Fühlen Pflanzen Schmerz?

Lieblingsargument gegen das Vegansein: Pflanzen haben auch Gefühle. Aber stimmt das überhaupt?

22. Okt 2018

Wenn den Leuten gar nichts mehr einfällt, um gegen Veganer zu argumentieren, dann fällt ihnen immer noch das ein: „Aber Pflanzen haben doch auch Gefühle!“ Wer Pflanzen statt Tiere isst, macht es demnach nicht besser – ergo: Vegansein bringt gar nichts, Diskussion beendet, darauf ein Kuh-Burger.

Aber was steckt wirklich hinter diesem Spruch? Man hört schließlich immer von Studien, in denen festgestellt wird, dass Pflanzen zum Beispiel „hören“ können, wenn sie gefressen werden oder dass Bäume eine Art Gedächtnis haben und über ihre Wurzeln unterirdisch miteinander kommunizieren. Ist eine Pflanze zu essen also genauso grausam wie ein Tier zu essen?

Ganz grundsätzlich gilt, dass man keinem Lebewesen unnötig schaden sollte. Wir müssen essen, um zu überleben. Aber wir schaden weniger Pflanzen, wenn wir sie direkt konsumieren, als wenn wir sie erst von Tieren essen lassen und dann die essen. Um etwa ein Kilo Fleisch zu liefern, muss eine Kuh über 16 Kilo Pflanzen zu sich nehmen, das ist eine extreme Verschwendung. Wenn ausgerechnet ein Fleischesser also mit dem Pflanzengefühle-Argument kommt, ist das ziemlich lächerlich.

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Aber wie steht es nun mit den Gefühlen? Sicher ist: Tiere sind auf jeden Fall fühlende Lebewesen, die Schmerz empfinden. Bei Pflanzen ist bislang noch kein Nervensystem gefunden worden, das dem des Menschen so ähnlich wäre, dass man darauf auf ein Schmerzempfinden schließen könnte. Wenn wir im Zusammenhang mit Pflanzen von „Gefühlen“ oder „Kommunikation“ sprechen, dann verwenden wir diese Begriffe eher symbolisch, weil es für das, was Pflanzen machen, noch keine eigenen gibt. Es kann sein, dass Pflanzenforscher in Zukunft feststellen, dass Pflanzen über mehr Intelligenz und Gefühle verfügen, als wir das bislang wissen (so war es beispielsweise auch bei Kraken, deren Nervensystem so speziell ist, dass Menschen sie lange für schmerzunempfindlich hielten). Aber nach bisherigem wissenschaftlichem Stand spricht alles für eine vegane Ernährung, weil so nicht nur weniger Tiere sterben, sondern auch weniger Pflanzen.

Viel besser als mit Fleischessern streiten: Zusammen vegane Waffeln essen.

Ernährung

Warum ihr euch bewusst machen solltet, was ihr esst.
Go Vegan!

Neue Studie zeigt: Menschen können Kuhmilch von Pflanzenmilch unterscheiden

Die Milchindustrie hält ihre Kunden für zu dumm, um zu wissen, dass Sojamilch nicht aus Kühen kommt. Eine neue Studie zeigt, dass das Quatsch ist.

22. Okt 2018

Verstehen Menschen, dass ein Produkt, das „Sojamilch“ oder „Reismilch“ heißt, nicht aus einem Kuheuter kommt? Die Milchindustrie hält ihre Kunden für zu dumm dafür und besteht deshalb auf Vorschriften, die nur Bezeichnungen wie „Sojadrink“ erlauben. So sollen Verwechslungen vermieden und die Kuhmilchtrinker davon abgehalten werden, versehentlich zur Sojamilch zu greifen.

Eine neue Studie belegt jetzt, was für ein Quatsch das ist. Nicht nur, weil Pflanzenmilch im Supermarkt meist anderswo einsortiert ist als Kuhmilch und anders aussieht (etwa mit Sojabohnen oder Hafer statt grasenden Kühen auf der Verpackung), sondern auch, weil die allermeisten Menschen das mit den Wörtern von alleine hinbekommen. Bei der Studie des International Food Information Councils wurden den Teilnehmern Begriffe wie „Vollmilch“, „Kokosmilch“ und „Mandelmilch“ vorgelegt und anschließend gefragt, welche dieser Produkte Kuhmilch enthielten. Durchschnittlich 75 Prozent der Teilnehmer bekamen das je Wort problemlos hin – und das häufigste Fehler hatte nicht etwa mit Pflanzenmilch zu tun, sondern mit dem Begriff „Laktosefreie Milch“, den nur fast die Hälfte als Kuhmilch erkannte. Sieht fast so aus, als müsste man nicht „Sojamilch“ zum „Sojadrink“ machen, sondern „Laktosefreie Milch“ zu „Laktosefreier Kuhmilch“...

Auch höchst verwirrend: Diese veganen Rezepte für Milchreis, Milchschnitte und Co. enthalten absolut keine Kuhmilch.