hersteller oder Abnehmer für das enorme Leid der Tiere interessieren.

Viele Gänse und Enten sterben schon durch das Mästen

In maschinell unterstützten Betrieben stopft oft eine Person bis zu 1.000 Gänse oder Enten pro Stunde. [1] Der natürliche Würgereflex der Tiere wird dabei vollständig ignoriert. Die Prozedur ist für die Tiere allein dadurch schmerzvoll, da ihre Schnäbel mit unzähligen Nerven durchzogen sind.

Stop Gavage

Beim „Stopfen“ mit bis zu fünfzig Zentimeter langen Rohren und Stangen, mit denen der Brei in die Hälse gedrückt wird, kann es zu Rissen in der Speiseröhre und sogar inneren Blutungen kommen. Oft leiden die Tiere unter gebrochenen Knochen, haben Atemschwierigkeiten und sterben noch vor dem Weg ins Schlachthaus an Herz- und Organversagen. Nach einer bestimmten Zeit des Mästens sind die Enten und Gänse so ausgelaugt, dass sie sich kaum mehr auf den Beinen halten oder sich bewegen können.

Am Ende der zwölf bis 21 Tage dauernden Tortur werden die Tiere bei vollem Bewusstsein mit dem Kopf durch ein Elektrobad gezogen. Das wirkt nicht immer: Manche Gänse und Enten sind noch bei Bewusstsein, wenn ihnen die Kehle durchgeschnitten wird. Die Tiere bluten dann qualvoll aus.

Wer Stopfleber isst, isst ein krankes Organ

Es sollte jedem klar sein, dass es sich bei dieser angeblichen Delikatesse um das das kranke Organ eines Tieres handelt, das sein kurzes Leben unter schlimmsten Qualen verbringen musste. Nichts an dem Produkt Foie gras ist tierfreundlich, denn in jedem Fall stirbt und leidet ein Tier dafür, damit Menschen dessen unter enormem Stress verfettete Leber essen können.

Wo wir bei der Reihe „unfassbare Dinge, die wir Menschen essen“ sind… Schon mal was von „Balut“ gehört? Wenn nicht, solltet ihr jetzt lesen, warum angebrütete Eier auch nicht viel ekliger sind als das, was wir uns hier in Deutschland so in den Mund schieben.

[1] Albert Schweizer Stiftung (28.12.2017): Stopfleberproduktion, https://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/stopfleberproduktion, (eingesehen am 29.01.2021)

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16. Feb 2021

Im Durchschnitt isst jeder in Deutschland lebende Mensch mehr als 200 Eier pro Jahr. [1] Dabei ist es ganz egal, ob Käfig-, Boden- oder Biohaltung – für die Tiere bedeutet das ganze System der Eierindustrie schlimmste Qualen. Hier sind acht Gründe, keine Eier mehr zu essen.

1. Legehennen sind Qualzuchten und müssen alle 25 Stunden ein Ei legen

Die ursprüngliche Hühnerrasse, von der die heutigen Legehennen abstammen, legt durchschnittlich 20 bis 30 Eier im Jahr, um sich fortzupflanzen. [2] Die Eierindustrie hat hier – wie auch die Fleisch- und Milchindustrie – eine Hochleistungseiermaschine gezüchtet, die mehr als 300 Eier pro Jahr legt. Für Legehennen als fühlende Lebewesen ist das die pure Qual, denn sie können nicht aufhören, etwa alle 25 Stunden ein Ei zu legen – auch nicht, wenn es ihnen körperlich schlecht geht.

2. Hennen werden durchschnittlich nur 1,5 Jahre alt

Nach etwa eineinhalb Jahren sind viele Hennen so ausgezehrt, dass die Legeleistung nachlässt. Sie werden damit „unwirtschaftlich“ und kommen nach ihrem leidvollen Leben ins Schlachthaus, um dort getötet zu werden. Damit sie dorthin gelangen, werden die Hühner zusammen mit vielen anderen in Plastikkisten auf LKWs gepfercht – ohne Nahrung, Wasser und geschwächt jedem Wetter ausgesetzt. Im Schnitt leben sogenannte Legehennen also nur rund eineinhalb Jahre, was so gut wie nichts ist: Ursprüngliche Rassen können etwa acht Jahre alt werden. Also, ja: Für Eier werden auch Hühner getötet.

3. Viele Hühner sterben schon im Stall elendig

Nicht jedes Huhn überlebt bis zum Schlachthof: Durch den Stress picken sich die Hühner gegenseitig tot, manche schleppen sich mit gebrochenen Flügeln und Beinen durch das Stallabteil, viele leiden an Entzündungen im Bauchraum durch das viele Eierlegen. Wäre so etwas mit unseren vierbeinigen Begleitern, würden wir unsere Hunde oder Katzen zum Tierarzt bringen. Für Betreiber solcher Eierbetriebe wäre das bei den Hühnern aber unwirtschaftlich. Es geht ihnen nicht um das Tier als Lebewesen, sondern um den Profit, den sie mit ihm erwirtschaften können. Eine sogenannte Verlustrate ist also von Beginn an eingerechnet.

4. Schmerzvolle Entzündungen, keine Federn, Krusten und Schwäche

Oft dauert es nicht einmal ein Jahr, bis viele Hühner in der Eierindustrie wegen ihrer Qualzucht unter schlimmen Entzündungen unter anderem an ihren Kloaken leiden – kein Wunder bei so einer hohen Legeleistung. Dazu kommt der Stress, mit tausenden Artgenossen eingepfercht zu sein. Das gilt auch für Bio-Betriebe. Die Folgen davon sind, dass die Hühner oft extrem schwach sind, unter verformten und gebrochenen Knochen leiden, die ihnen dauerhaft wehtun, und sie sich durch den Stress oft gegenseitig die Feder ausrupfen.

5. Hühner aus Bio-Haltung leiden genauso

Nur rund fünf Prozent der Hühner leben in Bio-Betrieben. [3] Viele Verbraucher sehen nicht, was „bio“ bedeuten kann: Nämlich, dass bis zu 3.000 Hennen in einem Stallabteil ihr Leben fristen müssen und einige Tiere sich nicht auf die oft kargen Ausläufe trauen. Auch in der Bio-Haltung können kranke und sterbende Hühner an der Tagesordnung sein und auch hier werden sie nur als Ware gesehen. Ihr kurzes Leben endet schließlich in dem gleichen Schlachthaus wie das der anderen Tiere.

6. Alle Hühner kommen aus Elterntierfarmen

Bevor sogenannte Legehennen früher oder später im Schlachthaus oder in der Mülltonne landen, haben Hühner in der Eierindustrie – egal ob bio oder nicht – einen gemeinsamen Ort, von dem sie stammen: aus sogenannten Elterntierfarmen. Dort wird praktisch der „Nachschub“ herangezüchtet und auch die dort lebenden Hühner sind Qualzuchten und zum Eierlegen „optimiert“. Sie leben oft unter kargen Bedingungen und in ihrem eigenen Kot. Das interessiert die Betreiber in der Regel nicht, denn die gesetzlichen Bestimmungen in Elterntierfarmen sind noch geringer als die der Legebetriebe.

7. Männliche Küken werden qualvoll vergast

Die sogenannten Eintagsküken werden noch bis 2022 direkt nach dem Schlüpfen vergast, denn männliche Küken sind für die Eierindustrie wertlos. Ihre Aufzucht für die Fleischproduktion wäre nicht profitabel genug. Das gilt meist auch für Bio-Eier. Das Aussortieren von männlichen Hühnern in der Eierindustrie nennt sich „Sexen“. Ab 2022 sollen die Betreiber männliche Küken noch im Ei töten, damit diese gar nicht erst ausgebrütet werden. Das Leben der männlichen Küken wird aber weiter als wertlos angesehen und auch an dem Leid der Millionen Hühner in den Legebetrieben ändert sich nichts.

8. Viele Hühner überleben nur durch Medikamente

Im Rahmen einer Studie wurden auf mehr als jedem zweiten Masthuhn Keime gefunden, die resistent gegen Antibiotika waren. [4] Das liegt am hohen Einsatz von Medikamenten in der Landwirtschaft: Ohne die Gabe von Antibiotika und anderen Medikamenten würden viele Hühner die Qualen der Zucht und Haltung nicht überleben. Das birgt aber Risiken: Es entstehen antibiotikaresistente Keime, die auch für uns Menschen gefährlich werden können.

Wir haben Tipps für gute Ei-Alternativen zum Backen für euch und auch viele leckere Rezepte. Wenn ihr wissen wollt, welche eifreien Produkte es gibt, dann seid ihr bei unserem Einkaufsguide richtig.

[1] Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: Bestandszuwachs bei Legehennen setzt sich fort, Nahrungsverbrauch und Selbstversorgungsgrad Eier weiter gestiegen, https://www.bmel-statistik.de/ernaehrung-fischerei/versorgungsbilanzen/eier/, (eingesehen am 29.01.2021)

[2] Planet Wissen: Hühner, https://www.planet-wissen.de/natur/haustiere/huehner/index.html, (eingesehen am 29.01.2021)

[3] Statista (Oktober 2020): Anzahl der Legehennen nach Haltungsformen in Deutschland im Jahr 2019 und 2020, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/150895/umfrage/anzahl-der-legehennen-nach-haltungsformen-in-deutschland/, (eingesehen am 29.01.2021)

[4] Germanwatch (27.10.2020): Hähnchenfleisch im Test auf Resistenzen gegen Reserveantibiotika, https://germanwatch.org/de/19459, (eingesehen am 29.01.2021)